{"id":419,"date":"2005-09-13T21:04:39","date_gmt":"2005-09-13T19:04:39","guid":{"rendered":"http:\/\/hamburg-hram.de\/de\/ambrosius-backhaus\/athos\/419.html"},"modified":"2006-11-03T09:55:45","modified_gmt":"2006-11-03T07:55:45","slug":"athos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/ambrosius-backhaus\/athos\/419.html","title":{"rendered":"Athos"},"content":{"rendered":"<p>Ambrosius Backhaus<br \/>\n22087 Hamburg<br \/>\nN\u00fctschau, 10. Dezember 2003\t<\/p>\n<p>Der Athos ist ein wirklicher Ort auf unserer Landkarte, eine bergige, bewaldete Landzunge, umbrandet vom blauen Meer. Diese Landzunge, mit dem \u00fcber 3000 m hohen Berg ATHOS an der S\u00fcdspitze ist zu einem Ort, einem Raum des Gebetes geworden. <!--more--><\/p>\n<p>Wir Christen, orthodoxe Christen leben aus dem Geschenk des dreifaltigen Gottes, da\u00df GOTT in Christus Mensch geworden ist. <\/p>\n<p>\u201eUm unseret- und um unseres Heiles willen ist ER herabgekommen vom Himmel und hat Leib angenommen vom Heiligen Geist und der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.&#8220;<\/p>\n<p>Auf dem Athos, in den Kl\u00f6stern, in den Einsiedeleien, auf den Wegen, zwischen den Felsen, unter den B\u00e4umen, an den Weinbergen, zwischen den Eseln, am Meer ist die Sch\u00f6pfung gesegnet, sie ist GOTT geweiht.<\/p>\n<p>Unter Segnung, Weihe verstehen wir: da\u00df wir alles, was uns zu geh\u00f6ren scheint, was wir uns oft angeeignet haben, GOTT zur\u00fcckgeben, IHM ganz und gar, von Herzen und in aller Klarheit und K\u00fchle des Verstandes zur\u00fcckgeben und nun alles neu aus SEINER Hand, aus SEINER Liebe empfangen. ER, unser Herr, Jesus Christus, vertraut uns diese Sch\u00f6pfung an &#8211; vom Menschen bis zu den Blumen am Wegesrand; nun d\u00fcrfen wir G\u00e4rtner, Weing\u00e4rtner SEINER SCH\u00d6PFUNG werden.<\/p>\n<p>Immer neu, in den gro\u00dfen Wellen der Geschichte und der Zeit haben Menschen hier auf den Bergen und in den T\u00e4lern des Athos die Sch\u00f6pfung in ihrer herrlichen Sch\u00f6nheit aus Gottes Hand immer neu empfangen.<\/p>\n<p>Der Athos ist sch\u00f6n. Im Morgenlicht erhebt sich der Gipfel des Berges im zarten Dunst aus dem Meer in den hellen Himmel. Pfade aus nat\u00fcrlichen Steinen f\u00fchren die Berge hinauf, in die T\u00e4ler hinab zum Meer. Tannen und Blumen duften in der Stille und Hitze des Mittags. Leise schlagen die Wellen an den hellen Strand und an die Mauern von Kl\u00f6stern und kleinen H\u00e4uschen der Einsamkeit und des Gebetes. \u201eLasset uns sch\u00f6n dastehen &#8211; kalos -, lasset uns dastehen in Ehrfurcht, die heilige Darbringung in Frieden zu vollziehen.&#8220;ruft der Diakon nach dem Glaubensbekenntnis vor der Feier des Abendmahles, und alle antworten mit dem Gesang des Chores: <\/p>\n<p>\u201eHuld des Friedens, Opfer des Lobes.&#8220;<\/p>\n<p>So durchzieht den Athos eine Sch\u00f6nheit, die aus dem Gebet hervorw\u00e4chst und heranreift. Die gro\u00dfen und kleinen Kirchen leuchten im Licht der Kerzen, sind erf\u00fcllt vom Duft des Weihrauches, der mit dem Gebet zu Gott aufsteigt und der in den aufsteigenden Rauchschwaden jedem zuruft: Du bist geschaffen nach Gottes Bild und \u00c4hnlichkeit.<\/p>\n<p>In den Bildern, den Ikonen, \u00f6ffnet sich unsere Welt in die Ewigkeit. Der Herr selbst, Jesus Christus, Pantokrator, Allherrscher und Allerhalter, begegnet uns in SEINEM heiligen Bild, Seine allheilige Mutter, die Immerjungfrau Maria, tr\u00e4gt uns das Kind, den vorewigen Gott, entgegen, wie uns die heilige Kirche den HERRN selbst in SEINEM kostbaren Blut und allreinen Leib entgegentr\u00e4gt und austeilt. G\u00e4rten umziehen die Kl\u00f6ster in den Bergen, Weinberge erstrecken sich hinunter zum Meer, Zypressen stehen schlank und hoch gegen den tiefblauen Himmel. Junge Menschen kommen aus Griechenland, aus Serbien, aus vielen L\u00e4ndern zu den kleinen Einsiedeleien zwischen den Bergen. Sie sitzen beieinander, h\u00f6ren dem M\u00f6nch zu, der sie mit Brot und Wein bedient, oder sitzen und stehen zusammen oder auch alleine zwischen den gr\u00fcnen Kiefern, auf den kleinen Balustraden \u00fcber der Einsamkeit.<\/p>\n<p>Der Ort, das Land, der Stein, die B\u00e4ume im warmen Wind, atmen die N\u00e4he Gottes, DEM wir uns und dieses Land anvertrauen. Diese N\u00e4he zur Heiligkeit des Dreieinigen Gottes ist einfach. Die Felsen und W\u00e4lder, die Kl\u00f6ster und Einsiedeleien sind erf\u00fcllt vom Atem des Gebetes. Es geht nicht zuerst um unseren Verstand und unsere Klugheit, sondern um die Einfachheit und Heiligkeit des Gebetes, das jetzt und zu allen Zeiten gefl\u00fcstert, gesungen, unabl\u00e4ssig wiederholt wird, bis das Herz wach bleibt, auch wenn der Beter schl\u00e4ft, wach im Atem der Liebe Gottes, die ihn aus dem dahinstr\u00f6menden Gebet umf\u00e4ngt.Wir d\u00fcrfen uns freuen an der Sch\u00f6pfung, an Blume und Erde, an heiligem Bild, am Gesang der Anbetung, an dem weiten Raum, den Gottesdienst und die F\u00fclle der Ikonen \u00f6ffnet: Hier begegnen sich Erde und Himmel.<\/p>\n<p>Wie meine Mutter sich freute, als sie schon \u00fcber 90 Jahre alt war, an einem kleinen Strau\u00df Heide, der ihr in Liebe vor 70 Jahren geschenkt wurde, oder an einem kleinen Marmor-Bruchst\u00fcck aus dem Tempel in P\u00e4stum in Sizilien, das ihr eine Freund mitgebracht hatte, so d\u00fcrfen wir uns freuen an den Felsen und Pflanzen, an den Kirchen und Kl\u00f6stern, die uns die Geschichte des Berges, vom Gebet erf\u00fcllt und getragen, in unsere Zeit und Gegenwart gebracht hat.<\/p>\n<p>Eine Welt ohne Frauen. Eine Welt, die erf\u00fcllt ist von der Frau, die Christus geboren hat, der Immerjungfrau und Gottesgeb\u00e4rerin Maria, der Wegf\u00fchrerin, der Heerf\u00fchrerin, die \u00fcberall auf dem Heiligen Berge gegenw\u00e4rtig ist in Ikonen, in Ges\u00e4ngen, im Gebet, im leuchtenden Blau des Himmels, das an ihr Schultertuch erinnert, da\u00df sie f\u00fcrbittend und segnend \u00fcber die Betenden breitet.<\/p>\n<p>Hier auf dem Berg und der schmalen Landzunge offenbart und erf\u00fcllt sich das Wesen der Frau. Die Immerjungfrau, die dem Engel antwortete: \u201eMir geschehe, wie du gesagt hast&#8220;, ist in F\u00fcrbitte mit den Kl\u00f6stern und den kleinen Kapellen verbunden. In ihr wird die dem\u00fctige Vollmacht der Frau sp\u00fcrbar, die neun Monate den wahren Gott, das kleine, aus ihrem purpurfarbenen Blut heranwachsende Kind in ihrem Leibe trug; die den Dienern in Kana zu Galil\u00e4a, als es den Hochzeitsleuten an Wein gebricht, sagt: <\/p>\n<p>\u201eWas ER euch sagt, das tut&#8220;, die in stummer Trauer und Schmerz neben dem Kreuz steht, an das ihr Sohn, unser Herr, genagelt wird, die DEN vom Kreuze genommenen toten Leib Ihres Kindes auf dem Scho\u00df tr\u00e4gt, die inmitten der J\u00fcnger ist, als der Herr gen Himmel f\u00e4hrt und als in Jerusalem auf die Apostel der Heilige Geist in feurigen Zungen herabkommt.<\/p>\n<p>Mit Maria ist der Heilige Berg erf\u00fcllt von der Frau, die Gott, den Vorewigen und Unanschaubaren, unter ihrem Herzen tr\u00e4gt. Sie ist Christus, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, geboren zu Bethlehem, wahrer Mensch, so nah wie kein Wesen und Gesch\u00f6pf:<\/p>\n<p>\u201eDie du ehrw\u00fcrdiger bist als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim, die du unversehrt Gott, das WORT, geboren hast, wahrhafte Gottesgeb\u00e4rerin, dich preisen wir.&#8220;<\/p>\n<p>So k\u00fcndet der Heilige Berg mit seiner Geschichte, mit seinen Gebeten, mit seinen Kl\u00f6stern und Bildern davon, wie die Frau in Maria den Menschen, uns zu Gott gef\u00fchrt hat, da sie sich mit Leib, Seele und Geist, mit Willen und Klugheit dem Dreifaltigen Gott \u00f6ffnete, da\u00df ER um unseret- und um unseres Heiles willen geboren werde und Mensch geworden ist in die Arme SEINER Mutter, die IHN uns entgegentr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Vom Athos, der Welt betender M\u00e4nner, f\u00e4llt in Maria ein Licht und eine Helle auf die Frau, auf alle Frauen, in denen die wahre Gestalt der Frau zu leuchten beginnt.Die Dunkelheit breitet sich von Westen \u00fcber den Athos aus, das Licht unz\u00e4hliger Kerzen erleuchtet Kirchen, Kapellen, kleine Zellen, und der flackernde Schein f\u00e4llt \u00fcber B\u00e4ume, Felsen und Gr\u00e4ser, die sich im Nachtwinde wiegen.<\/p>\n<p>Ambrosius Backhaus<br \/>\n(23.08.1923 &#8211; 03.04.2005)<\/p>\n<p><center><br \/>\n<a href=https:\/\/www.hamburg-hram.de\/ambrosius>https:\/\/www.hamburg-hram.de\/ambrosius<\/a><br \/>\n<\/center><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ambrosius Backhaus 22087 Hamburg N\u00fctschau, 10. Dezember 2003 Der Athos ist ein wirklicher Ort auf unserer Landkarte, eine bergige, bewaldete Landzunge, umbrandet vom blauen Meer. Diese Landzunge, mit dem \u00fcber 3000 m hohen Berg ATHOS an der S\u00fcdspitze ist zu einem Ort, einem Raum des Gebetes geworden.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,7],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/419"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=419"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/419\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=419"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=419"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=419"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}