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Tagesbuch

Mein Leben in Christo. Das Wort 608

15.02.2011 | Thema: Mein Leben in Christo |

Das äußere Gebet vollzieht sich häufig auf Kosten des inneren, und das innere auf Kosten des äußeren, d. h. wenn ich mit dem Mund bete oder lese, so dringen viele Worte nicht zum Herzen, ich bin zwiespältig, heuchlerisch; mit dem Munde spreche ich das eine aus, im Herzen ist etwas anderes; der Mund spricht die Wahrheit, die Neigung des Herzens aber stimmt nicht überein mit den Worten des Gebets. Wenn ich aber im Inneren, im Herzen bete, dann wende ich dem Aussprechen der Wörter keine Aufmerksamkeit zu, sondern konzentriere die Aufmerksamkeit auf den Inhalt, auf ihre Bedeutung, indem ich das Herz allmählich an die Wahrheit gewöhne, und trete in dieselbe Verfassung des Geistes ein, in der die Worte des Gebets geschrieben sind, und gewöhne mich auf diese Weise allmählich daran, im Geist und in der Wahrheit zu beten, gemäß den Worten der ewigen Wahrheit: „Wer Gott anbetet, muß Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh. 4, 24). Wenn der Mensch laut äußerlich betet, kann er nicht immer allen Regungen des Herzens folgen, die dafür zu schnell sind, da er unumgänglich auf das Sprechen, auf die äußere Form des Wortes achten muß. Auf diese Weise bildet sich bei vielen Lesern, die hastig lesen, eine völlig verkehrte Form des Gebets: Mit dem Munde beten sie gleichsam, nach dem gesamten Erscheinungsbild siehst du sie wie Fromme vor dir, aber das Herz schläft und weiß nicht, wovon der Mund spricht. Man muß für sie beten, wie sie für uns beten; man muß dafür beten, daß ihre Worte ihr Herz erreichen und seine Wärme atmen. Sie beten für uns mit den Worten heiliger Menschen, und wir für sie.


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