{"id":1043,"date":"2017-11-15T19:40:17","date_gmt":"2017-11-15T17:40:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/?p=1043"},"modified":"2017-11-15T19:42:30","modified_gmt":"2017-11-15T17:42:30","slug":"orthodox-als-deutsch-sprachiger-christ-geht-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hamburg-hram.de\/de\/tagesbuch\/orthodox-als-deutsch-sprachiger-christ-geht-das\/1043.html","title":{"rendered":"Orthodox als deutsch sprachiger Christ, geht das?"},"content":{"rendered":"<p>Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn im Territorium des Patriarchen von Rom ist bis zur Spaltung der Christenheit im Jahre 1054 die orientalische Richtung des Christentums nicht pr\u00e4sent gewesen. Hierf\u00fcr gab es auch keinen Grund, da der r\u00f6mische Patriarch \u2013 abgesehen von geringf\u00fcgigen Verwerfungen \u2013 sich in der voller Einheit im Glauben mit den \u00fcbrigen Patriarchen der Kirche Christi befand. Der Glaube war also als solcher v\u00f6llig unber\u00fchrt und kannte eigentlich nur die sprachlich, aber u. U. auch theologische Separierung zwischen der griechischen Sprache und sp\u00e4ter der lateinischen. Hier wird bereits eines deutlich: Die griechische Sprache ist die theologisch relevante, w\u00e4hrend die lateinische von Seiten der Griechen als ungebildet empfunden wurde, gleichwohl ist diese zur hervorragenden Gottes- und Bildungssprache des westlichen Bereiches der Kirche Christi geworden. Die Einheit im Glauben fand folglich ihren Ausdruck in zwei theologisch relevanten Basissprachen: dem Griechischen und dem Lateinischen, aber in der v\u00f6lligen Einheit in den Dogmen, die seit den sieben \u00f6kumenischen \u2013 allumfassenden \u2013 Konzilen ihre Verbindlichkeit f\u00fcr die gesamte Christenheit gefunden haben, gab es \u00dcbereinstimmung. Unbeachtet bleiben in diesem Essay vorher eingetretene doktrinale Differenzen, weil diese wenig Einfluss auf die Gesamtkirche Christi hatten.<\/p>\n<p>Aus dieser Einheit heraus gebrochen wurde der gesamte Bereich des lateinischen Patriarchen, da dieser f\u00fcr sich mehr als das, was ihm zustand, Ehrenprimas zu sein,\u00a0 in Anspruch nahm und Teilsynoden (Konzile) durchf\u00fchrte, die zu einer Verw\u00e4sserung oder offenen Verf\u00e4lschung des Glaubensgutes f\u00fchrten. Hier seien im Wesentlichen nur zwei angef\u00fchrt: Die Verf\u00e4lschung des Glaubensbekenntnisses durch die Einf\u00fchrung des \u201efilioque\u201c, d. h. der Heilige Geist ginge vom Vater und vom Sohne aus und noch viel einschneidender die Neuaufstellung des Dogmas von der Unfehlbarkeit des r\u00f6mischen Patriarchen auf dem I. Vatikanischen Konzil, die zum v\u00f6lligen und nicht zu heilenden Bruch in der Lehre der Kirche Christi f\u00fchrte. Keinem einzelnen Menschen steht zu, an der\u00a0 Stelle Gottes entscheiden zu k\u00f6nnen \u00fcber Fragen des Glaubens und der Sitte. Dieses ist eine unglaubliche Anma\u00dfung und Hybris, die den Einfluss des Widersachers Christi vermuten l\u00e4sst, weil Gott das Ma\u00df und der Herrscher aller Dinge ist und niemand die juristische Kompetenz hat, Gott \u201evertreten\u201c zu wollen und an Seiner Stelle \u201eEntscheidungen\u201c in Fragen des Glaubens und der Sitte treffen zu wollen. Dieses Recht ist allein\u00a0 bei Gott selbst angesiedelt, respektive eingeschr\u00e4nkt bei der Gesamtheit der Bisch\u00f6fe und hier auf ein allgemeines Konzil beschr\u00e4nkt, die auch in dieser Frage Grund zur Zur\u00fcckhaltung haben, denn \u00fcber solche Fragen kann letztlich nur Gott respektive der Heilige Geist durch die Gesamtheit der Bisch\u00f6fe entscheiden. Diese Entscheidung ist als solche dann Ausfluss des G\u00f6ttlichen Willens und damit nicht nur Wille, sondern\u00a0 auch Gesetz Gottes zugleich, das jeder Christ zu achten hat, wenn er nicht dem Anathema verfallen will.<\/p>\n<p>Das Anathema des r\u00f6mischen Patriarchen ist nun sicherlich nicht durch die \u201eindirekte Verantwortung f\u00fcr die Gr\u00fcndung\u201c\u00a0 unz\u00e4hliger protestantischer Denominationen festzustellen, die s\u00e4mtlich aus der\u00a0 Jurisdiktion dieses Hierarchen hervorgekommen sind, sondern durch die Irrt\u00fcmer, denen die r\u00f6mische oder lateinische Kirche selbst unterlegen ist. Diese Irrt\u00fcmer fu\u00dfen in der falschen dogmatischen Rechtsfertigungslehre dieser kirchlichen Gemeinschaft. Wenn hier von \u201ekirchlicher Gemeinschaft\u201c gesprochen wird, dann soll damit unzweideutig gesagt werden, dass das Kriterium Kirche Jesu Christi zu sein, \u00a0 dort nicht in hinreichendem Ma\u00dfe erf\u00fcllt wird, denn dieses kann nur f\u00fcr die Kirche gelten, die den gesamten Glauben unverf\u00e4lscht bis zum heutigen Tage bewahrt hat und sich allen Versuchen der Verf\u00e4lschung oder Aufweichung widersetzt hat und auch in Zukunft widersetzen wird. W\u00fcrde die Orthodoxie diesen Prinzipien nicht mehr folgen, w\u00e4re diese nicht mehr rechtgl\u00e4ubig, d.h.\u00a0 orthodox.<\/p>\n<p>Das Anathema oder der Kirchenbann und hat auch heute noch seine G\u00fcltigkeit. Es \u00a0 ist zwar\u00a0 korrekt, dass de jure durch den Patriarchen von Konstantinopel und den der r\u00f6mischen Kirche dieses \u201egegenseitig\u201c aufgehoben worden ist, aber dennoch kann nicht \u00fcbersehen werden, dass es in eben doch keine R\u00fcckkehr des r\u00f6mischen Patriarchen in die Gemeinschaft der \u00fcbrigen Patriarchen und damit die Wiedereingliederung in die Kirche Christi stattgefunden hat, weil ansonsten eine v\u00f6llige Gemeinschaft de jure und de facto wieder hergestellt worden w\u00e4re. Das ist auch der Grund, warum zahlreiche orthodoxe Bisch\u00f6fe diverser autokephaler Kirchen unzweideutig am Anathema zu Recht festhalten, denn es gibt keine Einheit mit dem r\u00f6mischen Patriarchen. Dieses ist eindeutig nicht der Fall und kann auch nicht de jure der Fall sein, da dieser kanonische Schritt einfach aussteht.<\/p>\n<p>Der im Bereich des Occidentes, zu dem auch dieses Sprachgebiet z\u00e4hlt, es wird bewusst nicht, von einem Land als solchem gesprochen, denn die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Nation ergibt sich nicht zwangsl\u00e4ufig aus der Zugeh\u00f6rigkeit zu dieser, sondern sie manifestiert sich in der sprachlich kulturellen Zugeh\u00f6rigkeit. Hier liegt nun f\u00fcr einen Orthodoxen im Gebiet des \u201eWestens\u201c das eigentliche Problem. Die Orthodoxie kennt autokephale Kirchen, die durch den gemeinsamen Glauben in v\u00f6lliger Einheit miteinander stehen, aber als solche eigenst\u00e4ndig sind. F\u00fcr einen Gl\u00e4ubigen aus dem Bereich des lateinisch gepr\u00e4gten Sprachgebietes kommt immer ein wesentliches Problem zum Tragen, in welcher Sprache soll er sich wieder finden, d. h. kann er sich z. B. in der kirchenslawischen Sprache als Gottesdienstsprache wiederfinden oder sollte die jeweilige nationale Sprache liturgisch verwendet werden, um so ein gr\u00f6\u00dferes Verst\u00e4ndnis der Liturgie und damit des Glaubens zu erreichen?<\/p>\n<p>Die russische orthodoxe Kirche ist hier recht unterschiedliche Wege gegangen. Nach der ersten Welle des Zuzuges in den westlichen Sprachraum folgte nach einem engen Festhalten an der kirchenslawischen Sprache als liturgischer Sprache vor allem in Frankreich in der dortigen russischen orthodoxen Kirche, die der Jurisdiktion des Patriarchen von Konstantinopel untersteht, eine sehr weitgehende \u00d6ffnung zum Gebrauch der Landessprache statt. In der russisch orthodoxen Auslandkirche unter dem Synod des Metropoliten von New York, die u. a. sehr stark in Deutschland pr\u00e4sent war und ist, wurde Deutsch als Liturgiesprache und\u00a0 vor allem\u00a0 als Predigtsprache verwendet. Nach dem zweiten gro\u00dfen Zuzug in den Westen erlebt man, die fast v\u00f6llige Verwendung des Kirchenslawischen und des Neurussischen auch als Predigtsprache in den direkt dem Moskauer Patriarchat unterstehenden Gemeinden, weil hier die Verbindung zu dem urspr\u00fcnglichen Herkunftsgebiet eine ausgesprochen enge ist und auch der Klerus weitestgehend in Russland selbst ausgebildet und geweiht wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen Christen aus dem westlichen Kulturbereich kommend, stellt sich die Frage, in wie weit er sich selbst sprachlich wiederfindet und wie er mit dem starken Gebrauch der Ursprungssprache auch als Predigtsprache zurechtkommt. In liturgischer Hinsicht bestehen hier keinerlei Probleme, denn die Abfolge und der Verlauf der G\u00f6ttlichen Liturgie ist gleich bleibend. Es ist nicht so, wie es heute im Bereich der r\u00f6mischen Kirche ist, dass dem Erfindungsreichtum des Zelebranten keine Grenzen gesetzt sind. Wen es interessiert, wie dieser merkw\u00fcrdige Reichtum aussieht, der m\u00f6ge einmal auf www. youtube.com schauen, was f\u00fcr \u00dcberraschungen dort zu finden sind.<\/p>\n<p>Wenn man sich nun die Frage stellt, ob sich ein nicht der russischen, griechischen, arabischen Sprache etc. deutsch sprachiger Christ\u00a0 dort wiederfindet, ist die Antwort relativ einfach: Ja! Der Glaube ist letztlich in jeder Sprache derselbe. Wenn man wei\u00df, was liturgisch vollzogen wird, muss die Landessprache nicht unbedingt Ber\u00fccksichtigung finden. Hier, man muss es einmal deutlich sagen, \u00a0 war die r\u00f6mische Kirche bis 1962 ein gutes Vorbild, weil sie f\u00fcr die Einheitlichkeit der Liturgie in der ihr eigenen Sprache des Lateins sorgte. Die Gl\u00e4ubigen, egal welcher Muttersprache, konnten die gesamte Liturgie oder \u2013 wie die Lateiner sagen\u00a0 &#8211; Heilige Messe- an Hand eines zweisprachigen liturgischen Werkes \u2013 im Deutschen Schott-Messbuch genannt \u2013 mitverfolgen oder mitbeten. Die Bedeutung der Landessprachen war sekund\u00e4r. In den heutigen \u201eMessen\u201c der r\u00f6mischen Kirche nach dem \u201eneuen Ritus\u201c ist dieses nicht mehr der Fall, weil nicht konsequent von den jeweiligen Zelebranten eine Form eingehalten wird. Hier hat also die Verwendung der Landessprache zu dem genauen Gegenteil gef\u00fchrt, was schon der H\u00e4retiker Luther erreichen wollte, ein besseres Verst\u00e4ndnis durch die Verwendung der jeweiligen Landessprache hat als ein Grund zur Aufl\u00f6sung des Glaubens in toto gef\u00fchrt. Aus diesem Grunde ist es auch f\u00fcr einen Christen aus diesem Sprach- und Kulturraum unwichtig, ob liturgische Handlungen in der Landessprache vollzogen werden. Was allerdings bei einem ausschlie\u00dflichen Gebrauch z. B. des Kirchenslawischen von Bedeutung w\u00e4re, ist die Verk\u00fcndigung des Evangeliums auch in der jeweiligen gesprochen Landessprache. Der Verfasser neigt hier auch zu der Auffassung, dass analog zur Zelebration der zweifelsfreien Messe nach den Regeln des Konzils von Trient der lateinischen Kirche auch in den jeweiligen orthodoxen Kirchen die Landesprache nicht nur f\u00fcr das Evangelium, sondern auch f\u00fcr die Lesung aus dem Apostolos verwendet werden sollte. Des Weiteren erscheint es ihm, unabdingbar die wichtigsten Aspekte der Predigt auch in der jeweiligen Landessprache kurz zusammen zu fassen, damit die Deutsch, Englisch, Spanisch etc. sprechenden und denkenden Gl\u00e4ubigen hier eine gewisse Erleichterung erfahren, denn man kann nicht unbedingt erwarten, dass diese das Neurussische oder Neugriechische erlernen, um hier folgen zu k\u00f6nnen. Dieser Gedanke ist vor allem wichtig, weil die jungen Gl\u00e4ubigen die jeweilige Sprache des westlich gepr\u00e4gten Landes sehr schnell erlernen und eine Inkulturation erfolgt. Hier besteht folglich eine Notwendigkeit, dieser schnell voranschreitenden Entwicklung auch liturgisch und im Aspekt der Unterweisung durch die Predigt gerecht zu werden, da die Predigt die vornehmste Form der katechetischen Unterweisung darstellt. Es bietet sich gerade hier die Chance, es den Menschen aus dem westlichen Kulturraum zu\u00a0 leichtern, ihre religi\u00f6se Heimat in der Orthodoxie als der wahren und einzigen Kirche Jesu Christi\u00a0 zu finden und zu haben.<\/p>\n<p>Die s\u00e4kulare Umwelt, in der der orthodoxe Christ lebt, ist f\u00fcr ihn selbst kein Problem, solange er begreift, dass dieses areligi\u00f6se Denken und Leben f\u00fcr ihn keine Alternative ist. Genau hier liegt auch die gr\u00f6\u00dfte Gefahr. Wer in seinem Glauben nicht gefestigt genug ist, neigt leicht dazu, sich der Mehrheit in ihrem Verhalten anzupassen. Die Mehrheit kann aber niemals der Ma\u00dfstab f\u00fcr einen denkenden orthodoxen Christ sein, denn f\u00fcr ihn ist nur der Ma\u00dfstab die Orthodoxie und damit die gelebte Tradition. Die Umwelt lebt ohne die Einbindung in gewachsene und gelebte Traditionen. Sie mag sich als Bildungsb\u00fcrgertum Ersatz in der Literatur etc. gesucht haben, aber weder eine Theaterauff\u00fchrung noch eine wie immer ber\u00fchrende Opernauff\u00fchrung k\u00f6nnen Ersatz f\u00fcr einen gelebten Glauben bieten. Auch die starke Neigung im Westen das Kapital als das Erstrebenswerteste zu betrachten, sind nur tr\u00fcgerische Strohhalme, denn was macht der Mensch, wenn seine Stunde gekommen ist und er an nichts glaubt, dann ist der Tod wahrlich ein Stachel, der ihn qu\u00e4lt und erstickt. Die Orthodoxie hat im Bereich der Herrschaft des gottlosen und menschenverachtenden Kommunismus erfahren, was dieses Denken bedeutet. Wer hat \u00fcberlebt, der Gott verachtende Kommunismus oder die Kirche Christi? Glauben denn unsere Menschen allen Ernstes, dass ihre s\u00e4kulare Grundhaltung, die jede Transzendenz ausschlie\u00dft, reiche aus, um den Sinn des Lebens f\u00fcr sie zu finden? Sie m\u00f6gen dem Kapital, Bildungsschim\u00e4ren etc. nachlaufen, aber sie werden keine Antwort finden, wie sie den entscheidenden Sinn f\u00fcr ihr Leben finden sollen, denn warum soll ich essen, wenn ich nicht wei\u00df, warum ich essen soll. Was f\u00fcr einen Sinn macht ein Leben, wenn es ohne Orientierung ethischer Werte gelebt wird. Hier sind Tor und T\u00fcr ge\u00f6ffnet f\u00fcr Verzweiflung und einer unendlichen Suche nach Wahrheit und Orientierung, die ins Nichts f\u00fchren.<\/p>\n<p>Hier haben wir vor allem als deutsch sprachige Orthodoxe die Aufgabe, unseren Mitmenschen deutlich zu machen, es gibt Menschen, die sind ganz anders als sie. Damit soll nicht gesagt werden, dass man den \u201emoralischen Zeigefinger\u201c nehme, aber man zeigt durch sein eigenes Beispiel, dass man seinen Glauben offen bekennt und sich nicht schamvoll bedeckt h\u00e4lt, denn der Glaube der Kirche Christi ist f\u00fcr den Menschen Ehre und Verpflichtung zur Demut, damit der orthodoxe Christ durch sein Vorbild seinen Mitmenschen zeigt, man kann auch ganz anders leben und trotzdem in dieser Gesellschaft existieren. Diese Gesellschaft erm\u00f6glicht den Menschen in religi\u00f6ser Hinsicht so zu agieren und zu leben, wie jeder es f\u00fcr sich m\u00f6chte. Hier liegt nun aber auch die missionarische Chance f\u00fcr die Orthodoxie, denn Christus hat gesagt: \u201eGehet hin in alle Welt und taufet alle Menschen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.\u201c<\/p>\n<p>Die Orthodoxie hat folglich eine einzigartige Chance in dieser westlichen Gesellschaft, f\u00fcr die das Evangelium etwas Fremdes geworden ist, denn es gibt so viele M\u00f6glichkeiten sich abzulenken, damit man eben nicht fragt, warum mache ich dieses oder jenes? Wenn wir als orthodoxe Christen mit unserem Beispiel unseren entchristlichten Mitmenschen zeigen, dass es etwas gibt, das ihnen fehlt und das ihr Leben reicher macht, auf dass sie nicht an dem Sinn ihres Daseins zweifeln, dann haben wir eine gro\u00dfartige Aufgabe. Geben wir Hinweise auf unseren Glauben, z. B. kann jeder am Sonntag der G\u00f6ttlichen Liturgie auf www.tv-soyuz.ru folgen. Dieses ist ein erster Schritt, um zu schauen, was der Glaube ist und in der Diaspora mit ihren gro\u00dfen Entfernungen eine M\u00f6glichkeit, die uns hilft, unseren Glauben immer mehr zu st\u00e4rken, auch wenn wir nicht jeden Sonntag an der G\u00f6ttlichen Liturgie teilnehmen k\u00f6nnen. Die orthodoxe Kirche ist auch hier sehr weise, denn sie verlangt nicht wie die r\u00f6mische\u00a0 die sonnt\u00e4gliche Teilnahme an der G\u00f6ttlichen Liturgie, sondern die Gl\u00e4ubigen sind gehalten zu kommen, m\u00fcssen aber in ihrem Gewissen entscheiden, ob, wann und wie sie diesem gen\u00fcgen k\u00f6nnen, denn nicht jeder wohnt in der unmittelbaren N\u00e4he einer orthodoxen Kirche.<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann festgehalten werden: Orthodox hier im Westen zu sein, ist Chance, Gnade und zugleich Aufgabe. Stehen wir fest zu unserem Glauben und zeigen unseren Mitmenschen die Geborgenheit in unserem Glauben, der uns festigt, auch wenn wir uns auf das Ende unseres Lebens zu bewegen oder mitten im Leben stehen. Der Glaube begleitet uns immer, wenn es uns gut und schlecht geht. Unser orthodoxer Glaube ist das Alpha und Omega unseres Lebens.<\/p>\n<p><em>Gerd Holger Wuerfel (In Christos getauft mit Namen Athanasios), M.A. (Universit\u00e4t Hamburg)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn im Territorium des Patriarchen von Rom ist bis zur Spaltung der Christenheit im Jahre 1054 die orientalische Richtung des Christentums nicht pr\u00e4sent gewesen. 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