14.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Gleichermaßen zahlreich und vielfältig sind die Wege des hl. Geistes: Der Weg des aufrichtigen Glaubens, der Demut des Herzens, der aufrichtigen Liebe zu Gott und den Nächsten und dergleichen. Aber das ist gerade das Unglück, daß der ewige Menschenmörder uns all diese Wege auf jede Weise zu versperren sucht. Der gewöhnliche Weg zu Gott für uns Sünder, die sich von Gott in weite Ferne fortbegeben haben, ist der Weg des Leidens und bitterer Tränen. Sowohl die hl. Schrift wie die Erfahrung bestätigen, daß der Sünder, um Gott näher zu kommen, leiden, Tränen vergießen und weinen und sein zwiespältiges Herz ändern muß. „Nahet euch, leidet, weinet und klaget“ (Jak. 4, 9). Tränen haben die Kraft, die Unreinheit unseres Herzens reinzuwaschen, und die Leiden sind nötig, weil durch Leiden die sündhafte Breite des Herzens heilsam eingeengt wird, und in der Beengung des Herzens fließen die Tränen am leichtesten.
13.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Wer an Christus glaubt und sich mit Seinem Leib und Blut nährt, hat in sich das ewige Leben: und hier ist der Grund, warum jede Sünde große Schmerzen und Verwirrung im Herzen hervorruft. Diejenigen, die kein ewiges Leben in sich haben, trinken die Gesetzwidrigkeit wie Wasser und empfinden keine Schmerzen, weil sie kein ewiges Leben in ihren Herzen haben.
12.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Zahlreich und vielfältig sind die Wege, durch die der Teufel in unsere Seele einzieht und sie von Gott entfernt, mit seinem ganzen – finsteren, abscheuerregenden, mörderischen – Wesen sie bedrückt. Jede Regung der Leidenschaft ist ein Weg für ihn, und er läßt keine Gelegenheit vergehen, in die Seele einzudringen.
11.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Traue nicht deinem Leib, der dir während des Gebets mit Schwäche droht, er lügt. Beginnst du zu beten, so wirst du sehen, daß der Leib zu deinem ergebenen Diener wird. Das Gebet wird auch ihn beleben. Denke immer daran, daß der Leib trügerisch ist.
10.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Was für eine hochgestellte Persönlichkeit ist das – ein Priester? Ständig spricht er zum Herrn, und ständig antwortet der Herr auf seine Rede; sei es Amtshandlung, sei es Gebet, er richtet seine Rede an den Herrn; sei es Amtshandlung, sei es Gebet, es ist darin die Antwort des Herrn. Wie sollte sich beim Ansturm der Leidenschaften der Priester nicht daran erinnern, daß die Leidenschaften zu niedrig und unrein sind, besonders für ihn, um sie in sein Herz einzulassen, das immer von Jesus Christus allein vollständig erfüllt sein soll. Der Priester ist ein Engel, kein Mensch; alles Alltägliche muß er weit hinter sich lassen. O Herr Jesus! Mögen sich Deine Priester in Gerechtigkeit kleiden, mögen sie immer ihrer hohen Berufung gedenken, sich nicht in den Netzen der Welt und des Teufels verstricken, auf daß „die Sorge dieser Welt, die Verführung des Reichtums und die übrigen Begierden, die in ihr Herz eindringen“ (Mark. 4, 19) von ihren Herzen weichen.
9.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
„Ist die Seele nicht mehr als Speise?“ (Matth. 6,25)
Ach! Unermeßlich, unendlich viel mehr. In der Seele strahlt das Bild des unsichtbaren Gottes, des Schöpfers aller Dinge. Nicht nur Materielles, sondern meine Seele, mein Leben darf ich nicht schonen für den materiellen oder leiblichen, besonders aber den geistigen Nutzen des Bruders. Indem ich mit Liebe dem Nutzen des Bruders diene, diene ich damit Gott Selbst. Oh! Ich fühle mit dem
Herzen die hohe, große Wahrheit: „Was ihr einem dieser meiner kleinen Brüder getan habt, das habt ihr Mir getan“ (Matth. 25,40).
Warum ist es so? Weil, erstens, jeder Mensch Gottes Ebenbild ist und zweitens, weil Jesus Christus Gott und zugleich auch Mensch und Haupt des Leibes Seiner Kirche ist, – so dass wir Glieder Seines Leibes von Seinem Leib und Seinem Bein sind“ (Ephes. 5,30), d. h. wir sind Glieder Christi.
8.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Wenn ihr den Verfall eures Körpers in Krankheit seht, so murrt nicht gegen den Herrn, sondern sagt: „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, gepriesen sei der Name des Herrn!“ (Hiob 1, 21). Ihr habt euch daran gewöhnt, euren Körper als euer unantastbares Eigentum zu betrachten; dies ist aber zutiefst ungerechtfertigt, weil unser Körper Gottes Werk ist.
7.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Wie gut ist es, die Leidenschaften zu besiegen! Nach dem Sieg fühlt man eine solche Leichtigkeit im Herzen, Friede und die Größe des Geistes!
6.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Die Liebe macht das Herz ruhig und freudig weit, macht es lebendig, während der Haß es quälend verengt und beunruhigt. Wer andere haßt, der quält und tyrannisiert sich selbst – der ist der Dümmste aller Dummen.
5.05.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
„Wir sind alle mit einem Geist getränkt“ Siehst du, der Geist Gottes (I. Kor. 12,13) umgibt uns wie Wasser oder Luft von allen Seiten. „Der Geist des Herrn erfüllt die Welt“. (Weish. Salom. 1,7)
„Der Glaube wird uns durch Gottes Geist gegeben, einem anderen der Glaube durch denselben Geist“. (I. Kor. 12,9), sagt der Apostel „Die Liebe Gottes wird in unsere Herzen gegossen durch den Hl. Geist“, wie derselbe Apostel sagt. (Röm. 5,5)