{"id":1158,"date":"2020-05-30T13:50:36","date_gmt":"2020-05-30T11:50:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/?p=1158"},"modified":"2020-06-02T13:39:59","modified_gmt":"2020-06-02T11:39:59","slug":"predigt-vom-28-05-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/predigt-vom-28-05-2020\/1158.html","title":{"rendered":"Predigt vom 28.05.2020"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-content\/audio_2020-05-30_16-14-05.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Predigt von Vater Sergij Baburin<\/p>\n\n\n\n<p>In Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen!<\/p>\n\n\n\n<p>Alles Gute zum heutigen Feiertag, liebe Br\u00fcder und Schwester. Warum haben wir uns heute in der Kirche zusammengefunden? Die Antwort ist einfach: Um ein bedeutendes Ereignis aus dem Evangelium zu gedenken. Beim Lesen des heutigen Evangeliums werden wir sehr davon beeindruckt, wie der Herr in Beisein seiner J\u00fcnger in den Himmel aufsteigt und diese dabei segnet. Mit unserer Vorstellungskraft konnten wir uns in die Atmosph\u00e4re vor Ort versetzen. Wir sind aber vielleicht nicht nur wegen des Gedenkens dieses bedeutsamen Ereignisses in die Kirche gekommen, sondern, um mit voller Freude auch die Bedeutung dieses Ereignisses f\u00fcr uns alle \u2013 und f\u00fcr jeden Einzelnen von uns &#8211; zu verinnerlichen. Dar\u00fcber hinaus ist es wichtig an diesem Tag uns zu fragen, welche Bedeutung dieses Fest im meinem Leben, vielmehr insgesamt zu meiner direkten geistigen Umwandlung hat? Aus der Geschichte der Bibel kennen wir, dass der Mensch eine besondere g\u00f6ttliche Gnade genie\u00dft, wobei die Engel und die himmlischen Kr\u00e4fte stauen, so gro\u00df ist die Gnade des Herrn uns Menschen gegen\u00fcber. Die sch\u00f6pferische Kraft des Herrn spiegelt sich laut heiliger Schrift am meisten in uns Menschen &#8211; \u00fcber die allen von ihm mit Liebe geschaffenen Wesen der Welt &#8211; wider. Wie uns die Bibel verr\u00e4t, der Mensch ist die wunderbarste, gleich wohl auch die komplizierteste Kreatur im ganzen Universum. Der Mensch wird vom Gott innig geschaffen, vielmehr verleiht diesem Gesch\u00f6pf der Gott sein eigenes Abbild, als Zeichen seiner h\u00f6chsten und unermesslichen Liebe gegen\u00fcber. Gleichzeitig wissen wir, dass der freie Wille des Menschen dazu f\u00fchrt, dass sich der Mensch vom Gott entfernt und seit dem S\u00fcndenfall aus dem Paradies, tr\u00e4gt jeder Mensch diesen Schmerz, das innere Leiden, mit sich herum. Dieser Schmerz sorgt im Menschen f\u00fcr Zweifel, Einsamkeit und einen schweren inneren Kampf. Unsere Natur wird zwischen dem g\u00f6ttlichen Ruf eines jeden Einzelnen von uns und einer tiefen, s\u00fcndhaft-irdischen Anziehungskraft, mit der jeder von uns von Geburt aus ausgestattet ist, zerrissen. Die Bibel verdeutlicht uns sehr klar, dass der Mensch diesen Zustand nicht selbst\u00e4ndig \u00fcberwinden kann. Wie wir schon mal diese Woche dar\u00fcber nachgedacht haben, ist das Alte Testament &#8211; im vollen Umfang der B\u00fccher und Geschichten &#8211; ein Zeugnis davon, wie schwer es der Mensch hat, ohne Gott zu leben. Die gesamte alte Zivilisation lebte in der Erwartung, sie sp\u00fcrte es buchst\u00e4blich, dass der Erl\u00f6ser kommen soll, dass dies geschieht bzw. dieses Ereignis eintritt. Das ist die Zeit der Erwartung, das ist die Zeit der Hoffnung. Und diese Zeit tritt mit der Geburt unseres Herrn, Jesus Christus, ein und wird dadurch vervollkommnend. Wir bezeugen, dass Gott vom Himmel herabkam, um einer von uns zu werden, um am irdischen Leben seines geliebten Gesch\u00f6pfes teilzuhaben, um die B\u00fcrde unseres Daseins auf sich zu nehmen &#8211; und zwar in einem f\u00fcr uns kaum begreiflichem Umfang &#8211; und durch die Leiden, Verrat, Einsamkeit und einem leidvollen Tod, den Letzteren zu besiegen. Das ist das Unbegreifliche daran, dass die Begriffe Gott und Tod nicht zu vereinbaren sind: Gott ist per se unsterblich und steht im Widerspruch zum Tode. Und Gott nimmt den Tod aus Liebe f\u00fcr uns auf sich, er nimmt den Tod, um dessen Kraft \u00fcber den Menschen endg\u00fcltig zu zertreten. Deswegen ist das Fest der Himmelfahrt eine weitere Stufe f\u00fcr uns, auf die uns der Herr nach seinem ruhmreichen Sieg \u00fcber den Tod bzw. nach seiner Auferstehung setzt, indem er an der Rechten seines Vaters sitzt. Was bedeutet das? Dies zeigt uns die tiefe und absolute N\u00e4he des Sohnes zum Vater, nach seiner R\u00fcckkehr in das Himmelreich. Christus ist zur\u00fcck in den Himmel mit der ver\u00e4nderten, menschlichen Natur, die er auf sich genommen hatte, aufgestiegen. Deswegen k\u00f6nnen wir mit gutem Gewissen sagen, dass unserer Natur der Weg in den Himmel er\u00f6ffnet wird und diese sich in die unmittelbare N\u00e4he Gottes einnistet. Hier stellt sich die Frage, ist der Herr wirklich in den Himmel aufgestiegen oder ist Er doch auf der Erde geblieben? Wie lesen in der Heiligen Schrift, dass die J\u00fcnger tief mit diesem Gedanken besch\u00e4ftigt waren und auch f\u00fcr vielen f\u00fcr uns ist dieser Gesichtspunkt nicht ganz klar. Der Herr sagte seinen J\u00fcngern: \u201eIch bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende\u201c (Matth\u00e4us 18.20). Gleichzeitig sehen die Apostel, wie sich der Herr von der Erde langsam entfernt und in die H\u00f6he entschwindet. Mit seiner Ankunft in den Himmel ver\u00e4ndert sich auch die (leibliche) Natur Christi &#8211; diese nimmt eine g\u00f6ttliche, allgegenw\u00e4rtige Gestalt auf. In der Pascha-Woche lesen wir die folgenden Gebete: \u201e<em>Im Grabe leiblich, in der Unterwelt aber als Gott mit der Seele, im Paradiese mit dem R\u00e4uber und auf dem Throne warst Du, o Christus, mit dem Vater und dem Geist, Unumschreibbarer, alles Erf\u00fcllender<\/em>.\u201c Und so kann unser Herr gleichzeitig auf dem himmlischen Altar mit seinem Vater und auf dem irdischen, kirchlichen Altar sein, woher er uns Gl\u00e4ubigern die heilige Kommunion mit dem Leib und dem Blut, des aus dem Toten auferstandenen Erl\u00f6sers &#8211; der von jeglicher Last und S\u00fcnde menschlicher Natur befreit ist &#8211; gro\u00dfz\u00fcgig spendet. Das ist das wunderbare Geheimnis, an dem wir teilhaben d\u00fcrfen: Obwohl unmittelbar im Himmel mit dem Vater, ist Christus immer bei uns. Der hl. Apostel Paulus gibt uns ein Beispiel, wie wir Christus folgen sollten und sagt: \u201e<em>Folgt mir nach, wie ich Christus nachfolge<\/em>&#8220; (1 Kor 11,1). Und auch \u00fcber diesen Feiertag nachdenkend, sagt der Apostel folgendes: \u201e<em>Er hat sich selbst erniedrigt, indem er gehorsam wurde bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz. Daher hat Gott ihn auch \u00fcber die Ma\u00dfen erh\u00f6ht und ihm den Namen verliehen, der jedem anderen Namen \u00fcberlegen ist<\/em> &#8220; (Philipper 2,8). Und hier macht uns der Apostel Peter deutlich, dass der Herr seinen geliebten Sohn durch die Gehorsamkeit und die Erniedrigung so hoch erhoben hat, sodass wir, die wir Ihm folgen, dem Herrn \u00e4hneln, dem Christus gehorsam folgen sollten, unabh\u00e4ngig von den Situationen und Umst\u00e4nden, die uns Gott in unserem Leben schickt. Wir h\u00f6rten in der heutigen Lesung, dass die J\u00fcnger des Herrn bei der Begegnung mit ihm noch vor seinem Aufstieg in den Himmel stark verlegen und ver\u00e4ngstigt waren. Doch nach dem Gespr\u00e4ch mit Jesus und mit dem Trost, den Er ihnen gespendet hat, als die unter sich waren, kehrten die Apostel vom \u00d6lberg voller Freude nach Jerusalem zur\u00fcck. M\u00f6ge der Herr uns an diesem Feiertag, die Kraft und die Freue geben, alle Situationen unseres Lebens mit Freude zu meistern, aller Verzweiflung, Einsamkeit und Mutlosigkeit zu entkommen und voller Zuversicht gerade zu stehen, denn: \u201e<em>Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende<\/em>\u201c (Matth\u00e4us 18.20). Amen!<\/p>\n\n\n\n<p>Alles Gute zum heutigen Feiertag und Gottes Segen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt von Vater Sergij Baburin In Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen! Alles Gute zum heutigen Feiertag, liebe Br\u00fcder und Schwester. 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