Russische Orthodoxe Kirche zu Hamburg

Navigation

Hauptnavigation

Sprache


Tagesbuch

Mein Leben in Christo. Das Wort 49

30.09.2011 | Thema: Mein Leben in Christo |

Für den Christen ist es unerläßlich zu fasten, um den Verstand zu klären und das Gefühl zu wecken und zu entwickeln und den Willen zu guter Tätigkeit zu lenken. Diese drei Fähigkeiten des Menschen verdunkeln und erdrücken wir hauptsächlich durch „Üppigkeit im Essen, Trunksucht und alltägliche Sorgen“ (Luk. 21,34) und fallen dadurch ab von der Quelle des Lebens, Gott, und fallen in Vergänglichkeit und Unwesentlichkeit, indem wir in uns das Ebenbild Gottes verkehren und beflecken. Üppigkeit im Essen und Neigung zu Genüssen binden uns fest an die Erde und beschneiden sozusagen die Flügel der Seele. Seht aber, welch hoher Flug bei allen Fastern und Enthaltsamen zu erkennen ist. Wie Adler schwebten sie in dem Himmel, sie die Erdgeborenen lebten mit Verstand und Herz in den Himmeln und hörten dort unaussprechliche Worte und lernten dort die göttliche Weisheit, und wie sehr erniedrigt sich der Mensch durch Völlerei, Üppigkeit im Essen und Trunksucht. Er verkehrt seine Natur, die nach dem Bilde Gottes geschaffen ist und wird gleich einem vernunftlosen Vieh und sogar schlimmer. Wehe uns wegen unserer Neigungen, wegen unserer gesetzlosen Gewohnheiten. Sie hindern uns, Gott und die Nächsten zu lieben und die Gebote Gottes zu erfüllen. Sie pflanzen in uns ein die verkehrte, fleischliche Selbstliebe, deren Ende das ewige Verderben ist. So ist für den Trinker viel Geld nicht zu schade für sein Vergnügen und seine Verdummung, aber für die Armen sind ihm Pfennige zu schade.
Der Tabakraucher wirft dutzende und hunderte von Rubeln zum Fenster hinaus. Für die Armen aber sind ihm die Kopeken zu schade, die seine Seele retten könnten. Diejenigen, die sich gerne luxuriös kleiden oder moderne Möbel und Einrichtung lieben, geben für Kleidung und Einrichtung große Geldsummen aus, gehen aber an den Armen mit Kälte und Verachtung vorbei. Diejenigen, die gut zu speisen lieben, sparen für Essen nicht dutzende und hunderte von Rubeln, für die Armen aber sind ihnen Groschen zu schade, Für den Christen ist es auch deshalb unumgänglich zu fasten, weil durch die Menschwerdung des Gottessohnes die menschliche Natur vergeistigt und vergöttlicht ist, und wir zum Reich des Höheren gehen, welches „nicht Speise und Trank ist, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Röm. 14,17) „Die Speise dem Leib, den Leib der Speise, Gott aber macht dieses wie jenes zunichte“ (Kor, 6,13). Essen und Trinken, d. h. Vorliebe für sinnliche Genüsse, sind nur dem Heidentum eigen, welches, da es keine geistige, himmlische Freude kennt, das ganze Leben im Genuß des Leibes, im Essen und Trinken sieht. Deshalb entlarvt der Herr oft im Evangelium diese verderbliche Eigenschaft.


Adresse: Tschaikowskyplatz 1, 20355 Hamburg + Telefon (040) 248 70740 | Pfarrer: Priester Sergij Baburin + Telefon (0173) 23 11 055
Site powered by WordPress | Design Tkach.ru | Kontakt: hamburg-hram