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Tagesbuch

Weihnachtsbotschaft des Patriarchen von Moskau und ganz Russland KIRILL

6.01.2012 | Thema: Tagebuch |

Weihnachtsbotschaft
des Patriarchen von Moskau und ganz Russland KIRILL
an die Oberhirten, Hirten, Mönche und Nonnen und alle treuen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Hochgeweihte Oberhirten, hochwürdige Väter, gottgeliebte Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

An diesem lichten und mit Freude erfüllten Fest der Geburt im Fleisch unseres Herrn, Gottes und Erlösers Jesus Christus grüße ich euch alle herzlich, meine Lieben. In dieser lichthellen Nacht wiederholen wir im Gebet den Lobpreis der Engel, der verkündigt „große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids“ (Lk 2,10-12).

Die Menschheit, die Gott im Sündenfall abgelehnt hat, gewinnt heute die Möglichkeit, sich mit ihrem Schöpfer und Vorseher wieder zu vereinigen. Das Kommen des Gottessohnes in die Welt ist seine freiwillige Erniedrigung bis zur Bereitschaft, sich zum quälenden, schändlichen „Tode, ja zum Tode am Kreuz“ herabzulassen (Phil 2,8). Gott wird im Fleisch geboren, um seine Liebe den Menschen aufzuzeigen und jedem zu helfen, die Fülle des Seins zu gewinnen, der seinen Aufruf hören will.

Gerade deshalb schenkt uns das heutige Fest das unwandelbare Vertrauen auf die Hilfe von oben in schwierigsten Umständen unseres Lebens. Gott, der seine Schöpfung nicht verlassen hat und ihr den Weg zur Ewigkeit eröffnet hat, erschien uns im Säugling Christus, im wehrlosen Kind, das Aufmerksamkeit und Sorge braucht.

Wir alle müssen dieses biblische Bild in unseren Herzen bewahren. In dem wir uns an das in der Krippe liegende Gotteskind erinnern, gewinnen wir den festen Glauben und die unzerstörbare Hoffnung auf die göttliche Vorsehung, die zum Wohl jedes Menschen führt. Auch wenn in unserem Leben keine Stütze bleibt, alles nicht fest und hoffnungslos zu sein scheint, muss es uns klar sein, dass der Herr durch seine gnadenvolle Kraft fähig ist, Schmerz, Leiden und Armseligkeit unserer Welt in Glückseligkeit, Freude und die Überfülle geistlicher Gaben zu verwandeln.

Am Festtag des Kommens des Erlösers wendet sich der innerliche Blick der Gläubigen zur Wiege des Christentums, dem Heiligen Land, das gewürdigt wurde, der Ort der Geburt, des Lebens und des irdischen Dienstes des Herrn zu sein. Heute durchleben die, die Christus nachfolgen, schwere Prüfungen in den Ländern, in denen die Ereignisse der Heilsgeschichte stattfanden, sie begegnen neuen Gefahren für die Existenz der jahrhundertealten geistlichen Tradition. Lasset uns in den lichten Weihnachtstagen inständige Gebete für unsere Glaubensgeschwister darbringen, für die Hüter der kostbaren Heiligtümer, für die Erben der frühchristlichen Überlieferung.

„Und so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit“ (siehe 1 Kor 12,26). Diese Worte des Apostels betreffen nicht nur die Glieder einer einzigen Pfarrei, einer einzigen Kirchengemeinde. Sie umfassen gewiss alle Kinder der einen, heiligen, allumfassenden und apostolischen Kirche, der auf der ganzen Welt verbreiteten Orthodoxen Kirche. Ihre Einheit besteht nicht nur in dem einen Glauben der heiligen Väter und in der sakramentalen Gemeinschaft, aber auch im Mitempfinden der Schwierigkeiten, im hingebenden Dienen aneinander, im wechselseitigen Gebet.

Das vergangene Jahr war nicht leicht im Leben vieler Länder und Völker, darunter jener, die im Raum der historischen Rus ́ leben: nicht wenige tragische Ereignisse und Kataklysmen dienten der Erprobung unseres Glaubens und unserer Standhaftigkeit.

Heute jedoch vollziehen sich die hauptsächlichen Prüfungen nicht im materiellen, sondern im geistlichen Bereich. Diejenigen Gefahren, die auf der physischen Ebene liegen, mindern das körperliche Wohlergehen und den Komfort. In dem sie die materielle Seite des Lebens erschweren, sind sie aber unfähig, dem geistlichen Leben einen erheblichen Schaden zu bringen. Aber gerade die spirituelle Dimension deckt die wichtigste und ernst zu nehmende weltanschauliche Herausforderung unserer Zeit auf. Diese Herausforderung ist auf die Vernichtung des von Gott in unserer Seele angelegten sittlichen Gefühls gerichtet. Heute versucht man den Menschen davon zu überzeugen, dass er allein das Maß der Wahrheit sei, dass jeder seine eigene Wahrheit habe und bestimme, was Gut und was Übel ist. Die göttliche Wahrheit, beziehungsweise die auf dieser Wahrheit beruhende Unterscheidung zwischen Gut und Böse, versucht man durch die sittliche Indifferenz und Permissivität zu ersetzen, die die Seelen der Menschen zerstören und sie des ewigen Lebens berauben. Wenn Naturkatastrophen und Kriegshandlungen die äußerliche Lebensordnung in Ruinen verwandeln, so zersetzt der sittliche Relativismus das Gewissen des Menschen, macht ihn geistlich behindert, missachtet die göttlichen Daseinsgesetze und stört die Korrelation der Schöpfung mit dem Schöpfer.

Wir müssen in erster Linie dieser Gefahr widerstehen, in dem wir die allreine Jungfrau und die Versammlung der Heiligen zu Hilfe rufen, damit sie durch ihre Fürbitte vor dem Thron des Heiligen und Wahrhaftigen Herrn (Off 6,10), den wir heute in der Gestalt des neugeborenen Kindes verehren, die Kraft für uns erwirken, um „mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel“ (Eph 6,12) zu kämpfen. Es ist wichtig, die Betrügereien und Täuschungen des irdischen Wohlergehens in unseren verderblichen Leidenschaften erkennen zu lernen, im habsüchtigen Streben, in der Verlockung der Reklame, in den Unterhaltungs- und Politiktexten. Es ist immer wichtig, die Stimme des eigenen Gewissens zu hören, die vor der Gefahr der Sünde warnt und es versteht, die eigenen Handlungen mit den Geboten des Evangeliums zu vereinbaren.

Heute wie immer ist jede Christin, jeder Christ gerufen, den Wert der gerechten Lebensweise durch eigenes tägliches Handeln zu bekräftigen, bewusst dem sittlichen Relativismus und dem Kultus der schnellen Gewinnsucht zu widerstehen. Es gibt um uns herum viele Schwache, Kranke, Einsame. Es gibt nicht wenige, die wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten auf der Suche nach Arbeit ihre Heimatorte verlassen haben, die auch Sorge brauchen, denn sie geraten zuweilen in eine feindselige Umgebung. An der Ausführung der sozialen, missionarischen, kirchlich-gesellschaftlichen Aktivitäten, muss sich jeder Hirte und jeder Laie beteiligen. Nach den Worten des hl. Innocentius von Kherson, „nur im Lichte Christi kann man Gott, sich selber und die Welt in ihrer wahren Gestalt sehen; nur auf die Weisung der himmlischen Offenbarung kann man den Pfad finden, der ins ewige Leben führt“.

Wir müssen die Wärme und Freude des heutigen Festes mit denjenigen teilen, die die Tröstung von Christus erhoffen. Jeder von uns kann das Licht des Sterns von Bethlehem den Nächsten und Fernen bringen: den Kollegen, Freunden, Verwandten und Nachbarn.

Im vergangenen Jahr wurde in Zusammenarbeit mit der staatlichen Gewalt und öffentlichen Organisationen der Anfang vieler Initiativen gemacht, die die Menschen zusammenschließen und die feste geistliche und sittliche Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens wieder erneuern können.

Der Entwicklung solcher Zusammenarbeit, auch dem Zeugnis von der kostbaren Einheit unserer Kirche, dienten die von mir unternommenen Reisen in Russland, in die Ukraine, in Moldawien. Diese Visitationen haben meine Erfahrung des Gebetes und der Gemeinschaft mit dem gläubigen Volk bereichert, und ich hoffe, sie haben zu Verfestigung des uns verbindenden geistlichen Bandes beigetragen. In den Gottesdiensten, die mit Beteiligung sehr vieler Leute gefeiert wurden, ist auf besondere Weise die Kraft des Glaubens und des Gebetes erschienen, was die Schönheit der Orthodoxie ausmacht, die Schönheit und die Macht der „Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens“ (Eph 4,3).

In dem ich euch alle zu Christi Geburt und zum Neuen Jahr gratuliere, wünsche ich euch im Gebet, stets in der Freude des Herrn zu verbleiben, der Mensch geworden ist, damit „wir durch desselben Gnade gerecht und Erben des ewigen Lebens nach der Hoffnung“ seien (Tit 3,7). „Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des Heiligen Geistes“ (Röm 15,13). Amen.

PATRIARCH VON MOSKAU UND GANZ RUSSLAND

Weihnachten,
2011/2012
Moskau

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Alexander Zhicharev aus Moskau. Glockenplattenspiel am 29.05

27.05.2011 | Thema: Tagebuch |

HERZLICHE EINLADUNG

zu diesem wunderschön klingenden Glockenplattenspiel auf dem
Karolinenplatz vor der Gnadenkirche

am Sonntag, den 29.05.2011 um ca. 12,00 Uhr

Der Herr ist aus Moskau angereist und wird nur 30 Minuten für uns alle spielen.
Hier eine kleine Hörprobe:

http://youtu.be/dKjImOenE_M?t=3m8s

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Moskau und die Moskauer. Karsamstag im Donskoi-Männerkloster

2.05.2011 | Thema: Tagebuch |

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Osterbotschaft Seiner Heiligkeit, des Patriarchen von Moskau und ganz Russland, KYRILL, an die Oberhirten, Hirten, Mönche, Nonnen und alle gläubigen Kinder der Russisch-Orthodoxen Kirche

23.04.2011 | Thema: Tagebuch, Predigt |

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22.04.2011 ·

Im HERRN geliebte Oberhirten, allverehrte Presbyter und Diakone, gottliebende Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

Von dem mit Dankbarkeit an Gott erfüllten Herzen, verkündige ich Euch allen die große und heilsbringende Botschaft:

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!

Jahr für Jahr bezeugt die Kirche mit diesem Ausruf jenes Geschehen von universaler Bedeutung, das sich vor fast zweitausend Jahren ereignet hat. Damals kamen die Myron tragenden Frauen früh am Morgen zum Bestattungsort ihres Lehrers und sahen, dass das Grab leer war. Die göttliche Kraft Christi hat das Gesetz des Todes besiegt. Er ist auferstanden, indem er der ganzen Menschheit bezeugt hat, dass der Tod kein Lebensende ist, sondern dass der Tod durch die Kraft Gottes überwunden wird.

Die Auferstehung Christi als das einmalige Geschehen in der Weltgeschichte, ist nach Gottes Absicht auch zum Anfang unserer persönlichen Auferstehung geworden. Der Heiland ist nämlich dafür in der Welt gekommen, gelitten, wurde gekreuzigt und ist von den Toten auferstanden, damit jeder die Möglichkeit hat, durch die Erfahrung der von den Toten Auferstehung durchzugehen, und zwar nicht im übertragenen, sondern im wahren Sinne dieses Wortes. Apostel Paulus zeugt davon deutlich: „Gott … wird uns auch auferwecken durch seine Kraft“ (1 Kor. 6, 14).

Eben deshalb ist das Paschafest ein Siegesfest des Lebens über den Tod, denn durch die Auferstehung von Christus, dem Erlöser, ist uns allen die Auferstehung von den Toten geschenkt worden. Welch schwierige Umstände des irdischen Daseins wir auch durchschreiten, welche Prüfungen uns auch treffen, mit welchen Ängsten uns auch jene zu schrecken versuchen, die ohne geistliche Kraft die Zukunft deuten wollen, unsere Weltauffassung soll gelassen und freudig sein, weil Christus auferstanden ist!

Im Heiligen Rus´ war das Paschafest immer am größten und hellsten. In den letzten Jahrzehnten ist es erneut in viele Häuser und Familien zurückgekehrt. Heute begeht man es auch dort, wo früher kein Paschagruß klang: in Krankenhäusern und Gefängnissen, im Militär und in der Flotte, sogar im Weltraum. Walte Gott, dass hinter den äußerlichen Veränderungen, die sich in den Ländern der Russischen Welt ereignen, die wahre Wiedergeburt der menschlichen Seelen geschehe, dass die Freude der Auferstehung Christi jedes Herz erfülle, dass durch das Licht der Göttlichen Liebe nicht nur unsere Verwandten und Nächsten erwärmt werden, sondern auch die Leute, die keine Möglichkeit haben, die Kirche zu besuchen, die Senioren, Kranken und Alleinstehenden.

Durch die Auferstehung Christi gewinnt der glaubende Mensch die Möglichkeit, der von oben herabgesandten gnadenreichen Kraft teilhaftig zu werden, um nach Wahrheit und Gottes Geboten zu leben: gut und barmherzig, ehrlich und wollwollend in seinen Beziehungen zu den Mitmenschen zu sein, fähig zu sein, mit ihnen Freude und Elend zu teilen.

Dieses christliche Verhalten zu den Nächsten schließt auch die Sorge ums eigene Land, Volk, Familie und Haus mit ein. In dem die Kirche die Priorität ewiger geistlicher Werte verkündet, ruft sie auch ihre Kinder auf zum behutsamen Verhältnis zu den zeitlichen, aber realen Werten der von Gott geschaffenen Welt: zur uns umgebenden Natur, zum reichen Kulturerbe, das jahrhundertelang von unseren Vorgängern geschaffen wurde. Ein Bewahrer der geistlichen Schätze und Traditionen der Orthodoxie zu sein, bedeutet, sowohl sich und die eigene innere Welt aktiv umzuwandeln, als auch die Schönheit und Harmonie der uns umgebenden Welt zu unterhalten, und sie dort einzupflanzen, wo sie vom bösen menschlichen Willen zerstört sind. So sind die Berufung und die Verantwortung eines Christen.

Der HERR fordert von uns keine unsere Kräfte übersteigende Taten. Indem er sich zur Seele jedes Menschen zuwendet, ruft er immer wieder an: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mt. 11, 28-30). Um spüren und begreifen zu können, inwieweit jenes Joch, das uns der Herr auferlegt, gut und sanft ist, muss man lernen, das Gute den Nächsten und Fernen zu tun. In diesem Lernen sind nur die erste Schritte schwer: sich rechtzeitig zu zügeln und nicht mit Grobheit auf Grobheit, mit Bösem auf Böses, mit Lüge auf Lüge, mit Verurteilung auf Verurteilung zu antworten. Und anschließend sollte man auch einmal Zufriedenheit über eine rechte und ehrliche Handlung empfinden, die einem anderen Menschen Nutzen gebracht hat, unabhängig wo: in der Familie, an der Arbeit, in der Pfarrgemeinde oder schlicht im Verkehr mit Nachbarn und Bekannten. Dieses Gefühl der Zufriedenheit vermag in einen freudigen und optimistischen Geisteszustand hinüberwachsen, wenn gute Werke, die nicht des Eigennutzes willen, sondern mit reinem Herzen getan werden, zum Teil unseres Lebens werden. Wir können die Veränderungen zum Besten im Gesellschaftsleben nur dann spüren, wenn wir uns der unzerstörbaren Beziehung bewusst sind, die zwischen dem von uns gewirkten Guten und dem gesellschaftlichen Wohlergehen besteht.

Die vom Evangelium inspirierte Motivation unserer Taten, sowohl im persönlichen, als auch im beruflichen und gesellschaftlichen Bereich ist fähig, uns und die Umwelt grundlegend umzuwandeln.

„Es stehe Gott auf, dass seine Feinde zerstreut werden“! – rufen wir in dieser lichthellen Nacht aus. Es stehe Gott in unseren Herzen auf und Lüge, Feindschaft, Bosheit, Händel und alle Aufspaltungen in unserem Leben sollen zerstreut werden.

Von ganzer Seele gratuliere ich Euch allen, meinen Lieben, zum Paschafest. Mögen die Hilfe und der Segen des wahrhaftig auferstandenen HERRN jeden von uns in unseren weiteren Werken zum Ruhm der Kirche begleiten, zum Nutzen der Länder, in denen wir leben, zum Nutzen Nächster und Ferner. Amen.

PATRIARCH VON MOSKAU UND GANZ RUSSLAND

Moskau,

Pascha Christi

2011

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Das Buch “Mein Leben in Christo” Hl. Johannes von Kronstadt

6.11.2009 | Thema: Tagebuch |

Die Tagebüchaufzeichnungen des Hl. Johannes von Kronstadt sind zu einer der beliebtesten Lektüren der sich um das geistige Leben bemühenden Gläubigen in Russland geworden. In kleinen knappen Texten schildert der Heilige seine Erfahrungen und persönlichen Einsichten in die Kunst der Vervollkommnung, gibt Anleitungen, Ermahnungen und mitunter sogar kleine Gebete mit auf den Weg.
Das Buch kann in verschiedenen Weisen, von denen keine die richtigste ist, gelesen werden: Als Tagebuch und damit als Schlüssel zur Persönlichkeit des hl. Joann; als Anstoß zur Selbstbesinnung; als Ratgeberbuch für geistige Kämpfe und wechselnde Lebenssituationen; als Glaubenszeugnis, das unsere Hoffnung zu Gott belebt.
Aus den zwei ursprünglich vom Heiligen gesammelten und herausgegebenen Bänden liegt hier eine Auswahl in Übersetzung vor, die etwa ein Drittel des Originals abdeckt.

Das Buch

Hl. Johannes von Kronstadt
Mein Leben in Christo
ausgew. und üb. von S.H. Kurio, München 2008, 424 Seiten (Paperback). Preis 15,- €

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ZDF überträgt orthodoxen Gottesdienst aus Hamburg

29.04.2009 | Thema: Tagebuch |

Mainz (ots) - Live aus der russisch-orthodoxen Kirche des Heiligen Johannes von Kronstadt zu Hamburg überträgt das ZDF am Sonntag, 3. Mai 2009, 9.30 Uhr, einen orthodoxen Gottesdienst mit Erzpriester Sergij Baburin.

Die Gemeinde des “Heiligen Johannes zu Kronstadt” in Hamburg gehört zur Berliner Diözese der Russischen-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Sie wurde 2001 gegründet und zählt heute über 2000 Mitglieder, die über die Hansestadt verteilt und in den angrenzenden Regionen leben. Die Kirche der Gemeinde steht im nördlichen Teil von St. Pauli. 1906 als lutherische Gnadenkirche gebaut, wurde sie 2004 an die orthodoxe Gemeinde übergeben und dem Heiligen Johannes von Kronstadt gewidmet. Der besonders als Seelsorger verehrte Heilige aus dem späten 19. Jahrhundert gehört zu den wichtigsten Heiligen in Sankt Petersburg, einer der Partnerstädte Hamburgs. Die Gottesdienste werden in deutscher und russischer Sprache gefeiert. Die Göttliche Liturgie, wie die Eucharistiefeier in der orthodoxen Tradition genannt wird, wird vom Chor der Gemeinde unter Leitung von Elena Stahl mit gestaltet. Der Pfarrer der Gemeinde, Erzpriester Sergij Baburin, leitet die Liturgie.

Seit vielen Jahren sendet das ZDF im Rahmen seiner sonntäglichen Gottesdienstübertragungen auch einen Gottesdienst jährlich aus einer orthodoxen Gemeinde. Ausgewählt wird diese Gemeinde von der Kommission der Orthodoxen Kirchen in Deutschland, die auch die Vorbereitung mit den Gemeinden durchführt.

Im Anschluss an den Gottesdienst besteht die Möglichkeit, mit Vertretern der Orthodoxen Kirche in Deutschland telefonisch Kontakt aufzunehmen. (Tel. 0700 / 14 14 10 10; 6,2 Cent / pro Minute aus dem deutschen Festnetz).

Pressekontakt:
ZDF-Pressestelle
Telefon: 06131 / 70 - 2120
Telefon: 06131 / 70 - 2121

http://www.presseportal.de/pm/7840/1396148/zdf/rss

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100 Jahre Gnadenkirche. Die Rede von Erzbischof Feofan.

18.12.2007 | Thema: Tagebuch |

Liebe Schwester in Christus, Frau Bischöfin Maria Jepsen, Herr Generalkonsul der Russischen Föderation in Hamburg, liebe verehrte Gäste, liebe Schwestern und Brüder.

Am heutigen Tag, an dem die westlichen Kirchen beginnen, die Geburt Christi zu feiern, haben wir uns versammelt, um den Geburtstag der Gnadenkirche zu begehen, ihr einhundert-jähriges Jubiläum. Und um dem Gnadenbringer unsere gemeinsamen Worte der Dankbarkeit für diese herrliche Kirche im Namen vieler Generationen von Menschen empor zu senden, die in ihr geistlichen Trost finden.

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Kuppeln und Kreuze für die Kirche des Hlg. Johannes von Kronstadt in Hamburg

28.12.2006 | Thema: Tagebuch |

Im Jahr 2007 ist im Rahmen der Festlichkeiten zum Jubiläum der Städtepartnerschaft Hamburg – St. Petersburg die Weihe unserer Kirche geplant .Bis zu diesem Zeitpunkt müssen noch viele Renovierungsarbeiten und eine Reihe von Verschönerungen an unserer Kirche realisiert werden. Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die geplanten Kuppeln und Kuppelkreuze lenken. Dieses Projekt wird etwa 50 000 € Kosten.

Wir wenden uns mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an Sie und möchten in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hinweisen, dass sich unsere Gemeinde ausschließlich aus Spenden finanziert. Wenn Sie uns unterstützen möchten, nutzen Sie bitte das folgende Bankkonto unter der Angabe des Stichwortes „Kuppeln“:

Russ-Orthodoxe Kirche DRESDNER BANK (BLZ 200 800 00)
Konto № 0930 111 200.

Selbstverständlich stellen wir Ihnen für jede Spende eine Bescheinigung für das Finanzamt aus.

Vielen Dank!

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Der Heilige apostelgleiche Abtbischof Rupertus von Salzburg

4.10.2006 | Thema: Tagebuch, Lektüre |


Der heilige, apostelgleiche Abtbischof und Bekenner Rupertus von SalzburgGedächtnistag 27.März, 24, September

Der hl. Bischof Rupertus gilt als der erste rechtgläubige Missionar des jungen Volkesder Baiern. Das Volk der Baiern entstand aus verschiedenen Völkergruppen, derMehrzahl nach wahrscheinlich Thüringern und Langobarden, die im Jahre 531/32durch den arianischen Gotenkönig Theoderich, aus Südbömen in das heutige Bayernund Oberösterreich umgesiedelt wurden, um das seit der Abwanderung, eines großenTeiles, der römischen und romanischen Bevölkerung, auf Befehl Odoakers, 100 Jahrefrüher, für Italien strategisch wichtige Nordalpengebiet, wieder zu besiedeln. Bereits imJahre 538 erhielt der Frankenherzog Theudebalt, der sich gegen seine Onkel Childebertund Chlodachar durchgesetzt hatte, für einen formalen Beistandsvertrag mit Witigis,dem zweiten NachfolgerTheoderichs , sämtliche rätisch-norischen Provinzen undOberpannonien, wodurch das heutige Bayern und Oberösterreich unter fränkischeHerrschaft fielen. Um die neuerworbenen Gebiete so rasch wie möglich kulturell mitdem Frankenreich zu vereinen, wurden sicher schon damals, durch den fränkischenKönig Childebert I. Missionare nach Bayern entsandt, um das neu erworbene Land, imorthodoxen fränkischen Glauben zu missionieren. Die fränkische Kirche war damalsnoch ganz unabhängig von Rom. Die Leitung der fränkischen Kirche lag, seit der TaufeKönig Chlodwigs, allein in den Händen des fränkischen Königs, angefangen von derBestimmung der Grenzen der Kirchenprovinzen und Diozesen, über das Recht derEinsetzung von Bischofen, die Art der Ausbildung der Geistlichen, bis zur Entscheidungüber die Einberufung von Kirchensynoden. Mehr…

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Einiges über den russischen Mönch und seine mögliche Bedeutung

3.10.2006 | Thema: Tagebuch, Lektüre |

Aus den Gesprächen und Belehrungen des Staretz Sossima

Väter und Lehrer, was ist ein Mönch? In der aufgeklärten Welt wird dieses Wort heutzutage von einigen bereits mit Spott ausgesprochen, von manchen aber sogar schon als Schimpfwort gebraucht. Und je weiter, desto mehr. Es ist wahr, ja, leider ist es wahr, auch unter den Mönchen gibt es viele Tagediebe, Wollüstlinge, Liederliche und unver­schämte Herumtreiber. Auf diese weisen nun die gebildeten Weltleute hin, wenn sie sagen: »Ihr seid ja nur Faulenzer und unnütze Glieder der Gesellschaft, ihr lebt von fremder Arbeit und seid schamlose Bettler!« Indessen gibt es doch so viele unter den Mönchen, die fromm und demütig sind, die nur nach glühendem Gebet in der Stille und Zurückgezogenheit dürsten. Auf diese weist man viel seltener hin, ja, man übergeht sie sogar mit völligem Stillschweigen. Wie sehr aber wird man sich wundern, wenn ich sage, daß von diesen Sanften und nach verborgenem Gebet sich Sehnenden einmal vielleicht noch die Rettung des russischen Landes aus­gehen wird. Denn sie werden in der Stille wahrhaftig vor­bereitet sein „auf den Tag und die Stunde, auf den Monat und das Jahr”. In all ihrer Verlassenheit hüten und bewahren sie vorerst das Bild Christi herrlich und unentstellt in der Reinheit der Gotteswahrheit, wie es von den ältesten Vätern, Aposteln und Märtyrern überliefert ist, und wenn es not sein wird, werden sie es der erschütterten, schwankenden Wahrheit der Weltleute entgegenhalten. Das ist ein großer Gedanke. Im Osten wird dieser Stern aufgehen.

So denke ich über den Mönch, und sollte das wirklich falsch, sollte das wirklich anmaßend sein? Schaut doch nur hin auf die Weltlichen und auf die ganze übrige Welt, die sich über das Gottesvolk erhaben dünkt: ist denn dort die Vor­stellung von Gott und von seiner Wahrheit nicht entartet? Sie haben die Wissenschaft, aber in der Wissenschaft gibt es doch nur das, was den Sinnen zugänglich ist. Die geistige Welt dagegen, die höhere Hälfte des Menschseins, wird voll­kommen abgelehnt, ist sogar mit einem gewissen Triumph, ja, mit Haß ausgestoßen. Die Welt hat die Freiheit verkün­det, besonders in letzter Zeit, aber was sehen wir denn in dieser ihrer Freiheit? Nichts als Sklaverei und Selbstmord! Denn die Welt sagt: »Du hast Bedürfnisse, also befriedige sie auch, denn du hast ja dieselben Rechte wie die angesehen­sten und reichsten Leute. Scheue dich bloß nicht, sie zu be­friedigen, sondern vermehre sie lieber noch«, - das ist die gegenwärtige Lehre der Welt. Eben darin sehen sie die Frei­heit. Was aber ergibt sich als Folge aus diesem Recht auf Vermehrung der Bedürfnisse? Bei den Reichen Vereinsamung und geistiger Selbstmord, bei den Armen aber Neid und Tot­schlag, denn die Rechte hat man zwar gegeben, aber die Mittel zur Befriedigung der Bedürfnisse nicht überwiesen. Man versichert, die Welt werde sich je weiter desto mehr vereinigen, in eine brüderliche Gemeinschaft verwandeln da­durch, daß man die Entfernungen verkürzt, die Gedanken durch die Luft übermittelt. O, traut nicht einer solchen Ver­einigung der Menschen! Wenn sie unter Freiheit die Ver­mehrung und schnelle Befriedigung der Bedürfnisse verste­hen, verderben sie nur die eigene Natur, denn dadurch züchten sie in sich nur eine Menge sinnloser und dummer Wünsche, Gewohnheiten und albernster Einfälle. Sie leben nur noch um des gegenseitigen Neides willen und um der Wollust und Eitelkeit zu frönen. Gastmähler, Ausfahrten, Equipagen, Titel und sklavisch Dienstbeflissene zu haben - das wird schon für eine solche Notwendigkeit gehalten, daß man sogar sein Leben, seine Ehre und Menschenliebe opfert, nur um diese unentbehrlichen Bedürfnisse zu befriedigen, und man bringt sich um, wenn man sie nicht befriedigen kann. Auch bei denen, die nicht reich sind, sieht man das gleiche, bei den Armen aber werden die ungestillten Be­dürfnisse und der Neid vorläufig noch mit Trunksucht be­täubt. Bald aber werden sie sich, statt an Branntwein, an Blut betrinken, dazu treibt man sie ja hin. Nun frage ich euch: Ist denn ein solcher Mensch frei? Ich habe einen »Kämpfer für die Idee« gekannt, der mir selbst erzählte, er sei, als man ihm im Gefängnis den Tabak entzog, durch diese Entbehrung dermaßen gequält gewesen, daß er beinahe hingegangen und seine »Idee« für Tabak verraten hätte. Und doch redet so einer davon, daß er »für die Menschheit kämpfen gehe«. Nun, wohin und wie weit geht denn ein solcher und wessen ist er überhaupt fähig? Höchstens zu einer raschen Tat, aber ohne Ausdauer, ohne lange durchzuhalten. Und da ist es denn auch kein Wunder, daß sie, statt wahrhaft frei zu werden, nur in Sklaverei geraten, und statt der Bruderliebe und der Einigkeit der Menschheit zu dienen, im Gegenteil, der Absonderung und Vereinsamung verfallen, wie es schon in meiner Jugend mein geheimnisvoller Gast und Lehrer sagte. Deshalb erlischt aber auch in der Welt immer mehr der Gedanke des Dienstes an der Menschheit, der Brüder­lichkeit und Einheit der Menschen, und tatsächlich wird diesem Gedanken sogar schon mit Spott begegnet, denn wie sollte man wohl auf seine Gewohnheiten verzichten, und wo­hin käme denn damit jener Unfreie, der sich so daran gewöhnt hat, seine unzähligen Bedürfnisse zu befriedigen, die er sich selber eingeredet hat? Er ist ja bereits in der Vereinsamung, und was geht ihn noch das Ganze an! Erreicht hat man damit nichts anderes, als daß man an angesammelten Sachen wohl reicher, an Freuden aber ärmer geworden ist.

Etwas ganz anderes ist es mit dem Wege des Mönchs. Man lacht zwar über Gehorsam, Fasten und Gebet, dabei aber ist doch nur mit ihnen der Weg zur echten, wirklichen Freiheit möglich: indem ich die überflüssigen und unnötigen Bedürf­nisse abstoße, meinen selbstsüchtigen und stolzen Willen durch Gehorsam zähme und geißle, erreiche ich mit Gottes Hilfe eben dadurch die Freiheit des Geistes und mit ihr auch die geistige Heiterkeit! Wer wird nun von ihnen fähiger sein, einen großen Gedanken aufzuheben und ihm dienen zu gehen - der vereinsamte Reiche, oder dieser von der Tyrannei der Sachen und Gewohnheiten Befreite? Man pflegt dem Mönch sein Einsiedlerleben vorzuwerfen: »Du hast dich zurück­gezogen, um in Klostermauern dich selbst zu retten; das brüderliche Dienen der Menschheit aber hast du vergessen.« Aber sehen wir doch erst einmal zu, wer sich mehr um die Bruderliebe müht? Denn die Vereinsamung herrscht nicht bei uns, sondern bei ihnen, sie sehen es nur nicht. Von uns aber sind ja schon von alters her die Helfer des Volkes und Voll­bringer hervorgegangen, warum sollte das nicht auch jetzt noch geschehen können? Es werden dieselben demütigen Faster und frommen Schweiger sich erheben und zur großen Tat schreiten. Vom Volke wird Rußlands Rettung ausgehen. Das russische Kloster aber hat es von alters her mit dem Volk gehalten. Wenn aber das Volk vereinsamt ist, dann sind auch wir vereinsamt. Das Volk glaubt in unserer Weise, und ein nichtgläubiger Staatsmann wird bei uns in Rußland nichts ausrichten, mag er noch so aufrichtigen Herzens und genialen Geistes sein. Vergeßt das nicht! Das Volk wird auch dem Atheisten standhalten und ihn überwinden und es wird ein einhelliges rechtgläubiges Rußland sein. Behütet also das Volk und beschützt sein Herz. Erzieht es in der Stille. Dies ist eure mönchische große Aufgabe und Sendung, denn dieses Volk ist das Gotträgervolk.

Die Brüder Karamasow von Fjodor M. Dostojewski

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