31.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Was gibt es zu verwundern, dass der Herr dir Seinen Leib und Sein Blut als Speise anbietet? Der, welcher dir als Speise das Fleisch der von Ihm geschaffenen Tiere gegeben hat, hat schließlich sich Selbst als Speise und Trank gegeben. Der, Welcher dich mit der Mutterbrust nährte. Der hat schließlich Selbst begonnen, dich mit Seinem Leib und Blut zu nähren, damit so, wie du mit der Muttermilch gewisse Eigenschaften der Mutter in dich eingesogen hast, ihren Geist, du so auch mit dem Leib und Blut Gottes des Retters Seinen Geist und sein Leben einsaugen mögest.
Oder, wie du dich früher in deiner Kindheit durch die Mutter genährt und gelebt hast, durch ihre Milch, so nährst du dich jetzt, wo du erwachsen und ein sündiger Mensch geworden bist, mit dem Blut deines Lebensspenders, damit du leben und geistig wachsen mögest zu einem Menschen Gottes, einem Heiligen, kurz gefaßt: damit, wie du damals Sohn deiner Mutter warst, du jetzt ein Kind Gottes werden sollst, das durch Seinen Leib und Sein Blut aufgezogen und ernährt wird, vielmehr durch Seinen Geist, denn Sein Leib und Blut ist Geist und Leben, (Joh. 6,63) und du Erbe des Himmelreiches werden sollst, für welches du auch geschaffen bist und lebst.
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30.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Schätze nach seinem Wert das größte Wunder Jesu Christ - des Sohnes des lebendigen Gottes-, das sich zeigt in der im Glauben vollzogenen Kommunion an Seinen göttlichen Mysterien (Sakramenten). Welches Wunder? Daß dein Herz, nachdem es durch die Sünde gleichsam erwürgt war, beruhigt und zum Leben erweckt wird; ein Vorgang, der so deutlich und auffällig ist nach der oft der Kommunion vorausgehenden Unruhe des Herzens und dem geistigen Tod. Halte dies niemals aus Gewohnheit für etwas Gewöhnliches und wenig Wichtiges: Solche Gedanken und Neigungen des Herzens ziehen den Zorn des Herrn auf dich, und du wirst nach der Kommunion nicht mehr Frieden und Leben spüren. Durch die lebhafteste Dankbarkeit des Herzens für die Gaben der Erweckung zum Leben suche vom Herrn Leben zu erhalten, und dein Glaube wachse ständig. Furcht und Unruhe stammen vom Unglauben. Ihr Auftreten während der Kommunion sieh an als zuverlässiges Zeichen, daß du durch Unglauben dich entfernst vom Leben, welches im Kelch dargeboten wird, und schenke ihnen keine Aufmerksamkeit.
O Glaube! Glaube! Du selbst bist ein Wunder für uns! Du rettest uns: „Dein Glaube hat dich gerettet” (Mark. 5, 34). Und nach lebendigem Glauben an die göttliche Wahrheit gehen wir immer in Frieden vom Herrn fort; dagegen bei Kleinglauben - immer ohne Frieden. Ach! Der Satan mischt sich oft ein nach der unwürdigen Kommunion der hl. Sakramente und bemüht sich auf jede Weise, in unserem Herzen seine Lüge, d. h. den Unglauben, heimisch zu machen, denn Unglaube ist genau dasselbe wie Lüge. Der Menschenmörder sucht von jeher, und bemüht sich auch jetzt auf jede Weise, den Menschen durch seine Lüge und verschiedene Anwandlungen zu morden, und zeigt sich, nachdem er sich in Gestalt des Unglaubens oder irgendeiner Leidenschaft ins Herz eingeschlichen hat, darauf in der ihm angemessenen Weise, mehr - in Ungeduld und Bosheit. Und du siehst, daß er in dir ist, kannst dich aber oft nicht sogleich von ihm befreien, weil er sich gewöhnlich bemüht, im Herzen alle Auswege zu versperren - durch Unglauben, Verhärtung und seine übrigen Ausgeburten.
„Umsonst mühst du dich in mir, gefallener Erzkrieger. Ich bin Knecht meines Herrn Jesu Christi. Du, erhöhter Stolz, erniedrigst dich, indem du so angestrengt mit mir Schwachem kämpfst.” So sprich in Gedanken zu dem bösen Geist, der gleich einer schweren Last auf deinem Herzen liegt und dich zum Bösen verschiedener Art veranlaßt. Für den stolzen Geist sind diese Worte wie eine feurige Geißel, und er, beschämt durch deine Festigkeit und Weisheit, wird von dir weichen. Du wirst dies sofort bemerken und fühlen und dich wundern über die wunderbare Veränderung in dir: Die schwere, für die Seele mörderische Last ist aus dem Herzen verschwunden, dir wird leicht, so leicht, und du überzeugst dich spürbar, daß es unter dem Himmel befindliche Geister der Bosheit gibt, die ständig unser Verderben suchen, die durch das Gift finsterer und böser Anwandlungen unser Herz vergiften, die sich bemühen, die Liebe zu den Menschen und die Gemeinschaft mit ihnen zu zerstören.
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29.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Die Juden aßen das Fleisch der Opfertiere; dies war ein Vorbild unserer geistigen Nahrung: jetzt essen wir nicht die Leiber der Opfertiere, sondern den allreinsten Leib und das allerreinste Blut des Herrn auf der ganzen Erde. Deshalb braucht derjenige, der oft das Hl. Abendmahl annimmt, kein Fleisch von Tieren zu essen. Wozu nützt mir der Leib eines Tieres, wenn ich den allerreinsten Leib und das allerreinste Blut koste, diese Leben spendenden Geheimnisse, Sakramente meines Gottes? Habe ich denn
durch sie wenig an Leben, Frieden, Freude, an seelischer und körperlicher Kraft? Kann ich denn mit pflanzlichen oder Fischspeisen, die für mich viel besser sind, nicht zufrieden sein?
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28.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Die Zeit fließt ohne einzuhalten, mein Körper verändert sich ständig und vergeht noch während seines Lebens, und die ganze Welt, wie an ihrer Bewegung zu sehen ist, vergeht gleichfalls und eilt gleichsam ihrem vorherbestimmten Ende entgegen, wie eine aufgezogene Maschine. Was ist beständig? Beständig ist das, was all dieses bewegt und zu seinen Zielen lenkt; beständig ist die erste Ursache alles Zusammengesetzten und Geschaffenen, welche selbst nicht zusammengesetzt und deshalb unvergänglich, ewig ist; beständig sind noch die nach dem Bilde des ersten Grundes geschaffenen Geister der Engel und Menschen. Alles übrige ist eine
Seifenblase. Mit diesen Worten will ich nicht die Schöpfung erniedrigen, sondern ich spreche so von ihr im Vergleich mit dem Schöpfer und den Geistern der seligen Wesen.
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27.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Gott ist ein unendlicher Geist. Worin besteht diese Unendlichkeit? In der Unendlichkeit des Seins, des Lebens und der Weisheit, der Güte und Liebe, der Allmacht, der Gerechtigkeit und Heiligkeit, in Seiner Allgegenwart in allen geistigen und allen vernunftlosen Geschöpfen, wie auch in der materiellen Kreatur. Überall und in allem ist Gott, höher als alles, von keinem Geschöpf umfaßt, und kein Gedanke, wie schnell und kühn dieser auch sein möge, kann Ihn in irgendeiner Hinsicht überholen, immer nur in Ihm kreisend.
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26.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Wenn mein Leben einige Augenblicke dauern würde, nehmen wir an zehn, und von ihnen fünf Augenblicke der Ruhe wären, die anderen fünf aber der Unruhe und Qual - auch dann müßte ich mit zweifelsfreier Gewißheit sagen: Ja, ohne Zweifel habe auch ich einen Spender des Lebens, und mein Lebensspender sorgt vorsehend für mich; genauso zweifelsfrei müßte ich sagen, daß es ein Wesen in der Welt gibt, welches die Gewalt des Todes hat, weil die fünf unseligen Augenblicke von einem Gott entgegengesetzten Wesen herrühren müssen, weil ein und dieselbe Ursache nicht verschiedene Wirkungen hervorrufen kann. Ich Sünder habe aber in meinem geistigen Leben von 100 Teilen wenigstens 70 unter dem Einfluß Gottes, und nur 30 unter dem des Teufels. Wie sollte man nicht ständig seinen Wohltäter vor sich sehen, wie in Gedanken im lebendigen Glauben an Ihn schwanken!
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25.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Im Namen des Menschen ist die Seele des Menschen, z. B. im Namen Johann die Seele von Johann.
Auf den Ruf: Johann Iljitch, erkennt deshalb seine Seele sich selbst in diesem Namen und reagiert auf ihn. So ist in den Namen Jesus Christus der ganze Christus, Seine Seele und Sein Körper, die mit der Gottheit ver bunden sind.
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24.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Ohne Gott (ohne Seine Allgegenwart) kann nicht eine einzige Regung meines Denkens und meines Herzens sein: Es ist eine Wirkung da - es muß auch eine Ursache da sein, es ist eine Folge da - es muß auch ein Grund da sein. Deshalb spricht der Apostel: „Nicht daß wir fähig wären, von uns aus auf etwas zu sinnen, aus uns selbst heraus, sondern unsere Fähigkeit ist von Gott” (2. Kor. 3, 5). Gott ist lebendig, und eben deshalb ist auch meine Seele lebendig.
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23.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Der ganze Mensch, der aus Seele und Körper besteht, wird mit einem Wort benannt, z. B. Johann, um zu bedeuten, daß der Mensch ins Sein gebracht worden ist durch das Wort des Herrn, welches einfach ist. Weiterhin bedeutet der Name, daß unsere Seele auch ein einfaches Wesen ist.
Unter einem Namen verbirgt sich ein solcher Reichtum und solche Tiefe des menschlichen Geistes, eine solche Menge teilbarer Teile Materie. Dies ist wahrhaftig Bild und Ebenbild Gottes und zusammen genommen ein kleiner Kosmos.
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22.03.2010 | Thema: Mein Leben in Christo |
Hast du der Nachläßigkeit im Gebet Raum gegeben, es nicht von ganzem Herzen gesprochen, wirst du nicht einschlafen (wenn es das Gebet zur Nacht ist), bevor du nicht deine Sünde vor Gott ausgeweint hast. Dies ist nicht bei allen so, sondern bei denen, die sich vervollkommnet haben. Gib acht, schätze dein Fleisch nicht höher als Gott, sondern schätze für Ihn auch deine körperliche Ruhe gering. Die Gebetsregel, die durchzuführen du dich entschlossen hast - (wenn eine lange Gebetsregel, so führe die ganze Regel gut aus; wenn eine kurze, ebenso) -, führe mit aller Gewissenhaftigkeit durch; tu nicht das Werk Gottes mit zwiespältigem Herzen, so daß eine Hälfte Gott gehört, die andere aber deinem Fleisch. Der Eifer Gottes leidet nicht deine List, dein Selbstmitleid. Er übergibt dich dem Teufel, und der Teufel gibt deinem Herzen keine Ruhe für die Nachläßigkeit gegenüber Dem, Der die wahre Ruhe deines Herzens ist, und Der dies immer tut und tun wird zu deinem eigenen Nutzen, um dein Herz in der Nähe Gottes zu halten, weil jedes unaufrichtige Gebet das Herz von Gott entfernt und es gegen den Menschen selbst stellt; und, umgekehrt, weil jedes aufrichtige Gebet das Menschenherz näher zu Gott bringt und es Gott anhänglich macht.
Deshalb schenke diesem Wort Glauben: Du eilst im Gebet um der körperlichen Ruhe willen, um so bald wie möglich auszuruhen, verlierst aber sowohl die körperliche wie die seelische Ruhe. Mit welchen Mühen, Schweiß und Tränen wird das Näherkommen unseres Herzens zu Gott erreicht! Wollen wir etwa unser (nachlässiges) Gebet selbst zum Mittel der Entfernung von Gott machen, und sollte Gott nicht darum eifern? Ihm tut es leid um uns und unsere früheren Anstrengungen, und daher will Er uns veranlassen, uns unbedingt wieder mit ganzem Herzen Ihm zuzuwenden. Er will, daß wir immer Ihm zugehören.
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