{"id":737,"date":"2007-02-21T00:17:51","date_gmt":"2007-02-20T22:17:51","guid":{"rendered":"http:\/\/hamburg-hram.de\/de\/predigt\/predigt-uber-die-kommunion-der-heiligen-geheimnisse\/737.html"},"modified":"2007-02-22T23:25:32","modified_gmt":"2007-02-22T21:25:32","slug":"predigt-uber-die-kommunion-der-heiligen-geheimnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/predigt\/predigt-uber-die-kommunion-der-heiligen-geheimnisse\/737.html","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber die Kommunion der heiligen Geheimnisse"},"content":{"rendered":"<h1>Hl. Ioann von Kronstadt<\/h1>\n<p style=\"text-align: right;\">Nehmet den Leib Christi, kostet die unsterbliche Quelle<br \/>\n(Kommuniongesang).<\/p>\n<p>Vor Euch, du Herde, die du nach Christus hei\u00dft, befindet sich in diesem Kelch der g\u00f6ttliche Leib und das g\u00f6ttliche Blut unseres Herrn Jesus Christus und ihr habt euch durch Fasten und Beichte zum Empfang dieser heiligen unsterblichen und lebendigmachenden Geheimnisse vorbereitet. Um sie w\u00fcrdig zu empfangen, wird von einem jeden von euch verlangt:<\/p>\n<p>Erstens. Der kindliche, schlichte Glaube, da\u00df ihr unter der Gestalt von Brot und Wein den allerreinsten Leib und das allerreinste Blut des Erl\u00f6sers empfangt, da\u00df ihr den Erl\u00f6ser Selbst mit eurem Mund in euren Herzen empfangt, ein Fleisch und Blut mit Ihm werdet und ein Geist, wie gesagt ist: \u201eDenn wir sind Glieder Seines Leibes, von Seinem Fleisch und Seinem Bein&#8220;.[Eph 5,30] \u201eWer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der bleibt in Mir und Ich in ihm&#8220;.[Joh 6, 56] Und \u201ewer aber dem Herrn anhanget, der ist ein Geist mit dem Herrn&#8220; [1Kor 6,17]; denn in dieser Partikel des Leibes und des Blutes Christi Gottes, die ihr empfangt, befindet sich der ganze Jesus Christus als Seele im Leib.<\/p>\n<p>Es wird von euch zweitens die vollst\u00e4ndige unersch\u00fctterliche Hoffnung auf die Barmherzigkeit des Erl\u00f6sers gefordert, da\u00df Er, als g\u00f6ttliches Feuer, mit Seinem Blut all eure S\u00fcnden verbrennt und reinigt; deshalb \u00fcbergebe sich jeder unter euch im Bewu\u00dftsein seiner Unw\u00fcrdigkeit, die g\u00f6ttlichen Geheimnisse zu empfangen, vollst\u00e4ndig der Barmherzigkeit des Herrn, damit Er selbst durch Seine Gnade euch w\u00fcrdig mache des Empfangs Seiner heiligen Geheimnisse; jeder sei guter Hoffnung, niemand schwanke, niemand sei kleinm\u00fctig, niemand verzage bei der Vorstellung seiner Fluchw\u00fcrdigkeit und Untauglichkeit; vom Kelch wird allen die Gnade des Gebieters und die gro\u00dfe Verzeihung und Reinigung der S\u00fcnden gew\u00e4hrt. Nur glaubt und vertraut.<\/p>\n<p>Es wird drittens eine gro\u00dfe, brennende engelgleiche Liebe der Kommunikanten zu dem Erl\u00f6ser verlangt; auf die Liebe des Herrn soll jeder von euch mit Liebe antworten; denn sagt: welche Liebe Gottes hat sich uns S\u00fcndern darin erzeigt, da\u00df Gott Selbst, der f\u00fcr uns Fleisch angenommen hat, gelitten hat, gestorben und auferstanden ist, uns zur Nahrung und zum Trank Seinen g\u00f6ttlichen Leib und Sein Blut gegeben und Sich dadurch mit uns in allerengster Vereinigung verbunden hat, mit uns zusammengewachsen oder Sich mit uns vermischt hat, indem Er uns zu Teilhabern Seiner g\u00f6ttlichen Natur gemacht hat! Welche Mutter, welcher Vater, haben irgendwann ihre Kinder so geliebt wie uns der Herr geliebt hat? Und wof\u00fcr vereinigt sich der Herr mit uns in den heiligen Geheimnissen? &#8211; Dazu, um uns von dem Schmutz der S\u00fcnden zu reinigen, von dem Schmutz der an Abscheulichkeit und T\u00f6dlichkeit nicht \u00fcbertroffen werden kann; um uns Seine Heiligkeit mitzuteilen, Sein g\u00f6ttliches Leben, Seinen Frieden, Erquickung, Freude, Leichtigkeit, S\u00fc\u00dfe, Freiheit, deren es nichts Kostbareres und W\u00fcnschenswerteres auf der Welt gibt; um uns, gereinigt von den S\u00fcnden, verwandelt und erneuert, zu Sich in die Himmel zu nehmen, in das ewige Leben, in die ewige Seligkeit: denn mit S\u00fcnden und mit Leidenschaften kann niemand im Paradies sein: \u201eWer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der hat das ewige Leben&#8220;, sagt der Herr, \u201eund Ich werde ihn am J\u00fcngsten Tage auferwecken&#8220;.[Joh 6,56]<\/p>\n<p>So entflammt, die ihr an den g\u00f6ttlichen Geheimnissen kommunizieren wollt, eure Herzen in Liebe zum Erl\u00f6ser. Heiliger Geist, Tr\u00f6ster, Hort der G\u00fcter, gie\u00dfe Deine Liebe in unsere Herzen!<\/p>\n<p>Es wird von euch viertens die Ver\u00e4nderung des Herzens verlangt. Bisher haben viele von euch die S\u00fcnde geliebt, alle habt ihr euch willentlich oder unwillk\u00fcrlich der S\u00fcnde \u00fcbergeben; nun strebt danach, sie g\u00e4nzlich zu hassen; denn die S\u00fcnde ist eine Ausgeburt des Teufels, ist Widerstand gegen Gott. Trachtet alle danach, verwandelt zu werden in der Tiefe eurer Seele. Ihr wollt den Leib und das Blut des g\u00f6ttlichen Lammes kosten, des sanften und milden Herrn Jesus Christus. Seid deshalb auch selbst sanfte und milde L\u00e4mmer, geduldig und dem Willen Gottes ergeben, der Kirche, dem Willen der Eltern, Vorgesetzten, \u00c4lteren. Ihr empfangt den Leib und das Blut des Erl\u00f6sers, aber Er ist ganz Liebe, und Ihm sind Feindschaft und Bosheit fremd. Trachten auch wir danach, in gegenseitiger Liebe zu leben; verzeiht Beleidigungen, vergeltet nicht B\u00f6ses mit B\u00f6sem oder \u00c4rger mit \u00c4rger. Tretet hin zu dem Herrn, dem himmlischen K\u00f6nig, der uns alle zum Himmel f\u00fchrt; trachtet danach an das zu denken, was oben ist, bem\u00fcht euch, himmlische Sitten zu erwerben, la\u00dft die leidenschaftliche Neigung zu irdischen Dingen, die verg\u00e4nglich sind und die Seelen knechten und verderben. Liebt das obere Vaterland, die obere Stadt Jerusalem, wo die Mutter Gottes und alle Heiligen sind, und wohin wir alle streben sollen. Verla\u00dft alle Unreinheit und s\u00fcndlichen Leidenschaften, jeder zeige eine Wandlung zum Besseren, jeder zeige Besserung, jeder bringe dem Gebieter irgendeine gute Frucht guter Werke, jeder schaffe Fr\u00fcchte, die der Bu\u00dfe w\u00fcrdig sind. Herr! Du selbst ver\u00e4ndere und erneuere uns!<br \/>\nSchlie\u00dflich, damit wir diese himmlische Gabe, den allreinen Leib und das Blut Christi bewahren, wird von uns f\u00fcnftens Achtsamkeit auf uns selbst verlangt, gegen\u00fcber unseren Gedanken, gegen\u00fcber unserem Herzen, gegen\u00fcber seinen Gef\u00fchlen und Neigungen, die Bez\u00e4hmung seines s\u00fcndigen W\u00fcnschens und Trachtens, auch Enthaltsamkeit bei Essen und Trinken, Enthaltsamkeit von Geschw\u00e4tzigkeit, \u00dcbelreden, Schw\u00f6ren, und jeder L\u00fcge. Mit einem Wort: Jeder h\u00fcte sich vor alldem, was Christus, dem Erl\u00f6ser unserer Seelen, zuwider ist. Denkt daran, da\u00df der Herr uns durch die Kommunion verg\u00f6ttlicht, uns g\u00f6ttlich macht, und trachtet danach, g\u00f6ttlich zu leben in aller Heiligkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Ihr seid Kinder Gottes und Christi. Welches Leben aber geb\u00fchrt den Kindern Gottes?<br \/>\nEuch alle w\u00fcrdige der Herr w\u00fcrdig und mit reicher Ernte die g\u00f6ttlichen Geheimnisse zu empfangen. \u201eWer den g\u00f6ttlichen Leib und das g\u00f6ttliche Blut unw\u00fcrdig ist und trinkt, der i\u00dft und trinkt sich selbst zum Gericht&#8220; [1Kor 11,22], sagt der hl. Apostel Paulus. So tretet mit Glaube und Liebe hinzu, damit ihr Teilhaber des ewigen Lebens werdet. Amen.<\/p>\n<p>Hl. Ioann von Kronstadt<\/p>\n<p>(\u041f\u043e\u043b\u043d\u043e\u0435 \u0441\u043e\u0431\u0440\u0430\u043d\u0438\u0435 \u0421\u043e\u0447\u0438\u043d\u0435\u043di\u0439 \u043f\u0440\u043e\u0442\u043ei\u0435\u0440\u0435\u044f I\u043e\u0430\u043d\u043d\u0430 \u0418\u043b\u044c\u0438\u0447\u0430 \u0421\u0435\u0440\u0433i\u0435\u0432\u0430. \u0422.2 \u0421.-\u041f\u0435\u0442\u0435\u0440\u0431\u0443\u0440\u0433\u044a 1894, 69-72)<\/p>\n<p><strong>Uebersetzung: Prof. Dr. Karl Christian Felmy \/ \u041f\u0435\u0440\u0435\u0432\u043e\u0434: \u043f\u0440\u043e\u0444\u0435\u0441\u0441\u043e\u0440 \u0434\u043e\u043a\u0442\u043e\u0440 \u041a\u0430\u0440\u043b \u0425\u0440\u0438\u0441\u0442\u0438\u0430\u043d \u0424\u0435\u043b\u043c\u0438<\/strong><\/p>\n<p>\u041c\u043e\u0441\u043a\u043e\u0432\u0441\u043a\u0430\u044f \u0414\u0443\u0445\u043e\u0432\u043d\u0430\u044f \u0410\u043a\u0430\u0434\u0435\u043c\u0438\u044f \u043f\u0440\u0438\u0441\u0432\u043e\u0438\u043b\u0430 \u043f\u0440\u043e\u0444\u0435\u0441\u0441\u043e\u0440\u0443 \u0434\u043e\u043a\u0442\u043e\u0440\u0443 \u041a\u0430\u0440\u043b\u0443 \u0425\u0440\u0438\u0441\u0442\u0438\u0430\u043d\u0443 \u0424\u0435\u043b\u043c\u0438 \u0432 2005 \u0433\u043e\u0434\u0443 \u0441\u0442\u0435\u043f\u0435\u043d\u044c \u043f\u043e\u0447\u0435\u0442\u043d\u043e\u0433\u043e \u0434\u043e\u043a\u0442\u043e\u0440\u0430 \u0431\u043e\u0433\u043e\u0441\u043b\u043e\u0432\u0438\u044f.<\/p>\n<p>Karl Christian Felmy, geboren 1938 in Liegnitz\/Schlesien, studierte von 1958 bis 1964 Theologie in M\u00fcnster und Heidelberg. Von 1964 bis 1969 war er Verwalter einer Assistentenstelle am Ostkirchen-Institut in M\u00fcnster. 1970 erfolgte seine Promotion mit einer Dissertation \u00fcber das Thema \u201cPredigt im orthodoxen Ru\u00dfland. Untersuchungen zu Inhalt und Eigenart der russischen Predigt in der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts.\u201d<\/p>\n<p>Nach der Ordination war er von 1971 bis 1975 Referent f\u00fcr Orthodoxie am Kirchlichen Au\u00dfenamt der EKD in Frankfurt und anschlie\u00dfend Assistent am Lehrstuhl f\u00fcr Geschichte und Theologie des christlichen Ostens in Erlangen (Professor Dr. Fairy v. Lilienfeld). 1981 wurde er in Erlangen habilitiert. Nach einer Zwischenstation als Pfarrer in F\u00fcrth war er von 1982 bis 1985 Professor f\u00fcr Konfessionskunde in Heidelberg. 1985 wurde er auf den Lehrstuhl f\u00fcr Geschichte und Theologie des christlichen Ostens der Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg berufen. Zwischen 1995 und 1997 war Prof. Felmy Dekan der Theologischen Fakult\u00e4t. <\/p>\n<p>Er ist Mitglied der Kommission f\u00fcr den Dialog zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Russischen Orthodoxen Kirche und der Kommission des Lutherischen Weltbundes f\u00fcr den Dialog mit der Orthodoxie. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hl. Ioann von Kronstadt Nehmet den Leib Christi, kostet die unsterbliche Quelle (Kommuniongesang). Vor Euch, du Herde, die du nach Christus hei\u00dft, befindet sich in diesem Kelch der g\u00f6ttliche Leib und das g\u00f6ttliche Blut unseres Herrn Jesus Christus und ihr habt euch durch Fasten und Beichte zum Empfang dieser heiligen unsterblichen und lebendigmachenden Geheimnisse vorbereitet. 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