{"id":1200,"date":"2020-07-23T00:08:24","date_gmt":"2020-07-22T22:08:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/?p=1200"},"modified":"2020-07-23T00:13:18","modified_gmt":"2020-07-22T22:13:18","slug":"predigt-vom-5-7-2020-von-vater-pavel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/predigt-vom-5-7-2020-von-vater-pavel\/1200.html","title":{"rendered":"Predigt vom 5.7.2020 von Vater Pavel"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"blob:https:\/\/www.hamburg-hram.de\/af83775d-f11f-4adf-9b9a-778dddfe8c7e\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich gratuliere Euch an diesem Sonntag zu Eurer Teilnahme an der Liturgie<br \/>und zu eurer Teilhabe am Heiligen Leib und Blut unseres Herrn Jesus<br \/>Christus!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fastenzeit geht noch eine Woche weiter bis zum n\u00e4chsten Sonntag, an<br \/>dem den Apostelf\u00fcrsten Petrus und Paulus gedacht werden. Da das Fasten<br \/>den Aposteln gewidmet ist, m\u00fcssen wir uns in der Zeit mit den Schriften<br \/>der Apostel befassen.<br \/>So wurde heute in der Liturgie eine Passage aus dem Brief des Paulus an<br \/>die R\u00f6mer gelesen. (R\u00f6m. 6, 18-23) Im 6. Kapitel berichtet uns Apostel<br \/>Paulus \u00fcber die Taufe (Kapitel 6 wird immer bei der Taufe gelesen,<br \/>deswegen empfehle ich Euch, das Kapitel aufzufrischen). Dieser Abschnitt<br \/>aus dem Kapitel 6, den wir heute geh\u00f6rt haben, ist eine<br \/>Weiterentwicklung des Gedankens des Apostels \u00fcber die Gnade dieses<br \/>Sakraments: den Glauben, die Gaben und dar\u00fcber, wie der Mensch an seiner<br \/>Errettung teilhaben soll und was die Teilhabe Gottes an seinem Leben<br \/>ist.<br \/>Und nun sind zweitausend Jahre vergangen, und die meisten derer, die das<br \/>Evangelium geh\u00f6rt haben, nehmen die Taufe an.<br \/>Wir wissen, dass ein getaufter Mensch je nach Epoche, Zeit und<br \/>verschiedenen famili\u00e4ren Zust\u00e4nde unterschiedlich zu leben beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das ist nicht einmal eine Frage der Moral oder des Verdienstes. Der<br \/>Grund mag wohl darin liegen, dass jeder Christ einfach eine andere<br \/>Beziehung zu Gott hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Im heutigen Tagesevangelium (Mt. 8, 5-13) h\u00f6rten wir dar\u00fcber, wie ein<br \/>Hauptmann auf den Herrn zuging und Ihn bat, seinen Sohn zu heilen. Nach<br \/>Pfingsten h\u00f6rten wir die Bergpredigt. In der Folge kommen Heilungen und<br \/>Gleichnisse. Und heute haben wir geh\u00f6rt, wie Christus aus der Ferne den<br \/>Sohn des Hauptmanns heilte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist f\u00fcr uns kein Wunder, dass Christus solch ein Wunder tun kann und<br \/>getan hat.<br \/>Der Geheilte war weder ein Hebr\u00e4er, noch Jude, er hat nicht einmal an<br \/>den alleinigen Gott geglaubt. Sein Vater wandte sich einfach an den<br \/>ber\u00fchmten Prediger und Heiler, und es ist erstaunlich, wie Christus sein<br \/>Wunder und den Glauben des Hauptmanns, d.h. seine Haltung gegen\u00fcber<br \/>Christus, kommentierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr sagt, dass viele, die sich selbst f\u00fcr wahre Gl\u00e4ubige halten,<br \/>d.h. die Hebr\u00e4er, f\u00fcr die diese Religion grundlegend in ihrem Leben war,<br \/>Nachkommen Abrahams, in die \u00e4u\u00dfere Finsternis gehen werden. Und viele,<br \/>die nicht Nachkommen Abrahams sind, werden in das Himmlische K\u00f6nigreich<br \/>eintreten und mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tisch sitzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr teilt die Menschen und bestimmt, dass dem Tr\u00e4ger der wahren<br \/>Religion das ewige Leben mit Gott nicht garantiert ist.<br \/>Es ist klar, dass das Evangelium lehrreich und die ganze Heilige Schrift<br \/>gotterf\u00fcllt ist.<br \/>Und wir wollen aus dem Gotteshaus f\u00fcr uns etwas mitnehmen, was uns<br \/>seelisch aufbaut. Aber es ist irgendwie sehr einfach: Wir erf\u00fcllen oder<br \/>versuchen, die kirchlichen Institutionen und g\u00f6ttlichen Gebote nach<br \/>besten Kr\u00e4ften zu erf\u00fcllen &#8211; wir tun es, weil die Heilige Schrift es<br \/>verlangt, so wie Gott es festgelegt hat. Er gab uns die Heilige Schrift<br \/>als eine Offenbarung, damit ein Gl\u00e4ubiger sie umsetzen kann. Und nun<br \/>h\u00f6ren wir, dass sich all dies nicht als Garantie, Bedingung und eine<br \/>Gelegenheit erweist, das ewige Leben mit Gott zu erwerben!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen das ewige Leben empfangen. Wir wollen, dass Gott uns auch in<br \/>diesem Leben hilft. Dagegen ist nichts einzuwenden.<br \/>Aber Christus spricht immer wieder von einigen Priorit\u00e4ten, n\u00e4mlich dass<br \/>wir unser Leben hier, auf der Erde, richtig aufbauen m\u00fcssen, wenn wir an<br \/>der Ewigkeit teilhaben wollen.<br \/>Es ist also eine schwierige Frage, wie man das erlernen kann.<br \/>Und daf\u00fcr gibt es wahrscheinlich keine endg\u00fcltigen Rezepte, obwohl Viele<br \/>dar\u00fcber nachdenken, lehren und predigen. Vielleicht sollte man lernen,<br \/>wie man, bei sich selbst beginnend, im Leben die richtigen Priorit\u00e4ten<br \/>setzen kann. Man sollte das Leben nach den g\u00f6ttlichen Geboten<br \/>ausrichten, n\u00e4mlich allen gefallen, niemanden beleidigen und das<br \/>Christentum leben.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Kirche wird gelehrt: man solle nicht urteilen, beneiden, l\u00fcgen<br \/>und keinen Meineid leisten. Wir versuchen diese Gebote umzusetzen. Und<br \/>dann stellt es sich heraus, dass es im selben Evangelium hei\u00dft, dass<br \/>alles nicht so einfach ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dadurch werden neue Fragen aufgeworfen, die aber nicht schlimm sind.<br \/>Fragen sollen bleiben. Und wenn wir glauben, dass es jemanden gibt in<br \/>unserem Leben, der uns diese wichtigen Fragen beantwortet, so ist das<br \/>nicht der Fall. Es ist keine Schande, nach Antworten zu suchen. Und es<br \/>ist keine Schande, wenn man glaubt, etwas nicht zu wissen, auch wenn man<br \/>viel gelesen bzw. gelernt hat.<br \/>Man muss zu Gott beten und Ihn bitten, uns zu aller Wahrheit zu f\u00fchren:<br \/>Wie kann ich mit meinen Schw\u00e4chen und S\u00fcnden gerecht leben, und zwar<br \/>nicht allgemein, sondern heute und jetzt leben.<br \/>Denn es geht letztlich doch nicht ausschlie\u00dflich darum zu lernen,<br \/>freundlich, gro\u00dfz\u00fcgig und gerecht zu sein, weil wir im Evangelium sehen,<br \/>wie als erster der R\u00e4uber ins Paradies Einlass findet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wir sind so daran gew\u00f6hnt zu sagen: Siehe, ein R\u00e4uber, ein kluger<br \/>R\u00e4uber.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich denke, dass heute niemand so schnell froh w\u00e4re, wenn man sagen<br \/>w\u00fcrde, dass ein ber\u00fchmter Gewaltverbrecher nicht nur rehabilitiert,<br \/>sondern auch mit einem Orden ausgezeichnet wurde, ganz zu schweigen vom<br \/>Himmelreich.<br \/>Und es stellt sich heraus, dass Gott im Evangelium nicht immer gute,<br \/>h\u00fcbsche und gehorsame Menschen als Beispiel gegen\u00fcber denen gibt, die<br \/>ein volles religi\u00f6ses Leben f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, wir sollten das nicht nur wahrnehmen, sondern dar\u00fcber tiefer<br \/>in Gedanken gehen.<br \/>Man soll immer im Ged\u00e4chtnis haben und Gott danken, dass ich Christ bin<br \/>und dass ich versuche, auf die eine oder andere Weise nach den Geboten<br \/>zu leben. Doch ist mein Weg richtig? Es ist sehr wichtig, sich solche<br \/>Fragen zu stellen. Habe ich Recht mit meinen \u00dcberzeugungen, Positionen,<br \/>Lebensprinzipien?<br \/>Zweifel sind also sehr wichtig: Es ist wichtig, an sich selbst zu<br \/>zweifeln, am besten mit Ironie bzw. Humor. Sonst nehmen wir uns oft zu<br \/>ernst.<br \/>Christus hat uns Freude gebracht. Lass uns also dar\u00fcber freuen, dass der<br \/>Herr uns bereits das ewige Leben geschenkt hat.<br \/>Uns ist nur eine kleine Angelegenheit geblieben: wie sollen wir uns all<br \/>dieses aneignen? Nur dank und mithilfe Seiner Verdienste, und nicht<br \/>durch unsere eigenen.<br \/>Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich gratuliere Euch an diesem Sonntag zu Eurer Teilnahme an der Liturgieund zu eurer Teilhabe am Heiligen Leib und Blut unseres Herrn JesusChristus! Die Fastenzeit geht noch eine Woche weiter bis zum n\u00e4chsten Sonntag, andem den Apostelf\u00fcrsten Petrus und Paulus gedacht werden. 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