{"id":738,"date":"2007-02-21T00:20:41","date_gmt":"2007-02-20T22:20:41","guid":{"rendered":"http:\/\/hamburg-hram.de\/de\/predigt\/predigt-am-tage-der-einfuhrung-der-allgepriesenen-jungfrau-maria-in-den-tempel\/738.html"},"modified":"2007-03-06T20:42:08","modified_gmt":"2007-03-06T18:42:08","slug":"predigt-am-tage-der-einfuhrung-der-allgepriesenen-jungfrau-maria-in-den-tempel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/predigt\/predigt-am-tage-der-einfuhrung-der-allgepriesenen-jungfrau-maria-in-den-tempel\/738.html","title":{"rendered":"Predigt am Tage der Einf\u00fchrung der Allgepriesenen Jungfrau Maria in den Tempel"},"content":{"rendered":"<h1>Hl. Ioann von Kronstadt<\/h1>\n<p style=\"text-align:right;\">Die Engel, die den Einzug der Allreinen sahen, staunten, <br \/>wie die Jungfrau in das Allerheiligste einging<br \/>\n(Gesang zur 9. Ode des Kanons)<\/p>\n<p>Heute feiern wir, geliebte Br\u00fcder und Schwestern, zwei Feste: Die Auferstehung Christi und die Einf\u00fchrung der Allheiligen Gottesgeb\u00e4rerin in den Tempel; das eine Fest findet allw\u00f6chentlich statt, das andere einmal im Jahr; das eine ist ein Herrenfest, das andere ein Gottesmutterfest. Gegenstand unserer Ansprache wird das Fest der Gottesgeb\u00e4rerin sein.<\/p>\n<p>Beim Gedenken an das heilige Ereignis, das die hl. Kirche jetzt feierlich begeht, soll unser ganzes Wesen von Freude und Zittern durchdrungen sein. Denn woran denken und was feiern wir jetzt? &#8211; Die Einf\u00fchrung des dreij\u00e4hrigen M\u00e4dchens, der allgepriesenen Jungfrau Maria, in den Tempel Gottes, damit sie im Allerheiligsten zum Herrn hin erzogen, d.h. zu einer Wohnung Gottes bereitet werde. 0 unaussprechliche Freude! Denn der Herr Selbst m\u00f6chte durch das junge, zuvor durch den Hl. Geist gereinigte M\u00e4dchen in die allerengste Verbindung mit den Menschen treten und auf sie seine unerme\u00dflich gro\u00dfen G\u00fcter ergie\u00dfen, die alles Verstehen \u00fcberschreiten, n\u00e4mlich: die menschliche Armut bereichern mit der Gottheit, unsere Nacktheit bekleiden, das Gestaltlose ansehnlich machen, das Unreine reinigen, das Finstere erleuchten, das Verg\u00e4ngliche erneuern, das Schwache stark machen. Aber mit der Freude vereint sich unwillk\u00fcrlich auch Zittern. Denn Gott, der Anfangslose, Gro\u00dfe, Unzug\u00e4ngliche und selbst f\u00fcr die Engel Furchtbare, tritt ein in allerengste Gemeinschaft mit der schwachen menschlichen Natur, der Allerheiligste mit den S\u00fcndern, wenn auch durch Bu\u00dfe gereinigten. Und so la\u00dft uns dem Herrn begegnen, der zur Vereinigung mit unserer verg\u00e4nglichen Natur kommt, la\u00dft uns Ihm mit Freude und Zittern begegnen, mit Freude wegen der Gr\u00f6\u00dfe der Wohltaten Gottes, mit Zittern wegen unserer S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Zur Ehre und Verherrlichung der allgesegneten Mutter Gottes und zu unserer Erbauung wollen wir davon sprechen, wie sich Ihre Einf\u00fchrung in den Tempel vollzog und danach von der hohen Bedeutung des Tempels f\u00fcr uns und davon, da\u00df wir selbst Tempel Gottes werden sollen. Bekanntlich wurde die allheilige Jungfrau Maria von unfruchtbaren Eltern, Joachim und Anna, geboren, die, schon alt, sich von Gott in inst\u00e4ndigem Gebet diese \u00fcberaus gepriesene Tochter erbaten und dabei das Gel\u00fcbde ablegten, ihr Kind Gott zu weihen. Und nun, als die Allheilige Jungfrau drei Jahre alt wurde, haben Ihre gerechten Eltern ihr Gel\u00f6bnis erf\u00fcllt, das sie Gott gegeben hatten und Sie feierlich in den Jerusalemer Tempel eingef\u00fchrt. Die alten V\u00e4ter der Kirche, die die Einf\u00fchrung der Gottesgeb\u00e4rerin besungen haben, erz\u00e4hlen in den heiligen Ges\u00e4ngen, wie die hll. Joachim und Anna in Nazareth ihre Verwandten und Freunde versammelten. Die jungen M\u00e4dchen gingen mit Kerzen in den H\u00e4nden dem hl. M\u00e4dchen voran; Sie selbst f\u00fchrten Ihre Eltern, und ihnen folgten Freunde und Verwandte. Auf diese Weise gingen sie von Nazareth bis zum Jerusalemer Tempel. Der Hohepriester Zacharias und die Priester, die im Tempel dienten, begegneten ihnen mit Gebeten und Gesang. Die hl. Jungfrau wurde auf die erste Stufe der Freitreppe der Kirche gestellt und ging zur Verwunderung aller Anwesenden, von niemand gest\u00fctzt, fest die 15 Stufen herauf und blieb erst auf der obersten stehen. Der Hohepriester f\u00fchrte das allreine M\u00e4dchen ins Allerheiligste, in das allein der Hohepriester nur einmal im Jahre hineinging. Die Mutter Gottes wurde nach den Worten der Kirche in den Tempel des Gesetzes eingef\u00fchrt als beseelter Tempel des gro\u00dfen K\u00f6nigs. Die gerechten Eltern brachten Gott Gaben und Opfer dar und kehrten dann, nachdem sie den Segen der Priester empfangen hatten, mit ihren Verwandten nach Nazareth zur\u00fcck. Die hl. Jungfrau Maria wohnte beim Tempel. Dort lebten in gesonderten R\u00e4umen junge M\u00e4dchen, die Gott geweiht waren, auch Witwen, die im Tempel dienten, \u00e4hnlich wie die Prophetin Hanna. Hier lebten auch Pilger und Fremdlinge. Ihnen schlo\u00df sich die hl. Anna, die Mutter der Gottesgeb\u00e4rerin, an, als sie bald nach der Einf\u00fchrung der allheiligen Jungfrau [in den Tempel] verwitwete; aber sie lebte nicht lange mit ihrer allheiligen Tochter; bald nach ihrem Mann \u00fcbergab sie ihren Geist an Gott.<\/p>\n<p>Die heilige Jungfrau wurde unter der Aufsicht \u00e4lterer frommer Jungfrauen erzogen, die erfahren waren in der Hl. Schrift und in Handarbeiten. Sie arbeitete unaufh\u00f6rlich, betete h\u00e4ufig, liebte die Lekt\u00fcre der Heiligen Schrift. So wurde sie vorbereitet auf ihre hohe Bestimmung. Die Kirche nennt sie die \u00fcberaus sch\u00f6ne Morgenr\u00f6te, aus der die Sonne der Gerechtigkeit leuchtete. G\u00e4nzlich heiligte, wie ein heiliger Gesang sagt, Sie, die im Tempel war und mit himmlischer Nahrung ern\u00e4hrt wurde, der Allheilige Geist. Als die allreine Jungfrau in das Alter kam, in dem die Jungfrauen, die beim Tempel aufwuchsen, gew\u00f6hnlich in die Welt zur\u00fcckkehrten und in den Stand der Ehe traten, da wollten die Priester, da\u00df auch Sie so handelte. Aber die allreine Jungfrau offenbarte ihnen Ihren Wunsch, Sich Gott zu weihen und nicht in den Stand der Ehe zu treten. Da verlobten sie sie aufgrund einer Eingebung des Heiligen Geistes dem schon \u00e4lteren Joseph, einem Verwandten ihrer Eltern. Er wurde der Besch\u00fctzer der allreinen Jungfrau und ehrte das Gott gegebene Gel\u00f6bnis.<\/p>\n<p>Die Ikone der Einf\u00fchrung der Mutter Gottes in den Tempel zeigt das dreij\u00e4hrige heilige M\u00e4dchen, wie Es die Stufen zum Tempel hinaufgeht. Das soll uns vor allem den Wunsch eingeben, [unsere] Kinder h\u00e4ufiger in den Tempel Gottes zu f\u00fchren, sie von Kindheit an im Gebet und H\u00f6ren der HL Schrift zu unterweisen, damit auch sie in Fr\u00f6mmigkeit aufw\u00fcchsen und immer h\u00f6her stiegen auf den Stufen guter Werke und frommer Gedanken. Aber das heutige Fest lehrt uns auch alle auch, den Tempel Gottes hoch zu ehren und den Aufenthalt in ihm in Gebet Lobpreis und Danksagung zu lieben.<\/p>\n<p>Der Tempel ist ein irdischer Himmel. In ihm steht der Thron Gottes,** auf dem unsichtbar der K\u00f6nig der Herrlichkeit sitzt und unsere Anbetung, unsere Gebete, Tr\u00e4nen, Seufzer, Lob- und Dankopfer entgegennimmt; im Tempel sind unsere h\u00f6chsten, geistlichen, ewigen Interessen beschlossen. Von ihm geht die Reinigung, Heiligung und Erneuerung unserer Seelen und Leiber aus; hier flie\u00dft unaufh\u00f6rlich der Strom lebendigen Wassers, wird das Wort Gottes gelesen, werden die tr\u00f6stlichsten Wahrheiten verk\u00fcndigt, die Herz und Verstand n\u00e4hren und entz\u00fccken; hier werden s\u00fc\u00dfe, himmlische, die Seele ersch\u00fctternde Ges\u00e4nge gesungen; hier werden alle heilsamen und uns erneuernden Mysterien vollzogen; hier flie\u00dfen unaufh\u00f6rlich die lebenspendenden Str\u00f6me des Blutes des Herrn Jesus Christus, die in die, die sie empfangen, ihr wunderbares, g\u00f6ttliches Leben, Reinigung, Heiligung und Erneuerung eingie\u00dfen; hier werden die h\u00f6chsten kirchlichen und b\u00fcrgerlichen Feiern vollzogen, deren Gegenstand unser Heil und unsere Seligkeit in Gott sind oder das Wohlergehen und die Rettung des Vaterlandes oder seiner m\u00e4chtigen Gebieter von Elend und \u00dcbel; hier finden wir Trost in K\u00fcmmernissen, Licht in Zweifeln, Kraft in Krankheiten. Hier h\u00f6ren wir von den wunderbaren Glaubenstaten der heiligen, Gott wohlgef\u00e4lligen Diener und Freunde Gottes, unserer Beter vor Gott, und lernen, ihnen, unserer Kraft entsprechend, nachzueifern. Hier im Tempel erkennen wir die Eitelkeit und Nichtigkeit aller irdischen G\u00fcter und da\u00df einzig die Tugend niemals stirbt; hier f\u00fchlen wir uns schlie\u00dflich als Glieder des einen geistlichen Leibes der Kirche Christi und als Himmelsb\u00fcrger; hier erhalten wir einen Vorgeschmack der himmlischen Seligkeit. Wie kann man nach all dem den Tempel nicht lieben, diese Grenzlinie zwischen Erde und Himmel, diese himmlische Schule, in der wir f\u00fcr den Himmel, f\u00fcr Gott erzogen werden; dieses Spital, in dem unsere seelischen Leiden, S\u00fcnden und Leidenschaften geheilt werden; diese Quelle lebendigen Wassers, wo der reinste Strom des Lebens flie\u00dft? Der Tempel Gottes ist geweiht zur Wohnung Gottes und zum Ort des Vollzugs der \u00fcberhimmlischen Mysterien und des Gottesdienstes dazu, da\u00df wir aus uns selbst, aus unseren Herzen, einen nicht von Menschenhand geschaffenen Tempel Gottes bauen; denn nach dem Wort der Schrift ist der Christ ein Tempel Gottes; \u201eWisset ihr nicht, da\u00df ihr ein Tempel Gottes seid und der Heilige Geist in euch wohnt?&#8216; Ihr seid Kirchen des lebendigen Gottes&#8220;, sagt sie, wie geschrieben steht: \u201eIch wohne in ihnen und werde in sie eingehen, und werde ihr Gott sein und sie werden meine S\u00f6hne und T\u00f6chter sein, spricht der Herr, der Allm\u00e4chtige&#8220;.<\/p>\n<p>Und so erkennen wir schlie\u00dflich unsere hohe W\u00fcrde und Bestimmung, deren uns der Herr, unser Gott, gew\u00fcrdigt hat; la\u00dft uns uns selbst unaufh\u00f6rlich zu einer Wohnung Gottes heranziehen, uns durch Bu\u00dfe, \u201evon jedem Makel des Fleisches und der Seele reinigen und ein Heiligtum schaffen in der Furcht Gottes&#8220;. Amen.<\/p>\n<p>** Im Russischen bezeichnet \u043f\u0440\u0435\u0441\u0442\u043e\u043b sowohl den Thron als auch den Altar (Anm. des Ubers.)<\/p>\n<p>\u00dcbersetzung: Karl Christian Felmy<\/p>\n<p>(\u041f\u043e\u043b\u043d\u043e\u0435 \u0441\u043e\u0431\u0440\u0430\u043di\u0435 \u0421\u043e\u0447\u0438\u043d\u0435\u043di\u0439 \u043f\u0440\u043e\u0442\u043ei\u0435\u0440\u0435\u044f I\u043e\u0430\u043d\u043d\u0430 \u0418\u043b\u044c\u0438\u0447\u0430 \u0421\u0435\u0440\u0433i\u0435\u0432\u0430. \u0422.1 \u0421.-\u041f\u0435\u0442\u0435\u0440\u0431\u0443\u0440\u0433\u044a 1893, 423-428)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hl. Ioann von Kronstadt Die Engel, die den Einzug der Allreinen sahen, staunten, wie die Jungfrau in das Allerheiligste einging (Gesang zur 9. 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