Russische Orthodoxe Kirche zu Hamburg

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Tagesbuch

Am 20. und 21. Juni 2020 stattete Erzbischof Tichon von Podolsk, Leiter der Diözese Berlin-Deutschland, Hamburg einen erzpastoralen Besuch ab

26.06.2020 | Thema: Tagebuch |

Auf Russisch

Am 20. und 21. Juni 2020 stattete Erzbischof Tichon von Podolsk, Leiter
der Diözese Berlin-Deutschland, Hamburg einen erzpastoralen Besuch ab.
Am 21. Juni, in der 2. Pfingstwoche, am Gedenktag aller Heiligen, die in
Russland heilig gesprochen wurden, leitete der regierende Erzbischof den
Gottesdienst in der Kirche des heiligen Johannes von Kronstadt. Am
Vorabend hielt Erzbischof Tichon hier die Vigilfeier.

Mit seiner Eminenz dienten der Kirchenvorsteher, Erzpriester Sergej
Baburin, Erzpriester Dionisy Idevain (Schwerin), Vater Gennady Sar
(Hamburg), Vater Johan Suchonyak (Hamburg), Vater Pavel Bobrov (Moskau) und Diakon Archil Chikvadze (Berlin).

Beim kleinen Einzug verkündete Erzbischof Tichon das Dekret Seiner
Heiligkeit Patriarch Kirill von Moskau und ganz Russland über die
Auszeichnung von Erzpriester Sergij Baburin zum Heiligen Osterfest mit
dem Recht, die Göttliche Liturgie mit geöffneten Türen bis zum
Cherubimhymnus zu zelebrieren.

Im großen Bittgebet wurde um die Bewahrung der Einheit der orthodoxen
Kirche und um die Befreiung von der todbringenden Epidemie gebetet.

Nach der Eucharistie wandte sich der regierende Bischof mit einem
erzpastoralen Wort an die Teilnehmer des Gottesdienstes:

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Am ersten Sonntag der Petrus-Fastenzeit feiert die Heilige Kirche das
Gedenken aller Heiligen, die in Russland heilig gesprochen wurden. Sie
hat diese Feier ins Leben gerufen, damit wir unsere heiligen Verwandten
ehren. Dank Ihrer Großtaten, Glaubensleistungen und christlichen
Frömmigkeit wurde unser irdisches Vaterland zur „Heiligen Rus´“. Einer
der Asketen der russischen Erde, der unserer Zeit nahe ist, ist der
Heilige Johannes, Priester von Kronstadt und Wundertäter, dessen
dreißigjährige Heiligsprechung wir in diesem Jahr begehen.
Wie lange wurde auf diese Heiligsprechung gewartet! Ungeachtet der
Drohungen, Verfolgungen, Verbote und Vertreibungen von Gläubigen wegen der Verehrung des allrussischen Vaters bewahrten die Kinder der Kirche Christi, die orthodoxen Christen, ihre Liebe zu Vater Johannes, und
spürten stets die Kraft seiner Gebete und erhielten, worum sie baten. Er
war und bleibt der Fürbitter all derer, die sich mit Glauben und
Hoffnung an ihn wenden, um Hilfe und Fürsprache.

Aber was zog all diese leidenden, vergessenen, wertlosen, dem Untergang
geweihten Menschen zu ihm hin? Worin unterschied er sich von anderen,
und was lag seinem priesterlichen Dienen zugrunde? Das Gebet, Brüder und Schwestern, Seine Gebete für die Nächsten. Er unterschied sich von
anderen durch seine Feinfühligkeit und sein Mitgefühl für den Kummer der
Menschen, der ihm im persönlichen Gespräch ausgedrückt wurde oder in
Briefen. Er empfand Mitgefühl mit denen, die sich an ihn wandten, und
verstand, dass er nur durch das Gebet zu Gott, dem Arzt der Seelen und
Körper, den Leidenden helfen konnte. Und deswegen betete er für alle
inbrünstig und flammend zu Gott, sowohl vor dem Altar, wenn er täglich
die Göttliche Messe hielt, als auch in der Stille seiner bescheidenen
Zelle.


„Scheue keine Mühe“, sagt Vater Johannes, „für das Herzensgebet, selbst
dann, wenn du den ganzen Tag gearbeitet hast. Vernachlässige es niemals
im heiligen Gebet, Dein ganzes Herz dem Herrn auszuschütten, denn siehe,
dies ist eine gottgefällige Tat.“ „Wenn du jemandes Fehler berichtigen
möchtest, dann denke nicht daran es mit eigenen Mitteln zu versuchen:
wir selbst verderben die Sache eher durch unsere Leidenschaften… „Legt
dem Herrn eure Sorgen auf“ (Psalm 54,23) und bete von ganzer Seele zu
Ihm, der „Herz und Leib“ (Psalm 7,10) prüft, damit Er selbst Herz und
Verstand des Menschen erleuchte. Wenn Er sieht, dass dein Gebet Liebe
atmet und von ganzem Herzen kommt, dann wird Er deinen Herzenswunsch sicherlich erfüllen, und du wirst schon bald eine Veränderung an dem Menschen wahrnehmen, für den du gebetet hast.


Der Apostel Jakobus, Brüder und Schwestern, schreibt in seinem Brief:
„Betet füreinander!“ (Jakobus 5,16). Einfache Worte, aber wie viel Sinn
liegt in diesem Aufruf, in diesen Worten! Denn das Gebet für die
Nächsten ist die wirksamste und direkteste Art der  christlichen Hilfe.
Alle anderen Werke der Barmherzigkeit sind wichtig, aber nichts geht
über die Bedeutung unseres Gebets füreinander. Und so spricht der Lehrer
des Gebets, der Kronstädter Hirte: „Um Vergebung der Sünden eines
anderen bete so, wie du um die Vergebung deiner eigenen Sünden betest …
und du wirst vom Herrn eine Fülle von geistigen Gaben erhalten, Gaben
des Heiligen Geistes, Der die Seele liebt, die sich für die Erlösung
einer anderen erwärmt.“

„Das Gebet für andere ist auch für den Betenden
selbst nützlich; es reinigt das Herz, festigt den Glauben und die
Hoffnung auf Gott und wärmt die Liebe zu Gott und dem Nächsten.“
Die Macht eines solchen Gebets füreinander ist groß, Brüder und
Schwestern. Es kann vor Gefahren schützen, und sich über die Grenzen des
irdischen Lebens hinaus erstrecken. Deshalb betet die Kirche auch für
das Schicksal ihrer verstorbenen Mitglieder. Wir, die wir zum
Gottesdienst in die Kirche kommen, tun gut daran, all derer zu gedenken,
die unser Gebet und unser Gedenken brauchen. Und ich muss daran
erinnern, dass man seinen Nächsten keine größere Wohltat tun kann, als
ihre Namen während der Heiligen Messe nennen zu lassen. Diese
Namensnennung lenkt die Göttliche Gnade auf sie, erleuchtet, schützt und
bewahrt sie vor Not und Schaden.


Es ist nötig beten zu lernen, Brüder und Schwestern, sich zum Gebet zu
zwingen. „Anfangs wird es schwierig sein“, warnt Vater Johannes, „aber
dann, je öfter wir uns dazu überwunden haben, desto leichter wird es. Es
ist notwendig für alle zu beten, wie für sich selbst, mit gleicher
Aufrichtigkeit und Wärme; man muss die Schwächen anderer für seine
eigenen Schwächen und Krankheiten halten, ihre geistige Unwissenheit,
Sünden, Leidenschaften, Versuchungen, Unglück und Sorgen für seine
eigenen Versuchungen, Unglück und Leiden halten. Ein solches Gebet wird
vom Himmlischen Vater mit großer Freude angenommen.“


Wenn wir jetzt gemeinsam den Heiligen und Gerechten Johannes von
Kronstadt, den Wundertäter und alle Heiligen, die auf russischer Erde
heilig gesprochen wurden, verehren, dann lassen sie uns eine Lektion für
uns selbst lernen dabei: Alle Heiligen haben sich Gott angenähert und
haben ihre Heiligkeit und christliche Vollkommenheit durch das Gebet
erreicht. Das Gebet hat die Heiligen in allem begleitet. Darum lasst uns
unsere Heiligen nachahmen und uns ihre heiligen Sitten und Gebräuche
aneignen. Lasst uns das Beten lernen. Wenn uns jemand darum bittet, für
ihn zu beten, werden wir es ihm nicht ausschlagen. Dann Erinnern wir uns
an den Lehrer des Gebets, Vater Johannes von Kronstadt, der es niemals
verweigert hat. Denn daran, Brüder und Schwestern, wie viel wir beten,
kann man merken, wie sehr wir Gott und einander lieben. Amen.“

Nach der Liturgie vollbrachte der Klerus die Verehrung vor den Ikonen
„Allerheiligen, in Russland heiliggesprochenen“, und des „Heiligen und
Gerechten Johannes von Kronstadt“, des „allrussischen Vaters“, dessen
Heiligsprechung in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert.


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