{"id":430,"date":"2006-03-13T14:49:54","date_gmt":"2006-03-13T12:49:54","guid":{"rendered":"http:\/\/hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/i-der-geschmack-von-brot-mit-quitte\/430.html"},"modified":"2006-03-08T15:12:47","modified_gmt":"2006-03-08T13:12:47","slug":"i-der-geschmack-von-brot-mit-quitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/i-der-geschmack-von-brot-mit-quitte\/430.html","title":{"rendered":"II. Der Geschmack von Brot mit Quitte"},"content":{"rendered":"<p>Beitr\u00e4ge \u00fcber den Heiligen Berg Athos<br \/>\n<em>Ver\u00f6ffentlicht am 07.07.2003<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Zeitmaschine<\/strong><\/p>\n<p>In Jerusalem gibt es einen Tunnel, der uns aus der Zeit des Propheten Jesaja erhalten geblieben ist. Belege dar\u00fcber kann man im 20. Kapitel des 2. Buches der K\u00f6nige finden. W\u00e4hrend der Belagerung der Stadt durch die Assyrer versorgte dieser Tunnel Jerusalem mit Wasser. Eigene Wasserquellen gab es in der Stadt nicht, und so lie\u00df der K\u00f6nig Hiskija fr\u00fchzeitig einen Tunnel in den Felsen schlagen, um die Stadt w\u00e4hrend der Belagerung ausreichend mit Wasser zu versorgen. <!--more--><\/p>\n<p>Heute kann man diesen Tunnel ohne weiteres in seiner gesamten L\u00e4nge durchqueren: da das Wasser nur auf dem Grund rinnt, kann man barfu\u00df mit einer brennenden Kerze (oder Taschenlampe) vom Anfang bis zum Ende hindurchwaten &#8211; insgesamt 800 Meter durch das Felsgestein.<\/p>\n<p>Seit Jahrtausenden ist dieser Tunnel unver\u00e4ndert geblieben. An den W\u00e4nden sind immer noch die Arbeitsspuren der Untertanen des K\u00f6nigs Hiskija zu sehen; es wird deutlich, wie und womit sie das Gestein abgetragen haben \u2013 mit einfachen Spitzhacken. Legt man die Hand auf eine der Schlagspuren, f\u00fchlt man sich mit demjenigen verbunden, der diese hinterlassen hat \u2013 es ist eine Verbindung mit einem Zeitgenossen des Propheten Jesaja. In gewisser Weise ist es eine Zeitmaschine &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; Es ist ein seltsames und merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl \u2013 das Erleben des Erbes vergangener Generationen. Sehen, mit den H\u00e4nden greifen, Betrachten von Gegenst\u00e4nden, die jemand vor fast pr\u00e4historischen Zeiten an dieser Stelle zur\u00fcckgelassen hat.<\/p>\n<p>Auf Athos hatte ich Gelegenheit, das zu f\u00fchlen, was vielleicht die Arch\u00e4ologen in Pompeji empfunden haben: es ist bekannt, da\u00df die Stadt, als sie ausgegraben wurde, v\u00f6llig mit Vulkanasche bedeckt war, so da\u00df sich noch alles in dem Zustand wie am Tag der Katastrophe befand. Dieser Vergleich kommt mir in den Sinn, wenn ich mich an das Kloster des heiligen Panteleimonas auf Athos erinnere, wo ich gewisserma\u00dfen eine vorrevolution\u00e4re Welt erlebt habe .<\/p>\n<p>Eine Welt, in der sich nichts ver\u00e4ndert hatte, eine Welt, in der die Zeit stehengeblieben zu sein schien. Als ob es mir mit Hilfe einer Zeitmaschine gelungen war, etwas zu ber\u00fchren, was nirgendwo mehr als Ganzes zu finden ist. Alte Portraits, altes Interieur, alte B\u00fccher &#8230; Ja, sogar vorrevolution\u00e4ren Tee habe ich getrunken. Tee, welcher noch vor der Revolution in das Kloster kam. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend meines Aufenthalts ging der Tee schon zur Neige, und die M\u00f6nche benutzten ihn deshalb nur noch selten \u2013 und nur besondere G\u00e4ste wurden mit den Resten der noch vor einem halben Jahrhundert unersch\u00f6pflich scheinenden Vorr\u00e4te bewirtet. Behutsam \u00f6ffnete ich die alten Teepackungen, die irgendjemand vor langer Zeit versiegelt hatte &#8230; Packungen, die von den Geldspenden irgendwelcher frommer Leute gekauft worden waren, deren Namen mir immer verborgen bleiben werden.<\/p>\n<p>Und jetzt hatte ich die Ehre diese Verpackungen zu \u00f6ffnen, ihren Tee aufzubr\u00fchen, ihn zu trinken und der unbekannten Wohlt\u00e4ter zu gedenken &#8230; Diese Leute spendeten irgendwann dem Kloster, halfen mit Geld, schickten Pakete &#8230; Und schlie\u00dflich erreichte ihre Spende mich, am Ende des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>(c) http:\/\/www.foma.ru<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitr\u00e4ge \u00fcber den Heiligen Berg Athos Ver\u00f6ffentlicht am 07.07.2003 Die Zeitmaschine In Jerusalem gibt es einen Tunnel, der uns aus der Zeit des Propheten Jesaja erhalten geblieben ist. Belege dar\u00fcber kann man im 20. Kapitel des 2. Buches der K\u00f6nige finden. W\u00e4hrend der Belagerung der Stadt durch die Assyrer versorgte dieser Tunnel Jerusalem mit Wasser. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7,1],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=430"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=430"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=430"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=430"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}