Russische Orthodoxe Kirche zu Hamburg

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Tagesbuch

Erzbischof Feofan von Berlin und Deutschland ist zum Herren heimgegangen

25.09.2017 | Thema: Tagebuch |

Mit tiefer Trauer und Bestürzung haben die Gläubigen der Gemeinde des Heiligen Johannes von Kronstadt zu Hamburg Kenntnis nehmen müssen, dass sie ihr geliebter Oberhirte als Waisen zurück gelassen hat. Wir dürfen sicher sein, dass uns unser Erzbischof, auch wenn er nicht mehr auf dieser Welt weilt, uns bei Gott  aus seinen himmlischen Augen heraus niemals allein lassen wird mit all unseren Sorgen.

Erzbischof Feofan war ein geistliches Vorbild, denn er hat uns vorgelebt und unterwiesen, was unseren orthodoxen Glauben ausmacht: Christus in seiner ganzen Fülle anzunehmen und ihm zu dienen, auf das wir alle Zeugnis ablegen von unserem Glauben. Wir haben insofern den Auftrag, den uns unser Oberhirte hinterlassen hat, gewissenhaft weiter auszuführen. Die Dinge dieser Welt sind nicht das Entscheidende, sondern unser Erzbischof hat uns vorgelebt, dass wir nur kurze Zeit auf dieser Welt sind und uns dann vor dem Richterstuhl Christi verantworten müssen. Er war für uns ein geistlicher Leiter, der uns besonders in der Zelebration der Göttlichen Liturgie und seinen Predigten aufzeigte, was es bedeutet, Christus ganz anzunehmen, denn Christus war das Programm seines Lebens. Christus war und ist das Alpha und Omega unseres Lebens, ohne dass unser Leben sinnlos sein würde, denn warum soll ich leben, wenn Christus uns nicht die Hoffnung auf ein ewiges Leben gegeben hätte. Genau diese Botschaft hat uns unser verstorbener Erzbischof vorbildlich vorgelebt.

Erzbischof Feofan war ein hoch gebildeter Theologe, der im Jahre 1972 sein Studium an der Leningrader Geistlichen Akademie  aufnahm und diese mit dem Doktorgrad 1977 verließ, d. h. unser lieber Verstorbener hat die Fülle des Wissens, die der Mensch von Gott in einem Studium erwerben kann, erlangt. Diese Fülle seines Wissens war jedoch bei ihm auf einzigartige Weise mit einer großen menschlichen Wärme und Fürsorge für seine Geistlichen und Gläubigen verbunden, denn nur wenn das größtmögliche Wissen verbunden wird mit einem überzeugenden aus dem Christentum gelebten Leben, dann haben wir einen wahren Führer unserer Seelen. Unser Erzbischof war also beides in einer Person: überragender Theologe und überzeugender Seelsorger. Das machte ihn besonders geeignet für die Führung unserer Diözese von Berlin und Deutschland.

Nach seiner Weihe zum Bischof im Jahre 1987 sandte ihn der damalige Patriarch von Moskau und Ganz Russland zu uns nach Deutschland. Nach der Errichtung eines einzigen Bistums in Deutschland wurde er 1996 in den Rang eines Erzbischofes erhoben. Diese Ehrung nahm er in der ihm üblichen Bescheidenheit an, die ja auch sein ganzes Leben prägte. Ein wahrer Theologe verfügt über die Bescheidenheit oder wir können auch sagen, die Demut, die Christus uns vorgelebt hat. Unser verstorbener Erzbischof war – so kann man es gut ausdrücken – der erste der Diener Gottes unserer russisch – orthodoxen Kirche in Deutschland, die unter seiner weisen Führung ein enormes Wachstum im Hinblick auf die Zahl der Priester und anderen Angehörigen des Geistlichen Standes, der Gläubigen und dementsprechend zur Neuerrichtung zahlreicher Gemeinden in Deutschland führte. Als oberster Vater verstand er es, mit Geschick und Verständnis die Heilige Kirche in Deutschland zu führen und ihren Glanz und Ruhm für unseren Herren Jesus Christus zu vermehren.

Wir werden ihm alle Zeit ein gebührendes Gedenken bewahren, denn wir haben einen großartigen Bischof und Seelsorger verloren. Aber bei aller Trauer dürfen wir auch nicht vergessen, dass der Tod durch Christus seinen Stachel verloren hat, denn Christus ist auferstanden, wahrhaftig auferstanden.

Wir bewahren unserem geliebten Erzbischof ein  ewiges Gedenken!

Im Jahre des Herren September 2017

Gerd Holger Wuerfel, M.A. (Universität Hamburg)


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