{"id":1120,"date":"2020-05-05T00:03:45","date_gmt":"2020-05-04T22:03:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/?p=1120"},"modified":"2020-05-06T22:27:26","modified_gmt":"2020-05-06T20:27:26","slug":"predigt-zum-thronfest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/predigt-zum-thronfest\/1120.html","title":{"rendered":"Predigt zum Thronfest der Heiligen Myrrhetragenden Frauen vom 03.05.2020"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"\u041f\u0440\u043e\u043f\u043e\u0432\u0435\u0434\u044c \u043d\u0430 \u041f\u0440\u0435\u0441\u0442\u043e\u043b\u044c\u043d\u044b\u0439 \u043f\u0440\u0430\u0437\u0434\u043d\u0438\u043a \u0441\u0432\u0432. \u0416\u0435\u043d-\u041c\u0438\u0440\u043e\u043d\u043e\u0441\u0438\u0446 \u043e\u0442 03.05.2020\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/I3YyILVW_6s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-content\/2020-05-06-22.21.58.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!<br \/>Christus ist auferstanden!<br \/>Frohes Fest, liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n\n\n\n<p>Heute feiert unsere kleine, wunderbar-warme und gem\u00fctliche Kirche ihren<br \/>Thronfest. Sie ist nach den Heiligen Myrrhetragenden Frauen benannt. Das ist nicht zuf\u00e4llig so von unserem verstorbenen Erzbischof Theophan abgesegnet worden. Er sagte, eine Kirche auf einem Friedhof m\u00fcsse unbedingt eine Auferstehungs-Kirche sein. Sie m\u00fcsse jeden, der diesen Ort aufsucht, um um seine N\u00e4chsten zu betrauern, allein schon durch dieses ihr Thema tr\u00f6sten und befrieden. Auch wir sollten, wenn wir auf unsere Kirche der Heiligen Myrrhetragenden Frauen blicken und uns ihre Opfertat vor Augen f\u00fchren, nicht trauern wie die, welche keine Hoffnung kennen, sondern uns daran erinnern, dass durch die Auferstehung der Tod besiegt wurde. Und jedem von uns und unseren N\u00e4chsten ist eine Begegnung mit unserem auferstandenen Erl\u00f6ser versprochen. Heute feiern wir das Gedenken an diese Heiligen Frauen und ebenso an die Heiligen Joseph und Nikodemus. Denn an diesem heutigen Tag ist es besonders wichtig sich daran zu erinnern, dass ein gl\u00e4ubiger Christ Gott treu sein muss. Es ist unm\u00f6glich, zu glauben und nicht treu zu sein. Und heute sehen wir am Beispiel der J\u00fcnger des Erl\u00f6sers, wie ein treuer Mensch sein kann. Wir h\u00f6ren heute, wie diejenigen sich als treu erwiesen, die die Unbedeutendsten schienen. Es waren heimliche J\u00fcnger, die zu Lebzeiten des Erl\u00f6sers Angst davor hatten, ihren Glauben offen zu bekennen. Das waren die Menschen, die durch unsichtbare Heldentaten den Herrn begleiteten, die Myrrhetragenden Frauen, die durch ihre Arbeit, ihren Besitz und ihre F\u00fcrsorge f\u00fcr den Herrn und seine J\u00fcnger sorgten. Und eben diese Menschen, deren wir heute gedenken, erwiesen sich als die St\u00e4rksten, Mutigsten und Treuesten. Ihre Leistung ist etwas, woran wir uns heute erinnern. Wir sehen, dass sowohl die einen wie die anderen Risiken eingegangen sind und \u00fcberhaupt nicht dar\u00fcber nachgedacht haben.<br \/>Die Liebe zum Herrn war die Hauptantriebskraft f\u00fcr ihre Taten, der einen<br \/>wie der anderen. Wir sehen, dass Joseph und Nikodemus, nachdem der Herr verschieden war aber noch nichts bekannt war \u00fcber das Wunder und die Freude seiner Auferstehung, den Entschluss zu einem \u00f6ffentlichen<br \/>Bekenntnis fassen. Sie verstehen sehr wohl, dass ein solches Bekenntnis<br \/>sie nicht nur ihre gesellschaftliche Stellung, Hab und Gut, sondern<br \/>vielleicht sogar das Leben kosten kann. Aber sie gehen hin und nennen<br \/>sich Seine J\u00fcnger. Sie bitten um Seinen Leichnam und bestatten ihn mit<br \/>allen damals \u00fcblichen Ehren. Und die Frauen sahen von Ferne zu und<br \/>beobachteten, wie der Herr ins Grab gelegt wurde. Am Tag darauf, dem<br \/>Sabbat-Ruhetag, hatten sie kein Recht ihrer Trauer anders Ausdruck zu<br \/>geben als durch ihre Tr\u00e4nen. Aber gleich am ersten Tag nach dem Sabbat,<br \/>den Tag, den wir heute Sonntag nennen (russisch \u201evoskresenije\u201c hei\u00dft<br \/>sowohl Sonntag als auch Auferstehung), wenn das Gesetz es erlaubt, das<br \/>eigene Haus zu verlassen und seinen Gesch\u00e4ften nachzugehen, mit der<br \/>aufgehenden Sonne, so fr\u00fch, wie es nur geht, machen sie sich auf den Weg<br \/>zum Grabe des Herrn, um ihre Liebestat zu vollbringen, den Ritus der<br \/>Salbung des Toten mit Myrrhe. Myrrhe, das ist das besonderes, duftendes<br \/>\u00d6l, mit dem die Toten gesalbt wurden. Und deswegen hei\u00dfen die Heiligen<br \/>Frauen auch die Myrrhetragenden, denn sie brachten dieses kostbare \u00d6l<br \/>mit zum Grabe des Herrn. Sie machten sich keine Gedanken dar\u00fcber, wer<br \/>ihnen den Stein vom Grab wegschieben werde. Sie haben nicht dar\u00fcber<br \/>nachgedacht, dass sie ein Risiko eingehen, denn das Grab wurde ja<br \/>bewacht. Sie konnten sich nicht vorstellen, wie sie den Ritus vollziehen<br \/>w\u00fcrden. Das war ihnen nicht wichtig. Ihr Herz forderte Taten, die<br \/>Liebestat der Salbung, und so gingen sie. Und diese Frauen werden die<br \/>ersten Zeugen der Auferstehung Christi. Das ist eine erstaunliche<br \/>Besonderheit unserer evangelischen Geschichte, denn die antike Welt<br \/>achtete das Zeugnis einer Frau gering. Die Gerichte akzeptierten<br \/>Zeugenaussagen von Frauen manchmal gar nicht. Hier sehen wir, dass die<br \/>Christen manchmal verlacht wurden von der heidnischen Welt wegen dieser ersten Zeugenschaft der Auferstehung Christi durch Frauen. Frauen! F\u00fcr uns ist das aber ganz im Gegenteil ein Faktum, das die Echtheit<br \/>best\u00e4tigt von dem, was im Evangelium geschrieben steht. Denn, wenn es<br \/>eine Frucht der Phantasie oder k\u00fcnstlerischen Genies seiner J\u00fcnger w\u00e4re,<br \/>dann h\u00e4tten sie nat\u00fcrlich keine Frauen erw\u00e4hnt. Etwas sp\u00e4ter in seinen<br \/>Predigten an die Heiden erw\u00e4hnt der Apostel Paulus keine Frauen. Er<br \/>sagt, dass der erste, dem der Herr erschien, Petrus war. Aber die<br \/>Evangelien sagen uns die Wahrheit, dass die ersten Zeugen dieser Freude<br \/>der Auferstehung Frauen, die Heiligen Myrrhetragenden Frauen waren.<br \/>Noch heute h\u00f6ren wir, dass die Kirche Sie in ihren liturgischen<br \/>Lobges\u00e4ngen Apostel f\u00fcr die Apostel nennt. Wir h\u00f6ren, wie die Kirche<br \/>ihren Mut lobpreist, der die M\u00e4nner und Apostel inspiriert und gelehrt<br \/>hat. Wir kennen die wunderbaren Worte des Heiligen Nikolaus von Serbien, dass die Frauen mit Myrrhe kamen, um den toten Leib ihres Lehrers zu salben, aber dem Herrn begegneten, der ihre Seelen mit Frieden salbte und mit Freude erf\u00fcllte.<br \/>Das ist das, wozu die Kirche heute jeden von uns aufruft. Dass die Seele<br \/>eines jeden von uns lerne und versuche den Seelen der Heiligen<br \/>Myrrhetragenden Frauen \u00e4hnlich zu werden. Dass sie sich vom fr\u00fchen<br \/>Morgen an aufmache zum Grabe des Herrn, an jedem Tag ihres Lebens. Dass wir mehr als alles diese geistige Wachheit suchen, Wahrheit suchen und Sinn. Dass wir das suchen, was uns pers\u00f6nlich erhebt \u00fcber das<br \/>Allt\u00e4gliche und mit Gott verbindet, was das Hauptanliegen unseres<br \/>christlichen Herzens ist.<br \/>M\u00f6ge uns allen die geistige Liebestat der Heiligen Myrrhetragenden<br \/>Frauen zu christlichen Taten inspirieren. Und m\u00f6gen uns die Worte<br \/>tr\u00f6sten, die der Herr zu den Heiligen Frauen sprach, und mit Freude<br \/>erf\u00fcllen. Die ersten Worte waren: \u201eFreut euch!\u201c. Lasst uns unsere<br \/>Lebenszeit freudvoll verbringen und uns daran erinnern, dass auch Leid<br \/>und Kummer, die uns gelegentlich auf unserem Weg ereilen, von Gott<br \/>gesandt sind. Er lenkt und aus Seiner weisen und v\u00e4terlichen Hand<br \/>erhalten wir alles, was in unser Leben eingeht. Schwer ist es manchmal,<br \/>ratlos sind wir oft, wie es auch die Heiligen Frauen und Apostel am<br \/>leeren Grab des Herrn waren. Aber die Engel haben sie aufgemuntert:<br \/>\u201eF\u00fcrchtet euch nicht!\u201c. Gebe Gott, dass wir uns nicht f\u00fcrchten, auch<br \/>nicht in Lebensumst\u00e4nden, die uns brechen k\u00f6nnten. Gebe Gott, dass wir<br \/>uns stets an den Aufruf des Herrn erinnern, dass es jedem Christen<br \/>geziemt sich zu freuen. Gebe Gott, dass wir uns diese Freude erhalten<br \/>k\u00f6nnen und unseren N\u00e4chsten schenken.<br \/>Ich gratuliere heute ganz besonders den Frauen, die \u00fcber Jahrhunderte<br \/>fortfahren, t\u00e4tige Liebe auszu\u00fcben und Treue zu halten. Wir erinnern uns<br \/>an die Worte des Apostel Petrus, wie er die Frauen zu einem tugendhaften<br \/>und reinen Leben anh\u00e4lt, und ein Bild von der vollkommenen Frau<br \/>zeichnet. Wir verstehen, dass er sich das nicht ausdenkt, sondern vor<br \/>dem geistigen Auge vielleicht das Bild der Heiligen Myrrhetragenden<br \/>Frauen hatte, die f\u00fcr ihn vollkommene Ideale waren. Wir erinnern uns,<br \/>wie Apostel Petrus schrieb: \u201eNicht auf \u00e4u\u00dferen Schmuck sollt ihr Wert<br \/>legen, auf Haartracht, Gold und pr\u00e4chtige Kleider, sondern was im Herzen<br \/>verborgen ist, das sei euer unverg\u00e4nglicher Schmuck: ein sanftes und<br \/>ruhiges Wesen. Das ist wertvoll in Gottes Augen.\u201c (1 Pet 3:3). M\u00f6ge dies<br \/>uns ein Vorbild f\u00fcr jede Christin sein, aber gleichzeitig lasst uns<br \/>nicht vergessen, dass das Vorbild der Heiligen Myrrhetragenden Frauen<br \/>f\u00fcr t\u00e4tiges Christentum, Sinnhaftigkeit, w\u00fcrdiges Verhalten und Treue<br \/>einer jeden christlichen Seele steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Christus ist auferstanden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!Christus ist auferstanden!Frohes Fest, liebe Br\u00fcder und Schwestern! Heute feiert unsere kleine, wunderbar-warme und gem\u00fctliche Kirche ihrenThronfest. Sie ist nach den Heiligen Myrrhetragenden Frauen benannt. Das ist nicht zuf\u00e4llig so von unserem verstorbenen Erzbischof Theophan abgesegnet worden. 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