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Tagesbuch

Predigt am Tage der Einführung der Allgepriesenen Jungfrau Maria in den Tempel

21.02.2007 | Thema: Predigt |

Hl. Ioann von Kronstadt

Die Engel, die den Einzug der Allreinen sahen, staunten,
wie die Jungfrau in das Allerheiligste einging
(Gesang zur 9. Ode des Kanons)

Heute feiern wir, geliebte Brüder und Schwestern, zwei Feste: Die Auferstehung Christi und die Einführung der Allheiligen Gottesgebärerin in den Tempel; das eine Fest findet allwöchentlich statt, das andere einmal im Jahr; das eine ist ein Herrenfest, das andere ein Gottesmutterfest. Gegenstand unserer Ansprache wird das Fest der Gottesgebärerin sein.

Beim Gedenken an das heilige Ereignis, das die hl. Kirche jetzt feierlich begeht, soll unser ganzes Wesen von Freude und Zittern durchdrungen sein. Denn woran denken und was feiern wir jetzt? – Die Einführung des dreijährigen Mädchens, der allgepriesenen Jungfrau Maria, in den Tempel Gottes, damit sie im Allerheiligsten zum Herrn hin erzogen, d.h. zu einer Wohnung Gottes bereitet werde. 0 unaussprechliche Freude! Denn der Herr Selbst möchte durch das junge, zuvor durch den Hl. Geist gereinigte Mädchen in die allerengste Verbindung mit den Menschen treten und auf sie seine unermeßlich großen Güter ergießen, die alles Verstehen überschreiten, nämlich: die menschliche Armut bereichern mit der Gottheit, unsere Nacktheit bekleiden, das Gestaltlose ansehnlich machen, das Unreine reinigen, das Finstere erleuchten, das Vergängliche erneuern, das Schwache stark machen. Aber mit der Freude vereint sich unwillkürlich auch Zittern. Denn Gott, der Anfangslose, Große, Unzugängliche und selbst für die Engel Furchtbare, tritt ein in allerengste Gemeinschaft mit der schwachen menschlichen Natur, der Allerheiligste mit den Sündern, wenn auch durch Buße gereinigten. Und so laßt uns dem Herrn begegnen, der zur Vereinigung mit unserer vergänglichen Natur kommt, laßt uns Ihm mit Freude und Zittern begegnen, mit Freude wegen der Größe der Wohltaten Gottes, mit Zittern wegen unserer Sünden.

Zur Ehre und Verherrlichung der allgesegneten Mutter Gottes und zu unserer Erbauung wollen wir davon sprechen, wie sich Ihre Einführung in den Tempel vollzog und danach von der hohen Bedeutung des Tempels für uns und davon, daß wir selbst Tempel Gottes werden sollen. Bekanntlich wurde die allheilige Jungfrau Maria von unfruchtbaren Eltern, Joachim und Anna, geboren, die, schon alt, sich von Gott in inständigem Gebet diese überaus gepriesene Tochter erbaten und dabei das Gelübde ablegten, ihr Kind Gott zu weihen. Und nun, als die Allheilige Jungfrau drei Jahre alt wurde, haben Ihre gerechten Eltern ihr Gelöbnis erfüllt, das sie Gott gegeben hatten und Sie feierlich in den Jerusalemer Tempel eingeführt. Die alten Väter der Kirche, die die Einführung der Gottesgebärerin besungen haben, erzählen in den heiligen Gesängen, wie die hll. Joachim und Anna in Nazareth ihre Verwandten und Freunde versammelten. Die jungen Mädchen gingen mit Kerzen in den Händen dem hl. Mädchen voran; Sie selbst führten Ihre Eltern, und ihnen folgten Freunde und Verwandte. Auf diese Weise gingen sie von Nazareth bis zum Jerusalemer Tempel. Der Hohepriester Zacharias und die Priester, die im Tempel dienten, begegneten ihnen mit Gebeten und Gesang. Die hl. Jungfrau wurde auf die erste Stufe der Freitreppe der Kirche gestellt und ging zur Verwunderung aller Anwesenden, von niemand gestützt, fest die 15 Stufen herauf und blieb erst auf der obersten stehen. Der Hohepriester führte das allreine Mädchen ins Allerheiligste, in das allein der Hohepriester nur einmal im Jahre hineinging. Die Mutter Gottes wurde nach den Worten der Kirche in den Tempel des Gesetzes eingeführt als beseelter Tempel des großen Königs. Die gerechten Eltern brachten Gott Gaben und Opfer dar und kehrten dann, nachdem sie den Segen der Priester empfangen hatten, mit ihren Verwandten nach Nazareth zurück. Die hl. Jungfrau Maria wohnte beim Tempel. Dort lebten in gesonderten Räumen junge Mädchen, die Gott geweiht waren, auch Witwen, die im Tempel dienten, ähnlich wie die Prophetin Hanna. Hier lebten auch Pilger und Fremdlinge. Ihnen schloß sich die hl. Anna, die Mutter der Gottesgebärerin, an, als sie bald nach der Einführung der allheiligen Jungfrau [in den Tempel] verwitwete; aber sie lebte nicht lange mit ihrer allheiligen Tochter; bald nach ihrem Mann übergab sie ihren Geist an Gott.

Die heilige Jungfrau wurde unter der Aufsicht älterer frommer Jungfrauen erzogen, die erfahren waren in der Hl. Schrift und in Handarbeiten. Sie arbeitete unaufhörlich, betete häufig, liebte die Lektüre der Heiligen Schrift. So wurde sie vorbereitet auf ihre hohe Bestimmung. Die Kirche nennt sie die überaus schöne Morgenröte, aus der die Sonne der Gerechtigkeit leuchtete. Gänzlich heiligte, wie ein heiliger Gesang sagt, Sie, die im Tempel war und mit himmlischer Nahrung ernährt wurde, der Allheilige Geist. Als die allreine Jungfrau in das Alter kam, in dem die Jungfrauen, die beim Tempel aufwuchsen, gewöhnlich in die Welt zurückkehrten und in den Stand der Ehe traten, da wollten die Priester, daß auch Sie so handelte. Aber die allreine Jungfrau offenbarte ihnen Ihren Wunsch, Sich Gott zu weihen und nicht in den Stand der Ehe zu treten. Da verlobten sie sie aufgrund einer Eingebung des Heiligen Geistes dem schon älteren Joseph, einem Verwandten ihrer Eltern. Er wurde der Beschützer der allreinen Jungfrau und ehrte das Gott gegebene Gelöbnis.

Die Ikone der Einführung der Mutter Gottes in den Tempel zeigt das dreijährige heilige Mädchen, wie Es die Stufen zum Tempel hinaufgeht. Das soll uns vor allem den Wunsch eingeben, [unsere] Kinder häufiger in den Tempel Gottes zu führen, sie von Kindheit an im Gebet und Hören der HL Schrift zu unterweisen, damit auch sie in Frömmigkeit aufwüchsen und immer höher stiegen auf den Stufen guter Werke und frommer Gedanken. Aber das heutige Fest lehrt uns auch alle auch, den Tempel Gottes hoch zu ehren und den Aufenthalt in ihm in Gebet Lobpreis und Danksagung zu lieben.

Der Tempel ist ein irdischer Himmel. In ihm steht der Thron Gottes,** auf dem unsichtbar der König der Herrlichkeit sitzt und unsere Anbetung, unsere Gebete, Tränen, Seufzer, Lob- und Dankopfer entgegennimmt; im Tempel sind unsere höchsten, geistlichen, ewigen Interessen beschlossen. Von ihm geht die Reinigung, Heiligung und Erneuerung unserer Seelen und Leiber aus; hier fließt unaufhörlich der Strom lebendigen Wassers, wird das Wort Gottes gelesen, werden die tröstlichsten Wahrheiten verkündigt, die Herz und Verstand nähren und entzücken; hier werden süße, himmlische, die Seele erschütternde Gesänge gesungen; hier werden alle heilsamen und uns erneuernden Mysterien vollzogen; hier fließen unaufhörlich die lebenspendenden Ströme des Blutes des Herrn Jesus Christus, die in die, die sie empfangen, ihr wunderbares, göttliches Leben, Reinigung, Heiligung und Erneuerung eingießen; hier werden die höchsten kirchlichen und bürgerlichen Feiern vollzogen, deren Gegenstand unser Heil und unsere Seligkeit in Gott sind oder das Wohlergehen und die Rettung des Vaterlandes oder seiner mächtigen Gebieter von Elend und Übel; hier finden wir Trost in Kümmernissen, Licht in Zweifeln, Kraft in Krankheiten. Hier hören wir von den wunderbaren Glaubenstaten der heiligen, Gott wohlgefälligen Diener und Freunde Gottes, unserer Beter vor Gott, und lernen, ihnen, unserer Kraft entsprechend, nachzueifern. Hier im Tempel erkennen wir die Eitelkeit und Nichtigkeit aller irdischen Güter und daß einzig die Tugend niemals stirbt; hier fühlen wir uns schließlich als Glieder des einen geistlichen Leibes der Kirche Christi und als Himmelsbürger; hier erhalten wir einen Vorgeschmack der himmlischen Seligkeit. Wie kann man nach all dem den Tempel nicht lieben, diese Grenzlinie zwischen Erde und Himmel, diese himmlische Schule, in der wir für den Himmel, für Gott erzogen werden; dieses Spital, in dem unsere seelischen Leiden, Sünden und Leidenschaften geheilt werden; diese Quelle lebendigen Wassers, wo der reinste Strom des Lebens fließt? Der Tempel Gottes ist geweiht zur Wohnung Gottes und zum Ort des Vollzugs der überhimmlischen Mysterien und des Gottesdienstes dazu, daß wir aus uns selbst, aus unseren Herzen, einen nicht von Menschenhand geschaffenen Tempel Gottes bauen; denn nach dem Wort der Schrift ist der Christ ein Tempel Gottes; „Wisset ihr nicht, daß ihr ein Tempel Gottes seid und der Heilige Geist in euch wohnt?‘ Ihr seid Kirchen des lebendigen Gottes“, sagt sie, wie geschrieben steht: „Ich wohne in ihnen und werde in sie eingehen, und werde ihr Gott sein und sie werden meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige“.

Und so erkennen wir schließlich unsere hohe Würde und Bestimmung, deren uns der Herr, unser Gott, gewürdigt hat; laßt uns uns selbst unaufhörlich zu einer Wohnung Gottes heranziehen, uns durch Buße, „von jedem Makel des Fleisches und der Seele reinigen und ein Heiligtum schaffen in der Furcht Gottes“. Amen.

** Im Russischen bezeichnet престол sowohl den Thron als auch den Altar (Anm. des Ubers.)

Übersetzung: Karl Christian Felmy

(Полное собранiе Сочиненiй протоiерея Iоанна Ильича Сергiева. Т.1 С.-Петербургъ 1893, 423-428)

Predigt über die Kommunion der heiligen Geheimnisse

21.02.2007 | Thema: Predigt |

Hl. Ioann von Kronstadt

Nehmet den Leib Christi, kostet die unsterbliche Quelle
(Kommuniongesang).

Vor Euch, du Herde, die du nach Christus heißt, befindet sich in diesem Kelch der göttliche Leib und das göttliche Blut unseres Herrn Jesus Christus und ihr habt euch durch Fasten und Beichte zum Empfang dieser heiligen unsterblichen und lebendigmachenden Geheimnisse vorbereitet. Um sie würdig zu empfangen, wird von einem jeden von euch verlangt:

Erstens. Der kindliche, schlichte Glaube, daß ihr unter der Gestalt von Brot und Wein den allerreinsten Leib und das allerreinste Blut des Erlösers empfangt, daß ihr den Erlöser Selbst mit eurem Mund in euren Herzen empfangt, ein Fleisch und Blut mit Ihm werdet und ein Geist, wie gesagt ist: „Denn wir sind Glieder Seines Leibes, von Seinem Fleisch und Seinem Bein“.[Eph 5,30] „Wer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der bleibt in Mir und Ich in ihm“.[Joh 6, 56] Und „wer aber dem Herrn anhanget, der ist ein Geist mit dem Herrn“ [1Kor 6,17]; denn in dieser Partikel des Leibes und des Blutes Christi Gottes, die ihr empfangt, befindet sich der ganze Jesus Christus als Seele im Leib.

Es wird von euch zweitens die vollständige unerschütterliche Hoffnung auf die Barmherzigkeit des Erlösers gefordert, daß Er, als göttliches Feuer, mit Seinem Blut all eure Sünden verbrennt und reinigt; deshalb übergebe sich jeder unter euch im Bewußtsein seiner Unwürdigkeit, die göttlichen Geheimnisse zu empfangen, vollständig der Barmherzigkeit des Herrn, damit Er selbst durch Seine Gnade euch würdig mache des Empfangs Seiner heiligen Geheimnisse; jeder sei guter Hoffnung, niemand schwanke, niemand sei kleinmütig, niemand verzage bei der Vorstellung seiner Fluchwürdigkeit und Untauglichkeit; vom Kelch wird allen die Gnade des Gebieters und die große Verzeihung und Reinigung der Sünden gewährt. Nur glaubt und vertraut.

Es wird drittens eine große, brennende engelgleiche Liebe der Kommunikanten zu dem Erlöser verlangt; auf die Liebe des Herrn soll jeder von euch mit Liebe antworten; denn sagt: welche Liebe Gottes hat sich uns Sündern darin erzeigt, daß Gott Selbst, der für uns Fleisch angenommen hat, gelitten hat, gestorben und auferstanden ist, uns zur Nahrung und zum Trank Seinen göttlichen Leib und Sein Blut gegeben und Sich dadurch mit uns in allerengster Vereinigung verbunden hat, mit uns zusammengewachsen oder Sich mit uns vermischt hat, indem Er uns zu Teilhabern Seiner göttlichen Natur gemacht hat! Welche Mutter, welcher Vater, haben irgendwann ihre Kinder so geliebt wie uns der Herr geliebt hat? Und wofür vereinigt sich der Herr mit uns in den heiligen Geheimnissen? – Dazu, um uns von dem Schmutz der Sünden zu reinigen, von dem Schmutz der an Abscheulichkeit und Tödlichkeit nicht übertroffen werden kann; um uns Seine Heiligkeit mitzuteilen, Sein göttliches Leben, Seinen Frieden, Erquickung, Freude, Leichtigkeit, Süße, Freiheit, deren es nichts Kostbareres und Wünschenswerteres auf der Welt gibt; um uns, gereinigt von den Sünden, verwandelt und erneuert, zu Sich in die Himmel zu nehmen, in das ewige Leben, in die ewige Seligkeit: denn mit Sünden und mit Leidenschaften kann niemand im Paradies sein: „Wer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der hat das ewige Leben“, sagt der Herr, „und Ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken“.[Joh 6,56]

So entflammt, die ihr an den göttlichen Geheimnissen kommunizieren wollt, eure Herzen in Liebe zum Erlöser. Heiliger Geist, Tröster, Hort der Güter, gieße Deine Liebe in unsere Herzen!

Es wird von euch viertens die Veränderung des Herzens verlangt. Bisher haben viele von euch die Sünde geliebt, alle habt ihr euch willentlich oder unwillkürlich der Sünde übergeben; nun strebt danach, sie gänzlich zu hassen; denn die Sünde ist eine Ausgeburt des Teufels, ist Widerstand gegen Gott. Trachtet alle danach, verwandelt zu werden in der Tiefe eurer Seele. Ihr wollt den Leib und das Blut des göttlichen Lammes kosten, des sanften und milden Herrn Jesus Christus. Seid deshalb auch selbst sanfte und milde Lämmer, geduldig und dem Willen Gottes ergeben, der Kirche, dem Willen der Eltern, Vorgesetzten, Älteren. Ihr empfangt den Leib und das Blut des Erlösers, aber Er ist ganz Liebe, und Ihm sind Feindschaft und Bosheit fremd. Trachten auch wir danach, in gegenseitiger Liebe zu leben; verzeiht Beleidigungen, vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Ärger mit Ärger. Tretet hin zu dem Herrn, dem himmlischen König, der uns alle zum Himmel führt; trachtet danach an das zu denken, was oben ist, bemüht euch, himmlische Sitten zu erwerben, laßt die leidenschaftliche Neigung zu irdischen Dingen, die vergänglich sind und die Seelen knechten und verderben. Liebt das obere Vaterland, die obere Stadt Jerusalem, wo die Mutter Gottes und alle Heiligen sind, und wohin wir alle streben sollen. Verlaßt alle Unreinheit und sündlichen Leidenschaften, jeder zeige eine Wandlung zum Besseren, jeder zeige Besserung, jeder bringe dem Gebieter irgendeine gute Frucht guter Werke, jeder schaffe Früchte, die der Buße würdig sind. Herr! Du selbst verändere und erneuere uns!
Schließlich, damit wir diese himmlische Gabe, den allreinen Leib und das Blut Christi bewahren, wird von uns fünftens Achtsamkeit auf uns selbst verlangt, gegenüber unseren Gedanken, gegenüber unserem Herzen, gegenüber seinen Gefühlen und Neigungen, die Bezähmung seines sündigen Wünschens und Trachtens, auch Enthaltsamkeit bei Essen und Trinken, Enthaltsamkeit von Geschwätzigkeit, Übelreden, Schwören, und jeder Lüge. Mit einem Wort: Jeder hüte sich vor alldem, was Christus, dem Erlöser unserer Seelen, zuwider ist. Denkt daran, daß der Herr uns durch die Kommunion vergöttlicht, uns göttlich macht, und trachtet danach, göttlich zu leben in aller Heiligkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Ihr seid Kinder Gottes und Christi. Welches Leben aber gebührt den Kindern Gottes?
Euch alle würdige der Herr würdig und mit reicher Ernte die göttlichen Geheimnisse zu empfangen. „Wer den göttlichen Leib und das göttliche Blut unwürdig ist und trinkt, der ißt und trinkt sich selbst zum Gericht“ [1Kor 11,22], sagt der hl. Apostel Paulus. So tretet mit Glaube und Liebe hinzu, damit ihr Teilhaber des ewigen Lebens werdet. Amen.

Hl. Ioann von Kronstadt

(Полное собрание Сочиненiй протоiерея Iоанна Ильича Сергiева. Т.2 С.-Петербургъ 1894, 69-72)

Uebersetzung: Prof. Dr. Karl Christian Felmy / Перевод: профессор доктор Карл Христиан Фелми

Московская Духовная Академия присвоила профессору доктору Карлу Христиану Фелми в 2005 году степень почетного доктора богословия.

Karl Christian Felmy, geboren 1938 in Liegnitz/Schlesien, studierte von 1958 bis 1964 Theologie in Münster und Heidelberg. Von 1964 bis 1969 war er Verwalter einer Assistentenstelle am Ostkirchen-Institut in Münster. 1970 erfolgte seine Promotion mit einer Dissertation über das Thema “Predigt im orthodoxen Rußland. Untersuchungen zu Inhalt und Eigenart der russischen Predigt in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.”

Nach der Ordination war er von 1971 bis 1975 Referent für Orthodoxie am Kirchlichen Außenamt der EKD in Frankfurt und anschließend Assistent am Lehrstuhl für Geschichte und Theologie des christlichen Ostens in Erlangen (Professor Dr. Fairy v. Lilienfeld). 1981 wurde er in Erlangen habilitiert. Nach einer Zwischenstation als Pfarrer in Fürth war er von 1982 bis 1985 Professor für Konfessionskunde in Heidelberg. 1985 wurde er auf den Lehrstuhl für Geschichte und Theologie des christlichen Ostens der Universität Erlangen-Nürnberg berufen. Zwischen 1995 und 1997 war Prof. Felmy Dekan der Theologischen Fakultät.

Er ist Mitglied der Kommission für den Dialog zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Russischen Orthodoxen Kirche und der Kommission des Lutherischen Weltbundes für den Dialog mit der Orthodoxie.

Kuppeln und Kreuze für die Kirche des Hlg. Johannes von Kronstadt in Hamburg

28.12.2006 | Thema: Tagebuch |

Im Jahr 2007 ist im Rahmen der Festlichkeiten zum Jubiläum der Städtepartnerschaft Hamburg – St. Petersburg die Weihe unserer Kirche geplant .Bis zu diesem Zeitpunkt müssen noch viele Renovierungsarbeiten und eine Reihe von Verschönerungen an unserer Kirche realisiert werden. Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die geplanten Kuppeln und Kuppelkreuze lenken. Dieses Projekt wird etwa 50 000 € Kosten.

Wir wenden uns mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an Sie und möchten in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hinweisen, dass sich unsere Gemeinde ausschließlich aus Spenden finanziert. Wenn Sie uns unterstützen möchten, nutzen Sie bitte das folgende Bankkonto unter der Angabe des Stichwortes „Kuppeln“:

Russ-Orthodoxe Kirche DRESDNER BANK (BLZ 200 800 00)
Konto № 0930 111 200.

Selbstverständlich stellen wir Ihnen für jede Spende eine Bescheinigung für das Finanzamt aus.

Vielen Dank!

Ikone der Gottesmutter „Nicht zu leerender Kelch“

26.12.2006 | Thema: Ikonen |


Das heilige Bild tauchte im Jahr 1878 auf. Ein Bauer, ein ehemaliger Soldat, war dem Alkohol verfallen. Er vertrank alles, was er hatte und bald war er total verarmt. Seine Beine waren durch den Alkoholmissbrauch gelähmt. Im Schlaf erschien ihm ein Greis und befahl ihm, nach Serpuchow ins Kloster der Gottesmutter zu gehen, wo sich die Ikone der Gottesmutter „Nicht zu leerender Kelch“ befände.
Ohne Geld, mit gelähmten Beinen, auf allen Vieren erreichte er das Kloster. Aber als er dort von seinem Traum erzählte, stellte sich heraus, dass niemand eine solche Ikone kannte. Man überlegte, ob es die Ikone sein könnte, die in der Sakristei hing. Auf ihrer Rückseite stand tatsächlich geschrieben. „Nicht zu leerender Kelch“ und unter den Mönchen erkannte der Bauer den Starzen, der ihm im Schlaf erschienen war. Aus Serpuchow kehrte der Bauer geheilt nach Hause zurück und die Berichte von diesem Wunder breiteten sich schnell über ganz Russland aus.

Heiliger Johannes von Kronstadt

6.12.2006 | Thema: Ikonen |

Der heilige Johannes wurde am 19. Oktober 1829 in der Familie eines armen Kirchendieners in der Provinz Archangelsk geboren. Er studierte an der Geistlichen Akademie in St. Petersburg und wurde zum Priester in Kronstadt ernannt, wo er mehr als 50 Jahre diente.
Dieser Gemeindepriester vermochte das geistliche Feuer, das in seiner Seele brannte, nicht nur in Kronstadt, sondern in ganz Russland zu entfachen. Nicht umsonst nannte man ihn schon zu Lebzeiten „Priester von ganz Russland“. Durch seine Gebete wurden viele Menschen an Leib und Seele geheilt. Zu ihm kamen nicht nur orthodoxe Gläubige, sondern Menschen der unterschiedlichsten Religionen und er war offen für alle und half jedem.
Er wurde als ein Prophet bezeichnet, wie Gott ihn manchmal den Menschen vor einer schweren Prüfung schickt. Er selbst erlebte die Schrecken der Oktoberrevolution nicht mehr, er starb im Jahre 1908. Aber er spürte das heraufziehende Unheil und sagte viel von dem voraus, was geschehen sollte.
In unserer Kirche finden regelmäßig Gebete zum Heiligen Johannes von Kronstadt statt.
Sein Festtag ist der zweite Januar ( 20. Dez.)

Der Heilige apostelgleiche Abtbischof Rupertus von Salzburg

4.10.2006 | Thema: Lektüre, Tagebuch |


Der heilige, apostelgleiche Abtbischof und Bekenner Rupertus von SalzburgGedächtnistag 27.März, 24, September

Der hl. Bischof Rupertus gilt als der erste rechtgläubige Missionar des jungen Volkesder Baiern. Das Volk der Baiern entstand aus verschiedenen Völkergruppen, derMehrzahl nach wahrscheinlich Thüringern und Langobarden, die im Jahre 531/32durch den arianischen Gotenkönig Theoderich, aus Südbömen in das heutige Bayernund Oberösterreich umgesiedelt wurden, um das seit der Abwanderung, eines großenTeiles, der römischen und romanischen Bevölkerung, auf Befehl Odoakers, 100 Jahrefrüher, für Italien strategisch wichtige Nordalpengebiet, wieder zu besiedeln. Bereits imJahre 538 erhielt der Frankenherzog Theudebalt, der sich gegen seine Onkel Childebertund Chlodachar durchgesetzt hatte, für einen formalen Beistandsvertrag mit Witigis,dem zweiten NachfolgerTheoderichs , sämtliche rätisch-norischen Provinzen undOberpannonien, wodurch das heutige Bayern und Oberösterreich unter fränkischeHerrschaft fielen. Um die neuerworbenen Gebiete so rasch wie möglich kulturell mitdem Frankenreich zu vereinen, wurden sicher schon damals, durch den fränkischenKönig Childebert I. Missionare nach Bayern entsandt, um das neu erworbene Land, imorthodoxen fränkischen Glauben zu missionieren. Die fränkische Kirche war damalsnoch ganz unabhängig von Rom. Die Leitung der fränkischen Kirche lag, seit der TaufeKönig Chlodwigs, allein in den Händen des fränkischen Königs, angefangen von derBestimmung der Grenzen der Kirchenprovinzen und Diozesen, über das Recht derEinsetzung von Bischofen, die Art der Ausbildung der Geistlichen, bis zur Entscheidungüber die Einberufung von Kirchensynoden. (mehr …)

Einiges über den russischen Mönch und seine mögliche Bedeutung

3.10.2006 | Thema: Lektüre, Tagebuch |

Aus den Gesprächen und Belehrungen des Staretz Sossima

Väter und Lehrer, was ist ein Mönch? In der aufgeklärten Welt wird dieses Wort heutzutage von einigen bereits mit Spott ausgesprochen, von manchen aber sogar schon als Schimpfwort gebraucht. Und je weiter, desto mehr. Es ist wahr, ja, leider ist es wahr, auch unter den Mönchen gibt es viele Tagediebe, Wollüstlinge, Liederliche und unver­schämte Herumtreiber. Auf diese weisen nun die gebildeten Weltleute hin, wenn sie sagen: »Ihr seid ja nur Faulenzer und unnütze Glieder der Gesellschaft, ihr lebt von fremder Arbeit und seid schamlose Bettler!« Indessen gibt es doch so viele unter den Mönchen, die fromm und demütig sind, die nur nach glühendem Gebet in der Stille und Zurückgezogenheit dürsten. Auf diese weist man viel seltener hin, ja, man übergeht sie sogar mit völligem Stillschweigen. Wie sehr aber wird man sich wundern, wenn ich sage, daß von diesen Sanften und nach verborgenem Gebet sich Sehnenden einmal vielleicht noch die Rettung des russischen Landes aus­gehen wird. Denn sie werden in der Stille wahrhaftig vor­bereitet sein „auf den Tag und die Stunde, auf den Monat und das Jahr“. In all ihrer Verlassenheit hüten und bewahren sie vorerst das Bild Christi herrlich und unentstellt in der Reinheit der Gotteswahrheit, wie es von den ältesten Vätern, Aposteln und Märtyrern überliefert ist, und wenn es not sein wird, werden sie es der erschütterten, schwankenden Wahrheit der Weltleute entgegenhalten. Das ist ein großer Gedanke. Im Osten wird dieser Stern aufgehen.

So denke ich über den Mönch, und sollte das wirklich falsch, sollte das wirklich anmaßend sein? Schaut doch nur hin auf die Weltlichen und auf die ganze übrige Welt, die sich über das Gottesvolk erhaben dünkt: ist denn dort die Vor­stellung von Gott und von seiner Wahrheit nicht entartet? Sie haben die Wissenschaft, aber in der Wissenschaft gibt es doch nur das, was den Sinnen zugänglich ist. Die geistige Welt dagegen, die höhere Hälfte des Menschseins, wird voll­kommen abgelehnt, ist sogar mit einem gewissen Triumph, ja, mit Haß ausgestoßen. Die Welt hat die Freiheit verkün­det, besonders in letzter Zeit, aber was sehen wir denn in dieser ihrer Freiheit? Nichts als Sklaverei und Selbstmord! Denn die Welt sagt: »Du hast Bedürfnisse, also befriedige sie auch, denn du hast ja dieselben Rechte wie die angesehen­sten und reichsten Leute. Scheue dich bloß nicht, sie zu be­friedigen, sondern vermehre sie lieber noch«, – das ist die gegenwärtige Lehre der Welt. Eben darin sehen sie die Frei­heit. Was aber ergibt sich als Folge aus diesem Recht auf Vermehrung der Bedürfnisse? Bei den Reichen Vereinsamung und geistiger Selbstmord, bei den Armen aber Neid und Tot­schlag, denn die Rechte hat man zwar gegeben, aber die Mittel zur Befriedigung der Bedürfnisse nicht überwiesen. Man versichert, die Welt werde sich je weiter desto mehr vereinigen, in eine brüderliche Gemeinschaft verwandeln da­durch, daß man die Entfernungen verkürzt, die Gedanken durch die Luft übermittelt. O, traut nicht einer solchen Ver­einigung der Menschen! Wenn sie unter Freiheit die Ver­mehrung und schnelle Befriedigung der Bedürfnisse verste­hen, verderben sie nur die eigene Natur, denn dadurch züchten sie in sich nur eine Menge sinnloser und dummer Wünsche, Gewohnheiten und albernster Einfälle. Sie leben nur noch um des gegenseitigen Neides willen und um der Wollust und Eitelkeit zu frönen. Gastmähler, Ausfahrten, Equipagen, Titel und sklavisch Dienstbeflissene zu haben – das wird schon für eine solche Notwendigkeit gehalten, daß man sogar sein Leben, seine Ehre und Menschenliebe opfert, nur um diese unentbehrlichen Bedürfnisse zu befriedigen, und man bringt sich um, wenn man sie nicht befriedigen kann. Auch bei denen, die nicht reich sind, sieht man das gleiche, bei den Armen aber werden die ungestillten Be­dürfnisse und der Neid vorläufig noch mit Trunksucht be­täubt. Bald aber werden sie sich, statt an Branntwein, an Blut betrinken, dazu treibt man sie ja hin. Nun frage ich euch: Ist denn ein solcher Mensch frei? Ich habe einen »Kämpfer für die Idee« gekannt, der mir selbst erzählte, er sei, als man ihm im Gefängnis den Tabak entzog, durch diese Entbehrung dermaßen gequält gewesen, daß er beinahe hingegangen und seine »Idee« für Tabak verraten hätte. Und doch redet so einer davon, daß er »für die Menschheit kämpfen gehe«. Nun, wohin und wie weit geht denn ein solcher und wessen ist er überhaupt fähig? Höchstens zu einer raschen Tat, aber ohne Ausdauer, ohne lange durchzuhalten. Und da ist es denn auch kein Wunder, daß sie, statt wahrhaft frei zu werden, nur in Sklaverei geraten, und statt der Bruderliebe und der Einigkeit der Menschheit zu dienen, im Gegenteil, der Absonderung und Vereinsamung verfallen, wie es schon in meiner Jugend mein geheimnisvoller Gast und Lehrer sagte. Deshalb erlischt aber auch in der Welt immer mehr der Gedanke des Dienstes an der Menschheit, der Brüder­lichkeit und Einheit der Menschen, und tatsächlich wird diesem Gedanken sogar schon mit Spott begegnet, denn wie sollte man wohl auf seine Gewohnheiten verzichten, und wo­hin käme denn damit jener Unfreie, der sich so daran gewöhnt hat, seine unzähligen Bedürfnisse zu befriedigen, die er sich selber eingeredet hat? Er ist ja bereits in der Vereinsamung, und was geht ihn noch das Ganze an! Erreicht hat man damit nichts anderes, als daß man an angesammelten Sachen wohl reicher, an Freuden aber ärmer geworden ist.

Etwas ganz anderes ist es mit dem Wege des Mönchs. Man lacht zwar über Gehorsam, Fasten und Gebet, dabei aber ist doch nur mit ihnen der Weg zur echten, wirklichen Freiheit möglich: indem ich die überflüssigen und unnötigen Bedürf­nisse abstoße, meinen selbstsüchtigen und stolzen Willen durch Gehorsam zähme und geißle, erreiche ich mit Gottes Hilfe eben dadurch die Freiheit des Geistes und mit ihr auch die geistige Heiterkeit! Wer wird nun von ihnen fähiger sein, einen großen Gedanken aufzuheben und ihm dienen zu gehen – der vereinsamte Reiche, oder dieser von der Tyrannei der Sachen und Gewohnheiten Befreite? Man pflegt dem Mönch sein Einsiedlerleben vorzuwerfen: »Du hast dich zurück­gezogen, um in Klostermauern dich selbst zu retten; das brüderliche Dienen der Menschheit aber hast du vergessen.« Aber sehen wir doch erst einmal zu, wer sich mehr um die Bruderliebe müht? Denn die Vereinsamung herrscht nicht bei uns, sondern bei ihnen, sie sehen es nur nicht. Von uns aber sind ja schon von alters her die Helfer des Volkes und Voll­bringer hervorgegangen, warum sollte das nicht auch jetzt noch geschehen können? Es werden dieselben demütigen Faster und frommen Schweiger sich erheben und zur großen Tat schreiten. Vom Volke wird Rußlands Rettung ausgehen. Das russische Kloster aber hat es von alters her mit dem Volk gehalten. Wenn aber das Volk vereinsamt ist, dann sind auch wir vereinsamt. Das Volk glaubt in unserer Weise, und ein nichtgläubiger Staatsmann wird bei uns in Rußland nichts ausrichten, mag er noch so aufrichtigen Herzens und genialen Geistes sein. Vergeßt das nicht! Das Volk wird auch dem Atheisten standhalten und ihn überwinden und es wird ein einhelliges rechtgläubiges Rußland sein. Behütet also das Volk und beschützt sein Herz. Erzieht es in der Stille. Dies ist eure mönchische große Aufgabe und Sendung, denn dieses Volk ist das Gotträgervolk.

Die Brüder Karamasow von Fjodor M. Dostojewski

Kann man Richter sein über seinesgleichen?

2.10.2006 | Thema: Lektüre, Tagebuch |

Über den Glauben bis ans Ende

Denke vor allem daran, daß du niemandes Richter zu sein vermagst. Denn es kann auf Erden niemand Richter sein über einen Verbrecher, bevor nicht der Richter selber erkannt hat, daß er genau so ein Verbrecher ist wie der, der vor ihm steht, und daß gerade er an dem Verbrechen des vor ihm Stehenden vielleicht mehr als alle anderen auch die Schuld trägt. Wenn er aber das erkannt hat, dann kann er auch Richter sein. Wie unsinnig dies auch erscheinen mag, so ist es doch die Wahrheit. Denn wenn ich selbst gerecht wäre, würde es vielleicht auch den Verbrecher nicht geben. Vermagst du aber das Verbrechen des vor dir stehenden und von deinem Herzen verurteilten Verbrechers auf dich zu nehmen, so tue das ungesäumt, nimm es auf dich und leide selber an seiner Statt, ihn aber entlasse ohne Vorwurf. Und selbst wenn das Gesetz dich zum Richter über ihn be­stellt, so wirke doch auch dann in diesem Geiste, denn er wird weggehen und sich selbst noch viel bitterer verurteilen als dein Urteil es tun könnte. Sollte er aber mit deinem Kuß ungerührt davongehen, womöglich noch lachend und spot­tend über dich, so lasse dich auch dadurch nicht irremachen: es bedeutet nur, daß seine Stunde noch nicht gekommen ist; aber sie wird noch kommen zu ihrer Zeit. Und sollte sie für ihn auch nie kommen, so ist das doch nebensächlich: wenn nicht er, so wird ein anderer an seiner Statt zur Er­kenntnis gelangen und leiden, sich selbst richten und schul­dig sprechen, und die Wahrheit wird dann anerkannt sein. Glaube daran, glaube unverbrüchlich daran, denn in eben diesem liegt ja die ganze Zuversicht und der ganze Glaube der Heiligen.

Wirke unermüdlich. Wenn dir etwas noch spät abends einfällt, schon im Einschlafen, und du dir sagst: »Ich habe nicht getan, was hätte getan werden sollen«, so erhebe dich ungesäumt und tue es. Wenn du ringsum von boshaften und gefühllosen Menschen umgeben bist, die nicht auf dich hören wollen, so falle vor ihnen nieder und bitte sie um Vergebung, denn wahrlich bist auch du schuld daran, daß sie nicht auf dich hören wollen. Wenn es aber schon so weit ist, daß du mit den Verbitterten nicht mehr reden kannst, so diene ihnen schweigend und in Erniedrigung, ohne je­mals die Hoffnung aufzugeben. Wenn aber alle dich ver­lassen, oder sogar dich mit Gewalt hinausjagen, und du dann ganz allein dastehst, so falle zur Erde nieder und küsse sie, netze sie mit deinen Tränen, und die Erde wird aus deinen Tränen Frucht erstehen lassen, obschon dich niemand gesehen und gehört hat in deiner Einsamkeit. Glaube bis ans Ende, selbst wenn es geschehen sollte, daß alle Welt ab­trünnig würde und nur du allein gläubig bliebest; bringe auch dann dem Herrn dein Opfer dar und preise ihn, du, der einzige Übriggebliebene. Und wenn sich dann noch so einer zu dir gesellt, – dann ist das ja schon die ganze Welt, die Welt der pulsierenden Liebe: umarmt einander in Er­griffenheit und lobet den Herrn, denn so hat sich doch, und wäre es auch nur in euch beiden, das Wort des Höchsten erfüllt.

Wenn du nun selbst sündigst und zu Tode betrübt bist wegen deiner Sünden oder wegen deines einzelnen plötz­lichen Sündenfalls, so freue dich über den anderen, freue dich über den Gerechten, freue dich, daß, wenn du auch sündigtest, er dafür standhaft blieb und nicht der Sünde verfiel.

Wenn aber die Ruchlosigkeit der Menschen dich bis zum Zorn empört und mit bereits unüberwindlichem Gram er­füllt, ja, dich sogar bis zum Rachedurst an den Frevlern auf­wühlt, so fürchte mehr als alles andere diese Regung; gehe dann sofort und suche dir Qualen, als wärest du selber schuld an dieser Ruchlosigkeit der Menschen. Nimm diese Qualen auf dich und halte sie aus, und dein Herz wird zur Ruhe kommen und du wirst begreifen, daß du auch selber schuldig bist, denn du hättest ja den Missetätern leuchten können, sei es auch nur als einziger Sündenloser, und hast es nicht getan. Wenn du aber so geleuchtet hättest, dann hättest du mit deinem Licht auch anderen den Weg erhellt, und jener, der die Missetat beging, würde sie bei deinem Licht vielleicht gar nicht begangen haben. Und selbst wenn du geleuchtet hättest und dennoch sehen müßtest, daß die Menschen sich nicht einmal bei deinem Licht retten wollen, so bleibe trotzdem fest und zweifle nicht an der Kraft des himmlischen Lichtes; glaube daran, daß sie, wenn sie sich jetzt nicht der Rettung zuwandten, sich später retten wer­den. Oder wenn auch später nicht, so werden es doch ihre Nachkommen tun, denn dein Licht wird nicht sterben, selbst wenn du schon gestorben sein wirst. Der Gerechte ist sterblich und geht dahin, sein Licht jedoch bleibt. Es ist nun einmal so, daß man sich immer erst nach dem Tode des Retters der Rettung zuzuwenden beginnt. Das Menschen­geschlecht pflegt seine Propheten nicht anzuerkennen und sie umzubringen, aber die Menschen lieben ihre Märtyrer und verehren die, die sie marternd umbrachten. Du aber arbeitest für das Ganze, wirkst für das Kommende. Beloh­nung aber suche du nie, denn ohnehin ist dein Lohn schon groß hier auf Erden: diese deine geistige Freude, die nur der Gerechte erwirbt. Fürchte weder die Vornehmen noch die Mächtigen dieser Welt, aber sei weise und immer voll An­stand. Lerne Maß halten, lerne abwarten, übe dich darin. Wenn du in der Einsamkeit verbleibst, so bete. Gib dich hin an die Erde, indem du niederfällst und sie küßt. Küsse die Erde und liebe sie ohne Unterlaß und unersättlich, liebe alle, liebe alles, suche das Entzücken und die Ekstase der Liebe. Netze die Erde mit den Tränen deiner Freude und liebe diese deine Tränen und schäme dich nicht dieser Über­schwänglichkeit; laß sie dir teuer sein, denn sie ist eine Gnade Gottes, ist ein großes Geschenk, und wird ja auch nicht vielen zuteil, nur Auserwählten.

Die Brüder Karamasow von Fjodor M. Dostojewski

St.Spiridon – der Schutzpatron Korfus

13.05.2006 | Thema: Lektüre, Tagebuch |

Der Schutzpatron Korfus liegt in einem besonderen Raum der Kirche, aufgebahrt in einem Sarg. Nachzulesen ist, dass St.Spiridon etwa um 350 starb und drei Jahrhunderte ungestört ruhte. Die Gebeine brachte man angeblich in den Satteltaschen eines Esels nach Korfu, um den ehemaligen Bischof von Tremithous in Sicherheit vor den Osmanen zu bringen. Von den Korfioten wird der Schutzheilige liebevoll „Spiro“ genannt, und auf ihn lassen Sie nichts kommen. Nicht umsonst ist „Spiro“ der häufigste Jungenname auf der Insel. Viermal im Jahr wird der Heilige in einem Schrein durch die Straßen Korfus getragen, begleitet von einer großen Prozession (jedes Jahr seit ungefähr 500 Jahren)

Weiter:
http://www.debressing.com/reiseberichte/europa/griechenland/korfu1.htm

Athos – Heilige Berge : Links

12.05.2006 | Thema: Athos, Tagebuch |

http://www.emmet.de/hb_atho.htm
http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/reise/2001/05/30/
http://www.globetrotter-seiten.de/griechenland/grietexte/grie_athos.html
http://www.spiegel.de/reise/kurztrip/0,1518,221466,00.html
http://www.spiegel.de/reise/kurztrip/0,1518,221712,00.html


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