{"id":745,"date":"2007-12-18T01:35:00","date_gmt":"2007-12-17T23:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/100-jahre-gnadenkirche-die-rede-von-erzbischof-feofan\/745.html"},"modified":"2014-09-09T11:38:31","modified_gmt":"2014-09-09T09:38:31","slug":"100-jahre-gnadenkirche-die-rede-von-erzbischof-feofan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/100-jahre-gnadenkirche-die-rede-von-erzbischof-feofan\/745.html","title":{"rendered":"100 Jahre Gnadenkirche. Die Rede von Erzbischof Feofan."},"content":{"rendered":"<p>Liebe Schwester in Christus, Frau Bisch\u00f6fin Maria Jepsen, Herr Generalkonsul der Russischen F\u00f6deration in Hamburg, liebe verehrte G\u00e4ste, liebe Schwestern und Br\u00fcder. <\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-content\/1701.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Am heutigen Tag, an dem die westlichen Kirchen beginnen, die Geburt Christi zu feiern, haben wir uns versammelt, um den Geburtstag der Gnadenkirche zu begehen, ihr einhundert-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Und um dem Gnadenbringer unsere gemeinsamen Worte der Dankbarkeit f\u00fcr diese herrliche Kirche im Namen vieler Generationen von Menschen empor zu senden, die in ihr geistlichen Trost finden. <\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n An dieser Kirche ist ein schwieriges Jahrhundert vorbeigezogen. Es war eines der tragischsten Jahrhunderte in der Geschichte der Menschheit. Und diese Kirche wurde prophetisch geweiht mit einem wundervollen Namen, weil sie in dieser schwierigen Zeit viele Generationen leidender Menschen getr\u00f6stet hat, die hier Gottes Barmherzigkeit suchten.<br \/>\n F\u00fcr die Russisch-orthodoxe Kirche ist die Erwerbung dieser Kirche auch ein sichtbares Zeichen der Barmherzigkeit Gottes. Das Wunder der Erwerbung ihres eigenen Hauses wurde f\u00fcr die zahlreiche Hamburger Gemeinde m\u00f6glich dank der langj\u00e4hrigen guten Beziehungen zwischen der Evangelischen Kirche Deutschlands und der Orthodoxen Kirche in Russland. Es ist bekannt, dass das Nordelbische Bistum der Evangelischen Kirche hilft, das orthodoxe Kloster in Tervenitch bei Sankt-Petersburg  wiedererstehen zu lassen; zu einer wichtigen christlichen Aktion der Evangelischen Kirche wurde der Nachtbus in Sankt-Petersburg, in dem jeder Bed\u00fcrftige Zuspruch und Essen bekommen kann. Diese Kirche, in der wir uns befinden, ist eine Frucht des br\u00fcderlichen Verh\u00e4ltnisses zwischen den beiden Kirchen. Die Gemeinde kaufte das Grundst\u00fcck, auf dem die Kirche steht, von der Stadt Hamburg, aber das Kirchengeb\u00e4ude wurde ihr f\u00fcr den symbolischen Preis von einem Euro \u00fcbergeben. Die Gemeinde ist mit dem erhaltenen Geschenk sehr verantwortungsvoll umgegangen und hat in diesem kurzen Zeitraum eine grundlegende Renovierung  des Geb\u00e4udes durchf\u00fchren lassen. Die Kirche ist in der Tradition der Orthodoxen Kirche ausgeschm\u00fcckt, es wurden eine Kuppel und f\u00fcnf goldene Kreuze aufgestellt.    Eine Ikonostase wurde errichtet. Um die Innengestaltung des Geb\u00e4udes zu bewahren wurde entschieden, keine neue Ikonostase zu errichten, sondern sie auf der Wand auszuf\u00fchren, welche nach dem Projekt des Architekten Lorenzo zentrales Element der Kirche ist. Die Ikonostase ist in der alten Technik der nassen Fresken auf dieser Wand ausgef\u00fchrt. Das Fresko selbst ist in der Tradition der romanischen Kunst ausgestaltet . Eine besondere Bedeutung  wird hier den deutschst\u00e4mmigen Heiligen zugewiesen. An erster Stelle ist der heilige Ansgar von Hamburg hervorzuheben, der Apostel Skandinaviens und Begr\u00fcnder Hamburgs. Die Heiligen der ungeteilten Kirche Christi \u2013 so wie den heiligen Ansgar \u2013 nehmen wir wahr als F\u00fcrbeter der Einheit aller christlichen Kirchen.  Das Beispiel ihres Lebens ist uns Antwort auf die Frage, wie der Dialog zu f\u00fchren ist und wie wir uns einander ann\u00e4hern k\u00f6nnen. Der selbstlose Dienst an Christus, ein Leben nach dem Evangelium und die Bereitschaft zu einem apostolischen Bekenntnis des eigenen Glaubens \u2013 wenn wir uns auf dieses Fundament stellen, k\u00f6nnen wir dieselbe Sprache sprechen und einander vollkommen verstehen.<br \/>\nAuf unserem Fresko sehen Sie au\u00dferdem den heiligen Prokopij von Ustjug \u2013 einen hanseatischen Kaufmann, der aus L\u00fcbeck stammte. Er nahm im 13. Jahrhundert in Novgorod den russisch-orthodoxen Glauben an, der ihm zu verstehen half, dass der unverg\u00e4ngliche Reichtum der menschlichen Seele  hoch \u00fcber dem verg\u00e4nglichen Strahlen materieller Pracht steht. Und die heilige Elisabeth \u2013 eine deutsche Prinzessin, Schwester der letzten russischen Zarin. Diese Frau hat ihre zweite Heimat und deren einfaches, aufrichtiges Volk so geliebt, dass sie zu einer orthodoxen Nonne und M\u00e4rtyrerin in Christi wurde.<br \/>\nWir glauben, dass diese Heiligen auch den Russen, die in Deutschland leben, helfen, dieses Land, seine gro\u00dfe Kultur und das gastfreundliche deutsche Volk aufrichtig zu lieben.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen allen, liebe Br\u00fcder und Schwestern, Gottes Barmherzigkeit und einen  Abend voller Freude. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Schwester in Christus, Frau Bisch\u00f6fin Maria Jepsen, Herr Generalkonsul der Russischen F\u00f6deration in Hamburg, liebe verehrte G\u00e4ste, liebe Schwestern und Br\u00fcder. Am heutigen Tag, an dem die westlichen Kirchen beginnen, die Geburt Christi zu feiern, haben wir uns versammelt, um den Geburtstag der Gnadenkirche zu begehen, ihr einhundert-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. 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