Russische Orthodoxe Kirche zu Hamburg

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Tagesbuch

Mein Leben in Christo. Das Wort 500

31.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

Oh Mensch, der du mit deinen Träumen am vergänglichen Leben hängst und nicht an das unendliche, himmlische Leben denkst! Bedenke: Was ist dein zeitlich begrenztes Leben? Es ist das ständige Nachschieben von Holz (ich meine die Nahrung), damit das Feuer unseres Lebens brenne und nicht zurückgehe, damit es in unserem Hause (ich meine den Körper) warm sei und das ständig vergehende Leben unseres Körpers wieder aufgefrischt werde durch die nährenden Elemente aus den Organismen anderer lebender Geschöpfe, die ihr Leben für das Leben unseres Körpers verlieren. In der Tat, welch ein unbedeutendes Spinnengewebe ist dein Leben, o Mensch: Du befestigst täglich zweimal in seinem Inneren die Stützen seiner Festigkeit (d. h. kräftigst dich zweimal durch Speise und Trank) und schließt jede Nacht deine Seele im Körper ein, verschließt alle Sinne des Körpers wie die Fensterläden eines Hauses, damit die Seele nicht außerhalb des Körpers, sondern im Körper lebe, ihn erwärme und belebe. Welch ein Spinnengewebe ist dein Leben, und wie leicht ist es, es zu zerreißen! Werde demütig und ehrfürchtig vor dem ewigen Leben!

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Mein Leben in Christo. Das Wort 196

30.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

Wenn die Christen in die Kirche kommen, um zu Gott zu beten, so erweist sich, daß sie nicht einen sondern viele Götter und Abgötter haben (und auf diese Weise sündigen sie gegen das erste und zweite Gebot): manch eine oder manch einer ist für sich selbst ein Götzenbild des Ehrgeizes. Wo eines Menschen Schatz ist, dort ist auch sein Herz.
(Mtth. 6,21, Luk 12,34)

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Mein Leben in Christo. Das Wort 499

29.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

Beginne, die Gebote hinsichtlich kleiner Dinge zu erfüllen, und du wirst die Gebote hinsichtlich großer Dinge erfüllen. Beginne, wenigstens das Gebot des Fastens am Mittwoch und Freitag zu erfüllen, oder das zehnte Gebot hinsichtlich der schlechten Gedanken und Wünsche, und du wirst eines Tages alle Gebote erfüllen. Aber wer im kleinen untreu ist, wird auch im großen untreu sein.

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Mein Leben in Christo. Das Wort 195

28.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

Mein einziges Leben und meine wirkliche Wonne, meine Speise und Trank - ist Christus. So sprich zu dem Feind, der dich verführt durch die Süße der Speisen, und auch zu dem Menschen, dem sie für andere zu schade sind.
Nach Makarius muß man sich freuen, daß sie durch die anderen verbraucht werden; dadurch liegt weniger Last auf der Seele und sie wird leichter zum Himmel aufsteigen.

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Mein Leben in Christo. Das Wort 498

27.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

In der Seele des frommen, gottesfürchtigen Menschen vollzieht sich unsichtbar die geistige Verbindung mit Gott. Wie ein Vater oder ein strenger Lehrmeister, so billigt Gott der Herr das eine Mal unsere Gedanken, Wünsche und Absichten, und verurteilt sie das andere Mal; sagt, daß dieses gut ist und jenes schlecht, belohnt für das Gute und bestraft für das Böse: All dieses ist so deutlich für die Seele - hier gegenwärtig.

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Mein Leben in Christo. Das Wort 194

26.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

„Der Glaube wird dem Menschen durch den Hl. Geist gegeben, deswegen kann niemand Jesus den Herrn nennen, außer nur durch den Hl. Geist”.
(I. Kor. 12,3)
Den Hl. Geist hat uns Jesus Christus entdeckt, der durch den Hl. Geist empfangen worden und geboren ist, durch den Hl. Geist aufgewachsen und kräftig geworden ist, durch den Hl. Geist die Dämonen ausgetrieben hat. Von dem Hl. Geist predigten die Apostel, Märtyrer, Heiligen und sehr viele besiegelten durch ihr Blut die Lehre von der Dreifaltigkeit.

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Mein Leben in Christo. Das Wort 497

25.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

Behalte dich selbst im Auge, deine Leidenschaften, besonders im häuslichen Leben, wo sie frei hervortreten wie Maulwürfe an sicherem Ort. Außer Haus werden gewöhnlich einige unserer Leidenschaften durch andere, ansehnlicher erscheinende verdeckt, dort aber gibt es keine Möglichkeit, diese schwarzen Maulwürfe zu verjagen, welche die Unversehrtheit unserer Seele untergraben.

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Mein Leben in Christo. Das Wort 193

24.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

Was bedeutet das tägliche Anrufen der Heiligen - an jedem Tag verschiedener - während des ganzes Jahres und des ganzen Lebens? Es bedeutet, daß die Heiligen Gottes wie unsere Brüder sind, nur vollkommen, daß sie lebendig und nicht weit von uns sind, uns erhören und immer bereit sind, uns zu helfen durch die Gnade Gottes. Wir leben mit ihnen zusammen - in einem Hause des himmlischen Vaters, nur auf verschiedenen Seiten: wir auf der irdischen, sie auf der himmlischen. Sowohl für uns als auch für sie gibt es Mittel, zu einander durchzudringen, für uns ist es das Gebet des Glaubens und der Liebe, für sie - ihre geistige Natur, die immer bereit ist zu wirksamer Hilfe durch die Liebe, mit der ihre Seelen durchdrungen sind.

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Mein Leben in Christo. Das Wort 496

23.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

Niemand denke, daß die Sünde etwas Geringfügiges sei; nein, die Sünde ist ein furchtbares Übel, das die Seele tötet jetzt und in der Ewigkeit. Der Sünder wird im künftigen Zeitalter an Händen und Füßen gebunden (gemeint ist die Seele) und in die äußere Finsternis geworfen, wie der Erlöser sagt: „Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus” (Matth. 22, 13), d. h. er verliert völlig die Freiheit aller seelischen Kräfte, welche, zur freien Tätigkeit geschaffen, dadurch eine tödliche Untätigkeit in allem Guten erleiden: In der Seele ist sich der Sünder seiner Kräfte bewußt, gleichzeitig aber spürt er, daß seine Kräfte durch unauflösliche Ketten gebunden sind: „Mit den Fesseln seiner Sünden ist jeder gefangen” (Spr. 5, 22). Zählt dazu die furchtbare Qual durch die Sünden selbst, durch das Bewußtsein der eigenen Vernunftlosigkeit während des irdischen Lebens, durch die Vorstellung des erzürnten Schöpfers. Auch im gegenwärtigen Zeitalter fesselt die Sünde die Seele und tötet sie; wer unter den Gottesfürchtigen wüßte nicht, welche Trübnis und Enge ihre Seele trifft, welches quälend sengende Feuer in ihrer Brust rast, wenn sie eine Sünde begangen haben?
Während sie einerseits in der Zeitlichkeit die Seele fesselt und tötet, tötet die Sünde sie andererseits auch in der Ewigkeit, wenn wir nicht hier von ganzem Herzen unsere Sünden und Gesetzlosigkeiten bereuen. Hier ist auch ein aus der Erfahrung genommener Beweis, daß die Sünde die Seele in der Zeit und in der Ewigkeit tötet. Wenn es einem gottesfürchtigen Menschen geschieht, daß er zur Ruhe geht, ohne die Sünde oder die Sünden zu bereuen, die er tagsüber beging, und welche die Seele quälten, so wird diese Qual den Menschen die ganze Nacht über begleiten, bis er aufrichtig die Sünde bereut und sein Herz mit Tränen reinwäscht (Das ist Erfahrung). Die Qual der Sünde wird ihn vom Schlaf aufwecken, da die Seele in Enge sein wird, gebunden durch die Fesseln der Sünde. Nehmen wir nun an, daß ein Mensch, der sich, in einer Sünde gefangen und von ihr gequält, zur Ruhe begeben hat, nachts vom Tode getroffen wird: Ist es nicht klar, daß die Seele in Qual in jene Welt hinübergeht; und da nach dem Tode keine Möglichkeit der Reue besteht, so wird sie sich dort nachdem Maße ihrer Sünden quälen. Dies bezeugt auch die hl. Schrift (Matth. 25, 46; Röm. 2, 69; 2. Kor. 5, 10 u. a.).

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Mein Leben in Christo. Das Wort 192

22.08.2008 | Thema: Mein Leben in Christo |

Wie der Teufel in einem Augenblick die Seele verletzt durch Einnisten irgendeines gesetzwidrigen Wunsches oder eines unheiligen, ungerechten Gedankens im Herzen, genau so beleben uns Gott und Sein Schutzengel, durch einen augenblicklichen Zufluß von heiligen Wünschen und Gedanken. Man muß aufmerksam und dem Herrn dankbar sein für Seine geistigen Gaben des Lichtes.

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