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Tagesbuch

Mein Leben in Christo. Das Wort 33

14.09.2011 | Thema: Mein Leben in Christo |

2b) Religiöse Praxis
„Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit und all dieses wird euch gegeben“ (Matth. 6,33) Wie soll man zunächst das Reich Gottes suchen? Auf folgende Weise: Angenommen du willst aus irgendeiner alltäglichen, zeitweiligen Notwendigkeit irgendwohin gehen oder fahren oder auf dem Wasserwege dorthin gelangen, so bete zuvor zum Herrn, daß Er die Wege deines Herzens zurecht bringt, darauf auch den bevorstehenden körperlichen Weg, oder daß Er den Weg deines Lebens gemäß Seinen Geboten lenke. Wünsche dieses von ganzem Herzen und wiederhole öfter dein Gebet darum. Der Herr, da Er deinen aufrichtigen Wunsch und deine Bemühungen, Seinen Geboten zu folgen, sieht, wird allmählich deine Wege zurecht bringen. Weiter, wenn du z. B. im Zimmer lüften willst oder zum Spaziergang an frischer Luft gehst denke an das reine und unreine Herz. Viele von uns lieben die Durchlüftung der Zimmerluft – und das ist auch sehr schön – oder das Spazierengehen an frischer Luft und denken nicht an die Notwendigkeit der Reinheit des Geistes und des Herzens (sozusagen der geistigen Luft, des Atems des Lebens), und indem sie an frischer Luft leben, erlauben sie sich unreine Gedanken, unreine Herzenregungen oder sogar unanständige Reden und unreine körperliche Handlungen.
Wenn du materielles Licht brauchst, denke an das geistige Licht, das für die Seele unentbehrlich ist, ohne das sie im Dunkel der Leidenschaften, im Dunkel des geistigen Todes bleibt. „Ich bin das Licht und kam in die Welt, spricht der Herr, daß jeder, der an mich glaubt nicht in Finsternis bleibe.“ (Joh. 12,46) Wenn du das Wüten und Heulen des Sturms siehst und hörst oder von Schiffsunglücken liest, denke an den Sturm der menschlichen Leidenschaften, die täglich in den Herzen der Menschen Geheul und Verwirrung erheben und das geistige Schiff der Seele oder das Schiff der menschlichen Gesellschaft zum
Schiffbruch bringen und bitte den Herrn eifrig, daß Er den Sturm der Sünden beruhige, wie Er einst durch Sein Wort auf dem Meer den Sturm beruhigte, und daß Er aus unseren Herzen unsere Leidenschaften ausreisse und ständige Stille wiederherstellen möge. Wenn du das Gefühl des Hungers oder Durstes spürst oder essen oder trinken willst, denke an den Hunger und an den Durst der Seele (Sie dürstet nach Gerechtigkeit, nach der Rechtfertigung in Jesus Christus, nach Heiligung) da, wenn du sie nicht befriedigst, deine Seele vor Hunger sterben kann, bedrückt durch Leidenschaften, kraftlos, erschöpft; und indem du den körperlichen Hunger stillst, vergiß nicht, um so öfter den geistigen Hunger zu stillen durch Zwiesprache mit Gott, aufrichtige Reue über die Sünden, Lesen der evangelischen Geschichte und der moralischen Lehre des Evangeliums, besonders aber durch Kommunion an den göttlichen Mysterien des Leibes und Blutes Christi. Wenn du dich gerne mit Kleidern schmückst oder wenn du dich anziehst, denke an das unvergängliche Kleid der Gerechtigkeit, in das unsere Seele gekleidet sein soll oder an Jesus Christus, der unsere geistige Kleidung ist wie es heißt: „Die ihr in Christo getauft seid, seid mit Christo überkleidet“ (Gal. 3,27).
Die Prunksucht verdrängt oft aus unserem Herzen völlig den Gedanken an das unvergängliche Kleid der Seele und verwandelt das ganze Leben in eitle Sorge über die Eleganz der Kleidung. Wenn du Schüler bist oder ein Student einer Lehranstalt oder Beamter irgendeiner Behörde oder Offizier irgendeiner Armeeabteilung oder Ingenieur, Maler, Bildhauer, Fabrikant, Meister in irgendeiner Fabrik, denke daran, daß die erste Wissenschaft eines jeden von uns die ist, ein echter Christ zu sein, aufrichtig an den dreieinigen Gott zuglauben, jeden Tag mit Gott im Gebet Zwiesprache zu halten und vor der Arbeit, während der Arbeit und nach der Arbeit im Herzen den Namen Jesu zu tragen, denn Er ist Licht, Kraft, unsere Heiligkeit und Hilfe.


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