19.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Unsere Kraft, unsere Seele ist unsichtbar; in den Tieren ist die Seele auch unsichtbar; ebenso in den Pflanzen ihre Kraft, ihr Leben; die gesamte stoffliche Welt existiert und bewegt sich durch eine unsichtbare Kraft (die Naturgesetze). In den Orten der Höhe gibt es die himmlischen Mächte, die rein sind und jeder Stofflichkeit fremd. Alles Himmlische und Irdische, in der Höhe und in der Tiefe, geht auf eine allmächtige Kraft zurück, Welche jegliche Kraft im Himmel und auf Erden hervorgebracht hat. So preise jene Macht die in Drei Personen Eine Macht – des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Die Erdgeborenen mögen sie vor allem preisen als die alles verbindende Macht der Liebe, welche überall Leben und Seligkeit verbreitet.
18.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Wir sollen unser Leben für den Herrn und den Nächsten einsetzen und es nicht schonen. Uns aber tun sogar Speise, Trank, Kleidung, Wohnung, Geld, Bücher und andere Dinge, dieser irdische Staub, leid. Unser hinterhältiges und böses Fleisch sucht den geringsten Vorwand zur Eigenliebe, Gier und Aneignung.
17.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Je sicherer und wirksamer ein Mittel ist, uns mit Gott zu verbinden (Gebet und Reue), um so mehr zerstörerische Handlungen richtet Gottes und unser Feind gegen sie, der dafür alles anwendet: Unseren zur Trägheit neigenden Leib, die Schwäche der Seele, ihre Bindung an irdische Güter und Sorgen, den allen so vertrauten Zweifel, Kleingläubigkeit, Unglauben, schmutzige, listige und lästerliche Gedanken, Bedrückung des Herzens, Verfinsterung des Denkens – dieses alles wird gewöhnlich durch die Einwirkung des Feindes bei den Unaufmerksamen darauf gerichtet, daß sie im Gebet steckenbleiben, dieser Leiter, die uns zu Gott emporführt. Deshalb gibt es sehr wenig aufrichtige, eifrige Beter; deshalb fasten, beichten und kommunizieren die Christen sehr selten; vielleicht würden sie nicht halb so oft das Abendmahl nehmen, wenn nicht ein staatliches Gesetz für alle jährliche Beichte und Kommunion anordnete. Die Erfahrenen wissen all dies.
16.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Mit den Worten im Herzen: „Alles ist möglich dem, der glaubt“ (Markus 9,23) strebe nach allem Guten und Lobenswerten: habe immer Glauben, welches gute Werk du auch immer zu tun beabsichtigst. Bewahre auf jede Weise die Einfachheit des Herzens, die Einfachheit des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, der Sanftmut, der Demut, der Friedfertigkeit ohne Bosheit. Jedes Gut ist von Gott und Gott ist für uns jedes Gut, das ist die Einfachheit des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe.
15.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Wir bemerken in uns den Kampf des Glaubens mit dem Unglauben, der guten Macht mit der bösen, in der Welt aber – des kirchlichen Geistes mit dem Geist der Welt. Dort könnt ihr nach dem Geiste deutlich zwei entgegengesetzte Seiten unterscheiden: Die Seite des Lichtes und die Seite der Finsternis, des Guten und des Bösen, der Kirchlichkeit, der Religiosität und der Weltlichkeit, des Unglaubens. Wißt ihr, woher das rührt? – Von dem Kampf zweier entgegengesetzter Kräfte: Der Kraft Gottes und der Kraft des Teufels. Der Herr wirkt in den Ihm ergebenen Söhnen, der Teufel – in den Kindern der Widersetzlichkeit („Der Geist, der jetzt wirkt in den Kindern der Widersetzlichkeit“ (Eph. 2, 2.) Auch ich spüre in mir nicht selten den Kampf der beiden entgegengesetzten Kräfte. Wenn ich mich zum Gebet erhebe, so bedrückt mich manchmal quälend die böse Macht und belastet mein Herz, damit es sich nicht zu Gott erheben kann.
14.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Hängst du vielleicht nicht zur Verschönerung deiner Wohnung, wie ein schönes Möbelstück, als Schmack bei dir im Hause reich geschmückte, schön gemalte Ikonen auf? Ohne Beziehung zu ihnen im Glauben des Herzens, in Liebe und Ehrfurcht, die gegenüber einem Heiligtum angebracht ist? Frage dein Herz, ob es nicht so ist, Die Ikonen im Hause, oder in der Kirche sind nicht da zum Anschauen, sondern zum Beten, zur Verehrung, zur Erbauung. Die Angesichter der Heiligen sollen unsere häuslichen und kirchlichen Lehrer sein. Lies ihre Lebensbeschreibung und präge sie in dein Herz ein. Ja, bemühe dich auch selbst, dich ihrem Leben anzugleichen.
13.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Jeder gute Gedanke setzt ein gutes höheres Prinzip in uns voraus, das in Weihe unsere Seele belehrt. Das ist offensichtlich dadurch, daß in uns alles Gute sich gleichsam irgendwo verbirgt, und wir uns vergeblich bemühen, im Herzen das zu fassen, was vorher sein Besitz zu sein schien. Wie wahr sind die Worte des Apostels: „Was hast du, was du nicht empfangen hast? (Jeden guten Gedanken, alle natürlichen Gaben.) Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich als hättest du es nicht empfangen?“ (1. Kor. 4, 7).
12.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Die ihr in diesem Leben so angestrengt die Leiden des Körpers und die Betrübnisse der Seele vermeidet, die ihr so sehr euer Fleisch pflegt und die Seele verzärtelt: Warum sorgt ihr euch nicht darum, dem ewigen Feuer zu entgehen, das tausendmal grausamer ist als das irdische elementare Feuer, weshalb bemüht ihr euch nicht, der ewigen Betrübnis zu entgehen. Ihr Armen kehrt um, es wird wahrhaftig unerträglich sein.
11.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Die größte Gabe Gottes, derer wir am meisten bedürfen, und die wir auf unser Gebet hin sehr oft erhalten, ist der Friede des Herzens, wie der Erlöser sagt: „Kommet herbei zu Mir, alle Mühseligen und Beladenen, und Ich gebe euch Ruhe“ (Matth. 11, 28). So freut euch und schätzt euch reich und alles besitzend, wenn ihr Frieden erhalten habt.
10.12.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Jeder Mensch möge sich ständig dessen bewußt sein, daß er mit Leib und Seele Gott gehört und in allen seelischen und leiblichen Bedürfnissen in jedem Augenblick seines Daseins von Gott abhängt; an Ihn möge er sich deshalb immer wenden, wenn er etwas bedarf (sei es seelisch oder körperlich), wenn zum Beispiel sein seelisches oder körperliches Sein bedrängt ist, d. h. wenn ihn Betrübungen (seelische Krankheiten) oder Leidenschaften (körperliche Krankheiten) treffen, ebenso dann wenn ihn die Elemente durch ihre Unbeständigkeit bedrohen (Feuer, Wasser, Luft, Sturm), und wenn er sich etwas zu tun vornimmt. Möge er dann an den Einen Schöpfer denken, Der alles aus dem Nichts geschaffen hat und Seinen Geschöpfen verschiedenartige Kräfte gegeben hat, viele und verschiedenartige Dinge zu tun.