{"id":1167,"date":"2020-06-07T12:43:08","date_gmt":"2020-06-07T10:43:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/?p=1167"},"modified":"2020-06-09T19:40:27","modified_gmt":"2020-06-09T17:40:27","slug":"predigt-vom-31-05-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/predigt-vom-31-05-2020\/1167.html","title":{"rendered":"Predigt vom 31.05.2020"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/letopis\/propoved-ot-31-05-2020\/15941.html\">russische \u00dcbersetzung<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-content\/Erzpriester-Sergij-Baburin-31.5.20.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Erzpriester Sergij Baburin Hamburg, den 31.05.2020<\/p>\n\n\n\n<p>Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir setzen die Feiertage des Festes der Himmelfahrt fort und h\u00f6ren an diesem Tag, wenn wir dieser Ereignisse gedenken, wie die J\u00fcnger, die das Geheimnis dieses Festes ber\u00fchrt haben, mit gro\u00dfer Freude nach Jerusalem zur\u00fcckkehren, nachdem sie den Herrn verabschiedet haben. Und hier ist die Frage der Freude: Was ist Freude? Dieses Wort h\u00f6ren wir oft. Wir h\u00f6ren, dass es f\u00fcr einen Menschen im Leben sehr wichtig ist, froh und gl\u00fccklich zu sein. Wir w\u00fcnschen es uns gegenseitig jedes Mal bei einem guten Anlass. Wir lesen bei den heiligen V\u00e4tern, dass der Mensch zur Freude erschaffen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir also \u00fcber dieses Wort nachdenken, verstehen wir, dass so ein w\u00fcnschenswertes Wort f\u00fcr jeden von uns sehr unterschiedliche Schattierungen hat. Freude kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt eine Freude, die wir alle kennen, an die wir gew\u00f6hnt sind und die wir oft anstreben. Es ist die Freude an einem Feiertag, die Freude an der Kommunikation, die Freude an irgendeinem heiteren und lebendigen Eindruck, an irgendeiner Kom\u00f6die, an B\u00fcchern, die uns f\u00fcr einige Zeit mit einigen freudigen Gef\u00fchlen erf\u00fcllen. Das sind lustige Geschichten, Witze. Und all dies zusammen bringt unseren Seelen freudige Momente.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch denken wir heute \u00fcber diese Freude nach, wenn wir die Worte des Herrn h\u00f6ren? Er betet in seinem Gebet zum himmlischen Vater, dass seine Freude jedem seiner J\u00fcnger gesandt und gew\u00e4hrt werden m\u00f6ge. Somit sehen wir, dass der Herr uns heute nicht nur irgendeine, sondern Seine Freude w\u00fcnscht. Aus der Heiligen Schrift verstehen wir, dass der Herr w\u00e4hrend seines irdischen Lebens hier auf der Welt mit Freude lebte. Das ist f\u00fcr uns ein bisschen ungew\u00f6hnlich. Wir sind daran gew\u00f6hnt, dass der Herr am Kreuz leidet, an das Bild des Herrn mit der Dornenkrone, wie er \u00fcber den Unglauben der J\u00fcnger trauert oder wie er verstimmt die H\u00e4ndler aus dem Tempel verbannt. Dieses Bild mag uns irgendwie n\u00e4her liegen &#8211; so ein strenger Mentor. Es stellt sich aber heraus, dass sich der Herr, als er noch bei seinem Vater war, schon gefreut hat, und w\u00e4hrend seines irdischen Lebens sich auch immer gefreut hat. Im Gro\u00dfen und Ganzen ist er auf diese Welt gekommen, um sich hier unter den Menschen zu freuen und uns beizubringen, uns zu freuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute denken wir dar\u00fcber nach, dass es eine Freude eines alten Mannes gibt, eines Mannes, der sein gewohntes Leben lebt, und eine Freude eines Mannes, der sich allm\u00e4hlich verwandelt. Es ist eine besondere Freude, eine geistige Freude. Heute h\u00f6ren wir aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes, dass der Herr betet, damit jeder von uns seine Freude hat, die Freude Christi.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau dar\u00fcber sollten wir mit Ihnen nachdenken, was die Freude Christi ist und wann, in welchen Momenten, er, der Herr, sich freute. Wir verstehen aus dem Kontext der Heiligen Schrift, dass der Herr sich freute, als er den Willen seines Vaters erf\u00fcllte. Das ist ein sehr wichtiger Hinweis f\u00fcr uns, dass, wenn ein Mensch die Gebote Gottes erf\u00fcllt, wenn ein Mensch sehr streng darauf achtet, was sein Gewissen ihm sagt, kommt Freude in seine Seele, Gottes Freude. Wir h\u00f6ren davon, dass der Herr sehr oft betet. Er vermisst diese Gemeinschaft und die Freude \u00fcber die Gemeinschaft mit seinem himmlischen Vater im Gebet. Und so lesen wir aus der Heiligen Schrift oft, dass er seine J\u00fcnger verl\u00e4sst und allein zum Beten geht, wenn er Zeit hat &#8211; und er hat nur nachts Zeit. Das ist auch Freude, die einem Menschen im geistlichen Leben, in seinem Gebet er\u00f6ffnet und geschenkt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich kommt bei uns das nicht so oft vor. H\u00e4ufiger tr\u00e4umen wir von allem M\u00f6glichen, wenn wir beten. Aber einige Bruchst\u00fccke, Minuten, Momente dieser Freude besuchen uns doch w\u00e4hrend des Gebets. Das ist die Freude, zu der uns der Herr aufruft. Der Herr freute sich, als er unter seinen Freunden war. Der Herr hatte Freunde. Er besuchte sie gern. Seine Freunde waren zum Beispiel Lazarus und seine Schwestern Martha und Maria. Der Herr f\u00fchlte sich wohl in ihrem Haus. Er kam dorthin, nicht um sich zu am\u00fcsieren, nicht um zu grillen, sondern um mit ihnen zu reden, um die Seele dieser Menschen mit wahrer Freude zu erf\u00fcllen, mit der Freude an erhabenen Gespr\u00e4chen, an den Lektionen, die sie damals zu Hause h\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen, dass der Herr sich freut, wenn er die Verwandlung eines anderen Menschen sieht. Wir sehen die Inspiration des Herrn nach seinem Gespr\u00e4ch mit einer Samariterin, wenn sie sich als Person v\u00f6llig ver\u00e4ndert hat, wie der Herr sich freut und \u00fcberrascht ist, wenn er die Verwandlung eines Heiden, eines Hauptmanns, sieht, der f\u00fcr seinen Knecht betet, um den er sich mehr sorgt als um seinen Sohn. Der Herr ist erstaunt und sagt, dass er einen solchen Glauben in Israel nicht gesehen hat. Der Herr freut sich immer so, wie sich der Himmel \u00fcber jeden reuigen S\u00fcnder freut.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist f\u00fcr uns auch ein wichtiger Hinweis darauf, dass wir uns \u00fcber die Freude anderer zu freuen wissen, damit das Wohlergehen, die Freude, der Erfolg und das Gl\u00fcck anderer uns nicht im Herzen verletzen, unser Leben nicht mit einem gewissen Neid erf\u00fcllen, sondern damit wir uns aufrichtig f\u00fcr sie zu freuen wissen. Diese Lektionen der Freude werden uns vom Herrn offenbart. Der Heilige Johannes Chrysostomos sagt dazu auch, dass die wahre Freude an Gott eine gro\u00dfe Waffe jedes Menschen ist, mit der keine Traurigkeit, keine Schwermut in unserem Leben auf uns zukommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir allerdings von dieser Freude sprechen, kommt sie in unser Leben nat\u00fcrlich auf eine ganz andere Weise. Die \u00fcbliche irdische Freude, auf welche wir warten, schlie\u00dft die Arbeit aus, schlie\u00dft das Leiden aus, schlie\u00dft die Gro\u00dftat aus. Im Gegenteil versucht sie, dem Ganzen zu entkommen. Die echte geistige Freude ist jedoch direkt mit dem Kreuz verbunden. Heiliger Theophan der Klausner schreibt, dass der Sinn des Lebens eines jeden Menschen ist, zu dieser geistigen Freude zu kommen. Man kann zu dieser Freude nur durch das Tragen des Kreuzes kommen. Dabei schreibt er, dass das Kreuz das Mittel und die Freude das Ziel ist. Dies sind die erstaunlichen Worte des heiligen Theophanes des Klausners.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir verstehen, dass die Freude, welche der Herr verspricht und \u00fcber welche er spricht, in keinem Vergleich zu der Freude steht, welche wir gelegentlich, in manchen Momenten unseres Lebens empfinden. Und in unserem gew\u00f6hnlichen Leben sind freudige Momente ein seltener Vogel, der in unseren Alltag fliegt. Die Freude, welche der Herr uns verspricht und deren Teilnehmer wir in einigen, wenn auch in seltenen Momenten, hier auf der Erde sind, ist eine unendliche Freude. Deswegen ist es wichtig, dass wir verstehen, warum der Herr uns dazu aufruft, unser Kreuz nicht abzulegen, es nicht zu verlassen, uns nicht von ihm abzuwenden, ihm nicht auszuweichen, sondern ruhig, dem\u00fctig und mit Freude das anzunehmen, was er uns schickt. Denn es ist der Weg zur Freude, welche sich jede Seele w\u00fcnscht und f\u00fcr welche wir alle bestimmt sind. Zu diesem Zweck sind wir von Gott erschaffen worden, zur Freude, um in Gott zu leben, uns zu freuen und an dieser g\u00f6ttlichen Freude teilzuhaben. Nat\u00fcrlich verstehen wir, dass dies sehr schwierig ist, weil wir viele andere<\/p>\n\n\n\n<p>Seite <strong>2 <\/strong>von <strong>5<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beispiele haben. Wir sind besorgt, wir sind belastet mit den Gewohnheiten jeglicher fl\u00fcchtigen Eindr\u00fccke. Wir wissen, wie leicht man sich an einige Fernsehserien gew\u00f6hnen kann, die uns ablenken. Jede Freude dieser Welt lenkt uns f\u00fcr eine Weile ab. Sie erlaubt uns, uns selbst zu vergessen. Sogar wir selbst wissen innerlich, wenn wir sie erleben, dass sie sehr schnell endet und durch eine herzliche Sehnsucht ersetzt wird, denn niemals kann diese Freude eine menschliche Seele erf\u00fcllen. Gott gebe, dass jeder von uns nach der wahren Freude strebt. Wir gehen nicht nur mit zusammengebissenen Z\u00e4hnen, sondern verstehen, dass Gott es von uns will. Der Herr will, dass wir uns freuen, aber mit wahrer Freude, mit echter Freude, mit jener Freude des Menschen in Christus, zu der jeder Mensch berufen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Gottes Segen f\u00fcr uns alle, liebe Br\u00fcder und Schwestern. Ich w\u00fcnsche uns allen, dass wir diese Freude in unseren H\u00e4usern, in unseren Herzen erleben, dass das Gebet uns Freude bringt, dass unsere F\u00fc\u00dfe mit Freude in das Haus Gottes hineinlaufen, dass wir verstehen, wozu wir berufen sind und was wir sehr oft ablehnen, wovon wir oft abweichen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>russische \u00dcbersetzung Erzpriester Sergij Baburin Hamburg, den 31.05.2020 Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. 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