{"id":1094,"date":"2020-04-08T22:25:16","date_gmt":"2020-04-08T20:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/?p=1094"},"modified":"2020-04-09T08:32:40","modified_gmt":"2020-04-09T06:32:40","slug":"predigt-vom-5-4-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/predigt\/predigt-vom-5-4-20\/1094.html","title":{"rendered":"Predigt vom 5.4.20"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-content\/2020-04-06-17.59.10.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Originale Version der Predigt (russisch): <a href=\"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/letopis\/slovo-protoiereya-sergiya-baburina-05-04-2020\/15341.html\">https:\/\/www.hamburg-hram.de\/letopis\/slovo-protoiereya-sergiya-baburina-05-04-2020\/15341.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gratuliere Euch zu diesem Sonntag, liebe Br\u00fcder und Schwestern! Heute nehmen wir wahr, wie nur noch zwei Wochen bis Ostern bleiben. Und in dem Evangelientext, der uns heute gegeben wurde, dem Ausschnitt aus dem Markus-Evangelium, da spricht der Herr zu seinen J\u00fcngern und uns allen: \u201eSiehe, wir gehen hinauf, gen Jerusalem\u201c. Dieser Einzug nach Jerusalem bezieht sich einerseits auf eine geographische Begebenheit: Jerusalem liegt \u00fcber dem Meeresspiegel. Und um als Pilger nach Jerusalem zu kommen, braucht es einige Anstrengung f\u00fcr diesen Aufstieg. Andererseits wissen wir, dass es auch f\u00fcr das geistige Leben einen Aufstieg bedeutet. Der Herr spricht davon, dass eine Zeit beginnt besonderer innerer Sammlung f\u00fcr den Aufstieg nach Jerusalem, f\u00fcr den Aufstieg zu den Tagen der Karwoche. Und die heutigen Texte, die heutige Liturgie sprechen dar\u00fcber, wie unterschiedlich dieser Aufstieg sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen, dass die Heilige Maria von \u00c4gypten auch nach Jerusalem aufgestiegen ist. Gerade ihr Wunder steht in Verbindung mit dem Aufstieg nach Jerusalem. Sie machte sich auf, um dort eine angenehme Zeit zu erleben. Wir wissen, dass sie in ihrer Kindheit das Eine oder Andere \u00fcber Gott und den Glauben geh\u00f6rt hatte. Vielleicht hatte sie in ihrer Seele kindliche Erlebnisse, als sie sich nach Jerusalem aufmachte. Aber sie hatte nicht vor, ihr vorheriges Leben aufzugeben. In der Beichte beim Starzen Zosima, von der wir aus der Vita des Starzen Zosima wissen, gesteht sie, dass sie noch auf dem Weg nach Jerusalem sich all ihren gewohnten S\u00fcnden hingegeben hat. So ist das bei uns auch oft: der Aufstieg zu einem geistigen Leben wird nicht selten als Teil einer Tradition wahrgenommen. Als eine Art pers\u00f6nlichem Osterkuchen-Dasein, das wir sehr gerne m\u00f6gen, und dazu kommt dann halt noch der Kreuzgang. Manchmal rufen Menschen an, und sie haben so ein Durcheinander im Kopf, und es wird deutlich, dass sie wirklich gar nichts verstehen, und fragen: \u201eUnd wann ist unser Oster-Kreuzgang?\u201c. Das hei\u00dft, die Menschen brauchen diesen Kreuzgang, Ostereier und den Osterkuchen. Aber ihr Leben \u00e4ndert sich dabei \u00fcberhaupt nicht. Aber gerade durch das Beispiel der Heiligen Maria aus \u00c4gypten glauben wir, dass der Herr das Herz eines Jeden von uns ber\u00fchrt, selbst von denen, welche parallel ausgesprochen irdischen Gedanken nachh\u00e4ngen. Wir glauben, dass auch so ein Mensch, vielleicht v\u00f6llig unerwartet f\u00fcr sich selbst, dass auch so ein Gl\u00e4ubiger die Gnade Gottes erhalten kann, die uns liebt und rettet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir h\u00f6ren heute auch \u00fcber das Verhalten der J\u00fcnger. Dreieinhalb Jahre begleiten sie den Herrn und h\u00f6ren Seine Worte, werden zu Zeugen von Geheimnissen des Evangeliums. Und wir sehen, dass Jakobus und Johannes in den Vordergrund der Erz\u00e4hlung ger\u00fcckt werden, zwei Br\u00fcder, denen der Herr viele Geheimnisse seines Lebens anvertraute. Sie waren zu diesem Zeitpunkt schon Zeugen geworden von der Auferstehung der Tochter des Iairus. Und sie waren schon f\u00fcr w\u00fcrdig befunden worden bei der Verwandlung des Herrn auf dem Berg Tabor dabei zu sein. Und ihnen nun sagt der Herr, dass er nach Jerusalem aufsteigen wird. Und sie verstehen, dass ein Gipfel des irdischen Dienens des Erretters erreicht wird. Aber immer noch ist ein Rest vom alten Bewusstsein \u00fcbrig, dass es sich um ein Himmelreich auf Erden handelt. Er sagt ihnen, dass Ihm Leiden bevorsteht, Verrat, Qualen, dass all dies kommen wird, auch der Tod am Kreuz. Aber sie verstehen es entweder als Allegorie, oder sie sind schon so an Wunder gewohnt: wenn er selbst schon so Viele hat wiederauferstehen lassen, wird es ihm doch auch selber nicht schwer sein wieder aufzuerstehen, auf jeden Fall bedeutete dies alles in ihrem Bewusstsein den Beginn seines Reiches. Sie h\u00f6ren nicht mal das Wort \u201eLeiden\u201c, sie h\u00f6ren und verstehen das Wort \u201eReich\u201c, dass sein Reich komme. Und sie haben nicht begriffen, dass dieses Reich nicht von dieser Welt sein wird. Und im Bewusstsein, dass ein Gipfel erreicht wird im irdischen Dasein des Erretters, wenden sie sich an Ihn mit der Bitte sich zur Linken und zur Rechten seines Throns setzen zu d\u00fcrfen. Wir sehen, dass selbst Menschen, die dem Herrn so nahe waren, bestrebt sind, ihre irdischen Bed\u00fcrfnisse zu stillen, ihre irdischen Bestrebungen und Ziele zu verfolgen. Sie wollen in dem neuen Reich, wenn der Herr auf Schild und Banner erhoben wird, und die Stellung der J\u00fcnger unter den Menschen hervorgehoben sein wird, sich seines Versprechens versichern. Und der Herr sagt ihnen Worte, die auch f\u00fcr uns wichtig sind: zum Einen ern\u00fcchtert uns der Text, indem der uns daran erinnert, dass auch wir irdisch verhaftete Menschen sind. Auch wir bitten gerne um Hab und Gut, um Gesundheit, darum dass uns Krankheiten meiden, dass wir alle gesund, satt und gl\u00fccklich sind. Damit treten wir oft an den Herrn heran. Und er wiederholt uns traurig, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist. Dass er nicht daf\u00fcr nach Jerusalem aufgestiegen ist, ans Kreuz, damit wir alle ein wenig mehr Geld verdienen und ein angenehmes Leben f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Worte, die er seinen J\u00fcngern nun spricht, sind auch sehr wichtig: \u201eZwar ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, da ich mit getauft werde, \u2026\u201c. Was bedeuten diese Worte? Der Herr spricht, und das ist so eine \u00f6stliche Besonderheit zu sprechen in Doppels\u00e4tzen. Im Grunde ist es das Gleiche: der Kelch und die Taufe \u2014 ein gewisses Eintauchen ins Leiden. Der Herr sagt in Ruhe seinen J\u00fcngern und somit auch uns allen heute, dass die Nachfolge Christi, der Aufstieg nach Jerusalem, in bestimmtem Ma\u00df auch die F\u00e4higkeit und Bereitschaft bedeutet, die Leiden und Schwierigkeiten, die uns in unserem Leben begegnen, zu ertragen, traurige Gedanken, uns selbst in dunklen und traurigen Zeiten zu ertragen, so wie Er es tat, und damit Seinen Kelch zu teilen. Und nat\u00fcrlich ist ein Gipfel der Nachfolge Christi, und dar\u00fcber h\u00f6ren wir eben heute auch, im Leben der Heiligen Maria aus \u00c4gypten zu finden. Wie dieser Mensch alles hinter sich lassen konnte, um dem Herrn zu folgen. Mit ihrem Aufstieg nach Jerusalem begann auch ihr Abstieg von dort. Sie hat in Jerusalem das Wunder ihrer Berufung durch den Herrn erfahren. Sie begibt sich von dort in die jordanische W\u00fcste, \u00fcberschreitet den Jordan und beginnt ihre Askese. Hier wird der \u00dcbergang \u00fcber den Jordan zum symbolischen Bild.<br \/>Jeder von uns muss seinen Jordan \u00fcberschreiten, dem Herrn nachfolgen. Das ist dieses alte Leben, in dem es zu viel von dem Irdischen gab, zu viel Jagd nach einfachem menschlichen Gl\u00fcck. Auch solches Gl\u00fcck braucht es in unserem Leben, alle brauchen wir es, wir suchen es und wir erhoffen es uns, aber wir d\u00fcrfen es nicht ins Zentrum unseres Lebens stellen und den Herrn immer nur darum bitten, dass er es uns erhalte und nichts es bedrohen k\u00f6nne. Das Beispiel der Heiligen Maria von \u00c4gypten ist ein Beispiel daf\u00fcr, dass jeder Mensch, der Christus nachfolgt, bereit sein muss, das, was sein fr\u00fcheres Leben ausgemacht hat, hinter sich zu lassen. Alles das, was vor der Taufe war, alles das, was vor Christus war in unserem Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und gebe Gott, dass diese zwei Wochen, die uns vom Osterfest trennen, unser Leben erf\u00fcllen mit Eifer, Fleiss und einem Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, was der Herr auf sich nimmt. Wir feiern nicht einfach nur Ostern, wir versuchen Seine Leiden mitzuf\u00fchlen in diesen folgenden Tagen unseres Lebens. Noch eine Woche trennt uns von der Karwoche. Lasst uns versuchen, so oft wie m\u00f6glich diese Tage mit ihren Lehren gemeinsam innerlich zu durchleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch eine freudige Nachricht: am Dienstag, zur Mari\u00e4 Verk\u00fcndigung, gibt es die M\u00f6glichkeit, der Liturgie in einem Online-Livestream beizuwohnen und, wenn auch ferngehalten von der Kirche f\u00fcr eine bestimmte Zeit, doch ein wenig teilzuhaben aus der Ferne an der Heiligen Liturgie.<\/p>\n\n\n\n<p>Gottes Segen uns allen, liebe Br\u00fcder und Schwestern! Beh\u00fcte euch Gott, freut euch in geistiger Freude, seid nicht traurig, gebt nicht auf und lasst uns uns selbst zu inneren Schritten unserer geistigen Arbeit zwingen. Beh\u00fcte euch Gott!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originale Version der Predigt (russisch): https:\/\/www.hamburg-hram.de\/letopis\/slovo-protoiereya-sergiya-baburina-05-04-2020\/15341.html Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Ich gratuliere Euch zu diesem Sonntag, liebe Br\u00fcder und Schwestern! Heute nehmen wir wahr, wie nur noch zwei Wochen bis Ostern bleiben. Und in dem Evangelientext, der uns heute gegeben wurde, dem Ausschnitt aus dem Markus-Evangelium, da spricht der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1094"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1094"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1094\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1102,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1094\/revisions\/1102"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}