{"id":1130,"date":"2020-05-12T12:45:54","date_gmt":"2020-05-12T10:45:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/?p=1130"},"modified":"2020-05-14T09:16:48","modified_gmt":"2020-05-14T07:16:48","slug":"predigt-zum-sonntag-vom-gelaehmten-vom-10-05-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/predigt-zum-sonntag-vom-gelaehmten-vom-10-05-2020\/1130.html","title":{"rendered":"Predigt zum Sonntag vom Gel\u00e4hmten vom 10.05.2020"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-content\/t_voice5321250349854492239.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Christus ist auferstanden!<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, wir haben uns am heutigen Sonntag zum ersten Mal nach unserer Quarant\u00e4ne versammelt. Jeder hat auf seine Art diese Zeit verbracht, viele Familien haben ihre kreative Seite ausgelebt. Viel Lob, aber auch Tadel f\u00fcr diese Quarant\u00e4nezeit habe ich vernommen, doch die richtige Ein- und Wertsch\u00e4tzung dieses unseren Lebensabschnitts findet wahrscheinlich sp\u00e4ter im Herzen eines jeden statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir h\u00f6ren heute \u00fcber das Schicksal eines interessanten Menschen. Nach den Erlebnissen der letzten Wochen erscheint uns diese Geschichte n\u00e4her und verst\u00e4ndlicher. Das ist die Geschichte eines Kranken, der viele Jahre vor einem Teich nicht weit vom Schafstor in Jerusalem lag, an dem Ort, wo sich Obdachlose, Elende und Schwerkranke sammelten, mit der Hoffnung, irgendwann eine Wunderheilung zu bekommen, wenn sie es schaffen, als erste in den Teich hinabzusteigen, nachdem ein Engel zu seiner Zeit das Wasser darin bewegte. Dieser Teich hie\u00df Bethesda, in dem man vor der Opfergabe die Opfertiere wusch.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu der Zeit der Geschehnisse, \u00fcber die wir heute sprechen, wurde der Teich f\u00fcr diesen Zweck nicht mehr benutzt. Und so lag dieser Mensch dort 38 Jahre lang. 38 Jahre ist eine ziemlich lange Zeit f\u00fcr die meisten von uns.<\/p>\n\n\n\n<p>All diese Jahre litt und hoffte dieser Mensch, verlassen von seinen Verwandten und der Familie. (Wir hier mussten nur zwei Monate warten, sind aber schon sehr m\u00fcde und genervt und fragen immer wieder, wann denn diese Einschr\u00e4nkungen zu Ende sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott sei Dank gab es damals in Jerusalem schon Menschen, die sich der Schw\u00e4chsten annahmen und sie versorgten. Und eben diese von der Gesellschaft ausgesto\u00dfenen Menschen werden von dem Herrn aufgesucht. Johannes schenkt diesem Ereignis, diesem alten j\u00fcdischen Volksglauben viel Aufmerksamkeit, da man darin m\u00f6glicherweise das Vorbild der sp\u00e4teren christlichen Taufe erahnen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Teich fanden sich viele Kranke, Blinde, Lahme, Verdorrte ein. Das ist unsere Welt, und in diese Welt kommt Jesus, wohl wissend, dass es keine Welt der Sch\u00f6nen, sondern eine der Kranken ist. Johannes z\u00e4hlt die Versehrten auf, er ordnet sie f\u00f6rmlich bez\u00fcglich ihrer Art der Krankheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Deutung von Heiligen Kirchenv\u00e4tern der Vergangenheit wurden diese Menschen durch ihr Lossagen von Gott krank: der Blinde erkennt keinen Weg mehr, er sieht Gott nicht mehr und wei\u00df nicht mehr, wie er weiter leben soll; der andere hinkt, angeblich verf\u00fcgt er noch \u00fcber bestimmtes Wissen, stolpert aber immer zu, irrt auf falschen Pfaden; der Verdorrte durstet st\u00e4ndig nach Gottes Gnade und Gl\u00fcckseligkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jeder Mensch, wir alle, warten auf die Bewegung des Wassers, auf die reinigende Kraft des Wassers, der Taufe, auf die Gnade Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Als N\u00e4chstes fragt der Herr den Gel\u00e4hmten, ob er gesund werden wolle. Ein sehr wichtiges Detail, auf das wir genauer hinschauen wollen: der Herr, sch\u00e4tzt die innere Freiheit eines jeden Menschen, Er bewirkt kein Wunder, bevor der Mensch Ihn darum bittet, bevor er es sich mit seinem ganzen Herzen w\u00fcnscht. Und der Kranke antwortet: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, wenn sich das Wasser bewegt, in den Teich bringt; w\u00e4hrend ich aber komme, steigt ein vor mir hinab. Ein schreckliches Beispiel der menschlichen Hartherzigkeit! 38 Jahre lang lag ein Kranker an diesem Ort, und nicht einmal fand sich jemand, der in ihm einen Menschen gesehen h\u00e4tte\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist so wichtig, den Augenblick nicht zu verpassen, in dem unser Herr uns zum Werkzeug seiner Liebe macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus sagt zum Lahmen: Steh auf, nimm dein Bett und gehe umher! Sofort wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging umher.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da stellt sich die Frage: warum sollte er mit seinem Bett umhergehen? Bestimmt nicht nur, um sein altes schmutziges Zeug wegzur\u00e4umen, obwohl auch das einen Sinn h\u00e4tte. Das Mittragen seines Bettes zeugt von der vollst\u00e4ndigen Genesung dieses Menschen, denn er erlangte seine ganze Kraft zur\u00fcck. Und er ging. Wir wissen nicht wohin, ob er ein Haus hatte oder sonst was. Aber einige Zeit sp\u00e4ter findet ihn Jesus im Tempel. Davor war der Geheilte den Fragen ausgesetzt, wer denn der Mensch sei, der gesagt habe: Nimm dein Bett und geh umher. Es war n\u00e4mlich Sabbat, und das Tragen eines Bettes war nicht erlaubt. Nicht die Frage, wer derjenige ist, der einen 38 Jahre lang praktisch ohne Bewegung am Teich liegenden Kranken geheilt hat, bewegt die Menschen, sondern wer etwas machen lie\u00df, was das Sabbatgebot verletzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Frage brachte die Menschen auf. Der Geheilte wusste nicht, wer ihn gesund machte. In seiner Freude und Dankbarkeit ging er in den Tempel, und da findet ihn Jesus und sagt zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; s\u00fcndige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres widerfahre!<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Mensch ist und bleibt uns unbekannt, wir kennen seine Geschichte nicht, aus diesen Worten unseres Herrn k\u00f6nnen wir aber schlie\u00dfen, dass er wahrscheinlich in den jungen Jahren ges\u00fcndigt hatte, wof\u00fcr ihm diese Krankheit geschickt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle sollten uns diese Worte verinnerlichen, denn es ist ja oft der Fall, dass man nach \u00fcberstandener Krankheit oder gel\u00f6sten Problemen die guten Vors\u00e4tze und Gel\u00f6bnisse vergisst und alte Gewohnheiten wieder lebt. Das tiefe Gef\u00fchl der Dankbarkeit der ersten Zeit verfl\u00fcchtigt sich allm\u00e4hlich, und wir widmen uns wieder der teils angenehmen Routine, die im Endeffekt zur seelischen und geistigen L\u00e4hmung f\u00fchrt. Und deswegen warnt der Herr diesen geheilten Menschen und somit uns alle: S\u00fcndige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres widerfahre!<\/p>\n\n\n\n<p>Und Jesus wei\u00df in dem Moment, dass ab jetzt die Geschichte die t\u00f6dliche Wendung nimmt, ab diesem Moment beginnt Seine Golgatha (Johannes 5), denn nachdem der Geheilte Jesus im Tempel traf, erz\u00e4hlte er voller Freude, Jesus habe ihn gesund gemacht. Nichts B\u00f6ses dachte er sich dabei, und doch verriet er den HERRN, denn ab jetzt lauerten Ihm die f\u00fchrenden Gelehrten auf und wenig sp\u00e4ter beschlossen sie, dass Er get\u00f6tet werden soll. Jesus ist das alles bewusst, und doch kam Er in diese Welt der Kranken und Elenden, um die Seele eines jeden Menschen zu retten, und der Preis dieser Erl\u00f6sung ist Sein Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Geheilte erz\u00e4hlte den Gelehrten von Jesus, er verriet Ihn. Wie sollen wir uns dazu verhalten? Alle heiligen Kirchenv\u00e4ter der Vergangenheit \u00e4u\u00dferten sich sch\u00fctzend \u00fcber ihn, denn er<\/p>\n\n\n\n<p>handelte aus Dankbarkeit, ihm ging es um das Wunder seiner Heilung und er wollte die Fragenden an seiner Freude teilhaben lassen. Das k\u00f6nnte auch f\u00fcr uns als Zeugnis gedeutet werden, dass man bereit sein muss, \u00fcber seinen Glauben und \u00fcber die Begegnung mit Gott sprechen zu k\u00f6nnen. Aber manchmal fragt man nur, um sich zu unterhalten, nett zu plaudern, nicht weil man wirklich Interesse an dem hat, was den anderen richtig bewegt und besch\u00e4ftigt, und in solchen Situationen ist die Zur\u00fcckhaltung eine bessere Option, als sich zu offenbaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Herr Wunder bewirkt, dann geschieht dies nicht offensichtlich, nicht um alle und jeden sofort zu \u00fcberzeugen. Und \u00fcber Wunder sprechen sollte man in stiller Freude, ohne Inbrunst und Aufdringlichkeit. Sonst kann leider das Gegenteil erreicht werden, n\u00e4mlich Protest und Unmut, und das Leugnen des Wunders.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Zeugnis \u00fcber den Herrn soll als Antwort den Fragenden ruhig und mit Glaube und Liebe abgelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott sch\u00fctze Euch! Christus ist auferstanden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Christus ist auferstanden! Liebe Br\u00fcder und Schwestern, wir haben uns am heutigen Sonntag zum ersten Mal nach unserer Quarant\u00e4ne versammelt. Jeder hat auf seine Art diese Zeit verbracht, viele Familien haben ihre kreative Seite ausgelebt. 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