Russische Orthodoxe Kirche zu Hamburg

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Tagesbuch

VIDEO. ALTVÄTER. Erzbischof Johannes von Shanghai und San Francisco

13.05.2016 | Thema: Tagebuch |

Der Russische Emigrant Michail Maximowitsch legte in Serbien das Mönchsgelübde ab und bekam den Namen Johannes. In den 30er Jahren erhielt er den Bischofsstuhl von Shanghai, floh dann gemeinsam mit der russischen Gemeinschaft auf die Philippinen. In Folge hat er sich in einem Brief persönlich an den US-Präsidenten gewandt mit der Bitte, die Grenze für mehrere Tausende zurückevakuierende russische Immigranten zu öffnen und harrte eigens Tag für Tag auf den Stufen des Capitols bis eine dementsprechende Entscheidung getroffen war. Die orthodoxe Gemeinde von San Francisco erinnert sich bis heute ihres geliebten Hirten und Beschützers. Zur Erzbischöflichen Residenz beanspruchte er ein winzig kleines Zimmer im Gebäude eines Waisenhauses. Er aß einmal am Tag und legte sich zum Schlafen niemals hin, sondern nickte lediglich für ein paar Stunden in seinem Sessel ein, ging meistens barfuß… Besonders oft erschien Erzbischof Johannes in den Krankenhäusern von San Francisco, suchte dort orthodoxe Christen auf und seine Gebete spendeten vielen Heilung und Trost. Über den Bischof Johannes berichten Kinder des Shanghaier Waisenhauses, seine geistigen Kinder aus den Vereinigten Staaten, russische Immigranten, unter ihnen der berühmte sowjetische Schauspieler Rodion Nachapetow.

VIDEO. ALTVÄTER. GABRIEL BUNGE

7.03.2016 | Thema: Tagebuch |

Der gebürtige Kölner Gabriel Bunge trat in den Orden der Benediktiner-Mönche ein, als er 22 Jahre alt war und verbrachte fortan 18 Jahre in der Benediktiner-Abtei Chevetogne in Belgien. Er gründete darauf hin mit dem Segen seines geistlichen Vaters eine Einsiedelei in den Schweizer Alpen und ein lebt seitdem dort in Askese seit mehr als dreißig Jahren. Seine theologischen Werke sind der Tradition der frühesten Kirchenväter gewidmet. Im Jahr 2010 konvertierte er zur Orthodoxie und bekam ein Jahr später das große Schema. Heute ist Gabriel Bunge bekannt als Patristiker, Theologe und Autor einer Reihe von Schriften, die in viele europäische Sprachen übersetzt wurden. Im Jahr 2014 erschienen im Verlag des Moskauer Sretenskij-Klosters drei Bücher von Schema-Archimandrit Gabriel, gewidmet den Leidenschaften Trauer, Wut und Völlerei. Der Autor war auch selbst in Moskau anwesend, um seine Arbeiten dem Auditorium zu präsentieren. Die Theologische Forschungsarbeit von Vater Gabriel ist ein wichtiger Bestandteil seines monastischen Lebens und Ergebnis seiner eigenen asketischen Erfahrungen. In seiner Bergklause lebt Altvater Gabriel nach wie vor in völliger Einsamkeit. Hin und wieder empfängt er Pilger zur Beichte und gibt Anleitung im Gebet und im geistigen Leben.
2015 NEOFIT.TV

VIDEO. ALTVÄTER. EPHRAIM VON ARIZONA

25.02.2016 | Thema: Tagebuch |

Der Athos-Mönch und Hesychast Ephraim (Moraitis) kam zum ersten Mal nach Amerika auf Einladung seiner geistigen Kinder im Jahre 1979. Er sprach mit Menschen, gab Anweisungen, Trost, predigte. Die Amerikaner hatten damals ein grosses Bedürfnis nach geistiger Führung, nach dem Wort des Evangeliums. Sie waren auf der Suche nach wirklichem spirituellen Leben, auf dieser Grundlage begann Altvater Ephraim mit seiner missionarischen Arbeit. Eines nach dem anderen gründete er achtzehn orthodoxe Klöster für Männer und Frauen, in verschiedenen Regionen der USA und Kanada gelegen: in New York, Texas, Florida, Washington, Süd Carolina, Pennsylvania, Illinois, Kalifornien, Michigan, Montreal und Toronto. Sein erstes Kloster, das Kloster zu Ehren des heiligen Antonius, wurde im Jahr 1995 gegründet, in der wasserlosen ausgetrockneten Wüste von Arizona. Anfangs dienten Altvater Ephraim und seinen Mönchen lediglich vier Anhänger als Behausung. Heute gilt das Kloster des heiligen Antonius als eine blühende Oase monastischen Lebens und es steht in der Besucherzahl nur geringfügig der Hauptattraktion von Arizona, dem Grand Canyon nach. Altvater Ephraim lebt auch selbst bis zum heutigen Tag in diesem Kloster und dient als geistiger Führer selbst in seinem hohem Alter und voll Demut Tausenden von Laien, die aus der ganzen Welt zu ihm nach Arizona angereist kommen.
2015 NEOFIT.TV

Sommer school on Russian language and culture

10.02.2016 | Thema: Tagebuch |

Poster Summer School

Summer-school-2016

VIDEO. ALTVÄTER. KIRILL PAWLOW

10.02.2016 | Thema: Tagebuch |

Er hat den ganzen Großen Vaterländischen Krieg miterlebt. Stand Wache im zerstörten Stalingrad und hat dort einmal in den Trümmern eines Hauses ein Evangelienbuch gefunden von dem er seither unzertrennlich war. Im Jahre 1953, nach der Beendigung des Moskauer Theologischen Seminars, legte Iwan Pawlow in der Dreifaltigkeits-Lawra des heiligen Sergius das Mönchsgelübde ab und bekam den Namen Kirill. Zuerst diente er dort als Küster und wurde dann im Jahr 1970 zum Schatzmeister des Klosters und Beichtvater der Bruderschaft ernannt. Dieses Amt erfüllte Archimandrit Kirill über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren und vollbrachte es, als geistiger Mentor dreien Patriarchen von Moskau und ganz Russland zu dienen. Im Flügel der Patriarchenresidenz in Peredelkino harrten täglich Hunderte von Pilgern aus allen Teilen des Landes einer kurzen Begegnung mit dem Altvater und jeder dieser Empfänge dauerte bis weit in die Nacht hinein. Jedes Jahr schickte Archimandrit Kirill seinen geistigen Kindern oder einfach nur Freunden bis zu 5000 Glückwunschschreiben und Briefe zum Trost und geistiger Erbauung. Heute gilt Archimandrit Kirill Pawlow als einer der am meist verehrtesten russischen Ältesten und Beichtväter unserer Zeit.
2015, Studio Neophyte

Geist und Wesen der orthodoxen Kirche

3.11.2015 | Thema: Tagebuch |

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Bitte um finanzielle Unterstützung der Behandlung von Artem Pervykh

25.09.2015 | Thema: Tagebuch |

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bitten Sie um finanzielle Unterstützung für Artem Pervykh (geb. 28.09.2006), welcher sich zur Zeit in Behandlung im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf befindet.

Als Artem 2 Jahre und 8 Monate alt war (Juli 2009), wurde bei ihm in der Zeit einer geplanten Untersuchung in einer der Kliniken in Moskau die Diagnose ALL (akute lymphatische Leukämie) diagnostiziert. Im Labor ergab es der Zeit leider keine Möglichkeit, die Chromosomenbrüche festzustellen, welche die Diagnose nachher erschwerte. Notwendig war die Knochenmarktransplantation von einem kompatiblen Spender. Artem wurde durch das übliche Protokoll für unkomplizierte Leukämie behandelt. 8 Monate dauerte insgesamt die Behandlung im Krankenhaus, im März 2010 wurde Artem auf unterstützende Pflege nach Hause entlassen.

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Nach 1,5 Jahren (Oktober 2011) ist die Krankheit zurückgekehrt, aber in einer anspruchsvolleren Version, mit dem Befall im ZNS (Zentralnervensystem). Darüber hinaus gab es eine Kompressionsfraktur von insgesamt 10 Wirbeln. Aufgrund der Einnahmen der Medikamente ist das Kalzium aus den Knochen verloren gegangen und die Knochen wurden immer spröder. Wieder begann eine lange Behandlung, aber die Remission war nicht in Sicht. Dann wurde endlich die  Chromosomenanomalie (T9, 22 oder das Philadelphia-Chromosom) festgestellt und die Behandlung begann wieder. Ärzte hatten nun geplant, eine KMT (Knochenmarktransplantation) durchzuführen, aber aufgrund der Tatsache, dass der Körper stark geschwächt war, wurde darauf gehofft, dass mit Hilfe der neuen Generation Sprycel (Dezatinib) die Remission möglich zu erhalten war. Nach 10 Monaten (August 2012) wurde Artem wieder nach Hause auf Erhaltungstherapie entlassen.

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Er lernte wieder laufen und fing wieder an, Fußball zu spielen und Rad zu fahren. Während dieser ganzen Zeit nahm er das Medikament Sprycel (Dezatinib). Nach 2 Jahren war er endlich in der Lage, aus dem Korsett zu schlüpfen. Vorher bestand nur die Möglich zu stehen oder zu liegen. Im November 2014 verschlechtert sich der Zustand erneut. Die Krankheit kam wieder zurück. Die Ärzte beschlossen, eine Knochenmark-Transplantation durchzuführen. Vorher war es jedoch notwendig, die Behandlung durchzuführen und sich in Remission zu begeben. Behandlung von Artem fand in Russland statt. Was aber die Transplantation betraf, wurde beschlossen, diese in Deutschland an der Universitätsklinik in Hamburg in Angriff zu nehmen. Im März 2015 ist Artem also mit seiner Mutter nach Hamburg gekommen.

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Ärzte begannen, nach einem passenden Spender im internationalen Register zu suchen. Ein Spender wurde im Mai 2015 gefunden und so konnte auch eine erfolgreiche Knochenmarktransplantation stattfinden. Auf Grund der Chromosomenbrüche wurde wieder Sprycel (Dezatinib) nach der Transplantation als Medikament verschrieben. Plötzlich hörte aber das Sprycel auf, bei Artem anzuschlagen. Die genetische Analyse zeigte, dass weitere Schäden aufgetreten waren. Ärzte erklärten, dass die chronische Verabreichung des Medikaments resistent gegen die Krankheit geworden ist. Glücklicherweise gab es eine neue Generation von diesem Präparat: Iklusig (Ponatinib). In Russland ist das Medikament noch nicht auf dem Markt. Im Gegensatz zu Deutschland, wo es dieses Medikament seit Jahr 2015 zu kaufen gibt. Es wird genau für die Behandlung von Leukämie mit Komplikationen der Chromosomenbrüche eingesetzt.

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Die Kosten für dieses Medikament sind 6.693 € pro Monat. Insgesamt wird das Medikament für ein Jahr benötigt. Leider gibt es momentan keine alternative Behandlung oder keinen Ersatz für dieses Medikament.

Alle finanziellen Mittel der Familie sind durch die sämtlichen Behandlungen bereits ausgeschöpft. Deswegen ist die weitere Behandlung von Artem nun auf Spenden angewiesen.

Das Spendenkonto wurde bereits eingerichtet:

Russ. Orth. Kirchengem. e.V.
Für Artem Pervykh

IBAN: DE93200800000930111201
BIC(SWIFT): DRESDEFF200
COMMERZBANK

Vielen herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Zu Gast ist Mönchpriester Paisios vom Heiligen Berg Athos

8.03.2015 | Thema: Tagebuch |

Geist und Leben der orthodoxen Kirche

Fr. 20. März um 19 Uhr

Tschaikowsky Platz 1, 20355 Hamburg

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NDR Reportage, Hamburg Journal – 14.12.2014

16.12.2014 | Thema: Tagebuch |

Die russisch-orthodoxe Kirchengemeinde Hl. Johannes hat heute ihr neues kultur- und Bildungszentrum eingeweiht. Die Gemeinde feiert am diesen Wochenende zudem ihr 10-jähriges bestehen in Karoviertel.

Drei Erzbischöfe aus Berlin, Petersburg und Moskau sind extra zum Festgottesdienst angereist. Vor genau 10 Jahren hat die russisch-orthodoxe Gemeinde die frühere evangelische Gnadenkirche übernommen. Die Erzbischöfe weihten anschliessend das neue Tschaikowskyhaus direkt neben der Kirche ein.

In diesem Kulturzentrum sollen Konzert- und Bildungsangebote geben. Und 5 Millionen Euro hat das Zentrum gekostet. Die Gemeinde Hlg. Johannes von Kronstadt hat in Hamburg etwa 3000 Mitglieder.

Das Christentum – die unverstandene Religion. Lehrbrief: Wer ist Gott?

1.10.2014 | Thema: Tagebuch |

Auf Anregung des hochwürdigen Erzpriester Vater Sergej der Gemeinde des Heiligen Johannes von Kronstadt zu Hamburg und mit seinem persönlichen Segen sollen wesentliche Wahrheiten des Christentums und damit eine Darlegung der Lehre Christi angesichts der im westlichen Europa bestehenden Unkenntnis und Entfremdung in das Bewusstsein der Menschen gerufen werden. Es ist innerhalb der letzten Jahrzehnte zu beobachten, wie diese Unkenntnis und Entfremdung vom einst gänzlich christlich geprägten West – Europa mit einer rasanten Geschwindigkeit voranschreitet und sich eine immer größere geistige Not ausbreitet, die die Menschen Ersatz suchen lässt in einem z. B. grenzenlosen Materialismus, Individualismus, d. h. einer extremen auf sich Bezogenheit, die den anderen Menschen als Mitmenschen gar nicht mehr wahrnimmt. Man erlebt eine Art Hilflosigkeit vieler Religionsgemeinschaften, die eigentlich schon aufgegeben zu haben scheinen, da ihre Mitglieder nicht mehr aktiv den Glauben vertreten, respektive ihn ganz einfach nicht mehr kennen.

Was nützt es mir, wenn ich zwar fleißig meine Kirchensteuer entrichte und Weihnachten – gerührt von der Atmosphäre – mich als Christ – wenn überhaupt – besinne, dieses aber im übrigen Jahr einfach aus meinem Leben ausblende, denn es gibt ja so unendlich viele Möglichkeiten, mich mit Nebensächlichkeiten abzugeben und dabei aber mein Christsein überhaupt nicht mehr zu leben, weil mir dieses nicht hinreichend in mein Bewusstsein implantiert ist. Was nützt es dem Menschen, wenn man ihm zu essen und zu trinken gibt, aber ihm nicht sagt, warum er essen und trinken soll, dann führen wir ein sinnentleertes Leben, denn nur wenn wir wissen, warum wir essen und damit leben, dann ergibt unser Leben auch einen Sinn.

Als Christ lösen wir eine Eintrittskarte! Diese Eintrittskarte ist die Taufe, die uns zu Christen macht und damit uns verpflichtet, auf Gott gerichtet zu leben!

Was sagt nun unser Glaubensbekenntnis in seinem ersten Satz:

„Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allherrscher, den Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren,…“

Der Glaube ist zunächst einmal etwas ganz Persönliches, deshalb verwenden wir auch im Deutschen die „Ich – Form“, d. h. die I. Person Singular. Freileich sei angemerkt, dass die ursprüngliche Form „Wir“ war, weil das Glaubensbekenntnis im Rahmen des offiziellen Gottesdienstes gebetet wurde. Es stellte also das Bekenntnis der gesamten vor Gott sich als Einheit fühlenden Gemeinde dar, insofern ist es auch erklärbar, den Plural zu verwenden, aber dem ist entgegen zu halten, dass das Bekenntnis vor Gott auch allein außerhalb der – wie wir sagen – Göttlichen Liturgie erfolgen kann, es somit etwas ganz Persönliches darstellt, denn „ich“ als Individuum wende mich an Gott und damit kann ich mich nicht in eine Masse einreihen oder in einer Masse verbergen. Bedenken wir auch, dass der letzte Kontakt, den wir als Lebende zu Gott haben, ein Ich – Bezug ist, d.h. wir treten als Individuum in unmittelbare Verbindung mit unserem Schöpfer, wenn unsere kurz bemessene Zeit hier auf Erden zu Ende geht.

Wer ist nun dieser Gott, an den ein Christ glaubt?

Gott ist zunächst einmal in einer Überstimmung rechtgläubiger theologischer Lehren reiner Geist, d. h. er ist nicht sichtbar, aber er manifestiert sich durch die Schöpfung, die seinem Willen und seiner Macht unterliegt. Wenn Menschen sich versuchen ein Bild von Gott zu machen, so ist das legitim, denn der Mensch benötigt etwas, das er sich vorstellen kann. So begegnen uns häufig Vorstellungen und Abbildungen von Gott als einem alten, gütigen Mann mit langem weissen Bart. Wir bekommen so eine Vorstellung eines – ich möchte salopp formulieren – gutmütigen Urgroßvaters, der die Schwächen der Menschen kennt und sie ihnen nachsieht. Diese Vorstellung liegt auf der Hand, aber sie trifft nicht den Kern. Wenn wir so platt und einfach, wie Nikita Chrutschow denken, der seinen ersten Kosmonauten, als er aus dem Weltraum zurückkam, fragte: „Und hast Du Gott gesehen?“, dann zeugt diese Frage allein von einer respektlosen und lästerlichen Haltung, denn wir kennen aus der Darstellung der Ikonen Gott, Jesus Christus und die Gottesgebären und immerwährende Jungfrau Maria als aus den Wolken herausschauend und auf die Erde und damit auf die Menschen blickend. Diese Darstellungen sollen uns als Menschen, die wir nur ein Häufchen Elend sind, verdeutlichen, wer Gott z. B. ist, sie dienen uns lediglich als Hilfsmittel, das Unbegreifliche zu begreifen, denn was ist reiner Geist. Reiner Geist ist eine nicht sichtbare Materie und Macht, die in den Lage ist, in das Geschehen einzugreifen auf dieser Welt und es zu steuern. Hier führt sich auch die sogenannte feministische Theologie ad absurdum, denn wenn Gott reiner Geist ist, so ist die Frage, ob wir ihn als männlich oder weiblich betrachten, eine absurde Gedankenführung, die in der Tradition der Theologie keine Begründung findet, sondern der völlig sich von den Wurzeln entfernenden speziellen Theologie einiger Denominationen des Westens, die längst durch die Durchlöcherung der Philosophen des 18. und vor allem des 19. Jahrhunderts ihre Nahrung gefunden haben, sich so weit zu entfernen, dass aus Gott eine lächerliche allegorische Figur gemacht wird.

Gott aber ist nicht aus dieser Sicht erklärbar, denn wir übersehen dabei den strafenden und den richtenden Gott, so heißt es nicht umsonst in der Ektenie oder, wie wir im Lateinischen sagen, Litanei vor dem Herrngebet:

„Ein christliches Ende unseres Lebens, ohne Schmerz, ohne Schande, in Frieden, und eine gute Rechenschaft vor dem furchtbaren Richterstuhl Christi lasset uns erflehen.“ Wir beten: „Herr, erbarme Dich.“

Gott als Richter ist aus dem Bewusstsein des westlichen Menschen verschwunden, denn der gütige, milde Gott, wenn es ihn so überhaupt gibt, hat längst seinen Schrecken verloren. Bedenken wir aber eines: Gott hat uns in den Zehn Geboten – auf die an anderer Stelle eingegangen wird – eine klare Richtschnur gebeten, an die wir uns zu halten haben. Wir alle, jeder einzelne und da gibt es keine Gruppe, in die ich als Individuum mich gern flüchten möchte, wird vor Gottes Gericht treten und er muss Rechenschaft ablegen, wie die Heilige Schrift uns sehr eindringlich sagt, Rechenschaft für alles, was er unterlassen hat. Nehmen Sie ein Beispiel, warum gehen Sie achtlos an einem Bettler vorbei, ohne ihm etwas zukommen zu lassen? Sie werden vielleicht sagen oder denken: „Was geht mich das an, die sollen arbeiten wie ich!“ Sie gehen vorüber und haben kein schlechtes Gewissen, dann sind Sie bereits in Ihrem Herzen verhärtet, denn Gott wird Sie auch hier fragen: „Warum bist Du achtlos an einem Bettler vorüber gegangen?“ Gott verlangt von uns, dass wir unser Gewissen schärfen, denn je kritischer wir mit unserem eigenen Verhalten ins Gericht gehen, umso weniger Fehler – man kann auch Sünden sagen – werden wir begehen. Gott ist zwar durchaus der verzeihende Gott, den wir im Sakrament der Beichte wieder mit uns versöhnen können, aber wir müssen bestrebt sein – anders formuliert – wir müssen den guten Willen haben, Gottes Willen zu erkennen und nach seinen Geboten zu leben. Dazu gehört bei jedem von uns, dass wir barmherzig und demütig sind, denn Gott begegnet uns immer wieder mit seiner Barmherzigkeit. Erinnert sei hier an das Gleichnis des verlorenen Sohn in der Heiligen Schrift, das uns verdeutlichen soll, dass Gott sich über jeden, der zu ihm zurückfindet und der seinen Weg zu ihm findet, freut und ihn gern wieder aufnimmt. Leider fällt es uns heutigen Menschen so besonders schwer, Gottes Angebot anzunehmen und uns auf ihn und seine Heilige Kirche einzulassen, denn wir leben in einer völlig säkularisierten Welt, die in einem überzeugten Christen eine Art Sonderling sieht, den man belächelt. Menschen, die sich vorbehaltlos zu Gott bekennenden, sind im Westen rar geworden. Das ist die Arroganz des heutigen Menschen, wir können auch anders formulieren, der Widersacher Gottes ist auf dem Vormarsch und gewinnt hier im Westen eine Schlacht nach der nächsten, so dass das Bewusstsein für Gott und damit der Glauben am Schwinden sind, denn nehmen wir die Verhältnisse in Belgien. Dort ist ein gottloses und menschenverachtendes Gesetz eingeführt worden, ein Recht auf Euthanasie eines Kindes, d. h. Tötung eines Menschen, der nicht mehr leben kann oder will, eingeführt worden. Gott hat die Tötung oder – hart formuliert – den Mord an einem Menschen, zu dem auch der Selbstmord zu rechnen ist, verboten. Was stellen wir als Reaktion im einst christlichen Europa weitestgehend fest: Peinliches Schweigen, anstelle eines Aufschreis der Empörung. Ist das das ehemalige christliche westliche Europa?

Wir wundern uns über die unendliche Geduld, die Gott als Allherrscher, wie es im Glaubensbekenntnis heißt, aber wir dürfen sicher sein, diejenigen, die hierfür die politische Verantwortung tragen und den medizinischen Vollzug vornehmen, werden sich vor Gottes Richterstuhl finden. Hier sehen wir als krasses Beispiel, wieweit Gott und seine Lebensregeln bereits aus den Ländern des westlichen Europas verschwunden sind. Eine Pseudohumanität, die in den Nachwehen der Aufklärung wurzelt, wirkt als die Menschen und ihr ethisches Bewusstsein und Gewissen vergiftende Substanz, der nicht hinreichend entgegen getreten wird. Gott als Schöpfer des Himmels und der Erde droht entthront zu werden durch neue Überzeugungen, die die Christen immer mehr in die Irre führen. Wie sollen wir hierauf reagieren? Nun, für uns als orthodoxe, d. h. rechtgläubige Christen bedeutet dieses, wir werden die Lehre unserer Kirche strikt befolgen und keinen Millimeter hiervor abweichen, dann werden wir auch die Kraft finden, zu diesen Auffassungen „Nein“ zu sagen. Wie sagt die Heilige Schrift: „Ihr werdet den Menschen ein Ärgernis sein.“ Nun, dann sei es so, dann wollen wir gern ein Stachel im Fleisch des Gender Main Stream sein und uns ihm entgegen stellen, denn er ist nicht vom Gott, sondern vom Diabolus getragen. Wir aber rufen dieser Welt zu und wir legen wie zur Zeit der über 80-jährigen Verfolgung durch den gottlosen Kommunismus Zeugnis ab und sagen: „Unterwerft Euch Gott und lasst Ihn in Eure Herzen. Öffnet Eure Herzen für Gott, dann wird er Euch erhören und Ihr werdet eine gute Rechenschaft vor seinem furchtbaren Richterstuhl abgeben.“

Gott ist aber nicht nur der Allherrscher, sondern er ist auch „Schöpfer“ dieser Welt, das heißt alles, jedes Wesen untersteht ihm und seinem Willen. Die Heilige Schrift sagt uns: „Und Gott sprach: Es werde Licht.“ So geschah es. Gott hat als reiner Geist die Macht diese Schöpfung, deren Teil der Mensch, die Tiere, die Pflanzen und somit die gesamte Natur sind, aus seinem Willen erschaffen. Absurde Erklärungsversuche vom Urknall oder Darwins „Theory of Evolution“, ja, ja, alles gut und schön, aber nur Theorien, die die Menschen erdacht haben, um sich von Gott als Schöpfer und Allherrscher zu lösen und so seinen Willen besser missachten zu können. Glauben Sie ganz persönlich etwa, dass Gott wissenschaftlich erklärbar ist. Ich möchte Sie auf Goethes „Faust“, dem Klassiker des Bildungsbürgertums verweisen, in dem der kleine Student vor dem großen Dr. Faustus, der sich durch enormes Wissen auszeichnet, und in die Wissenschaft eingeführt werden will. Dr. Faustus hat es längst verstanden: Was ist die Wissenschaft? Sie ist, wie ein Käse, durch den man sich durchisst, kommt man am anderen Ende wieder heraus, dann stellt man fest, dass zwar etwas war, aber letztlich nichts geblieben ist. Nein, es kann auch nichts bleiben, denn der Glaube kann Gott nicht ersetzen. Wie sagte doch ein Theologe der römischen Kirche: „Christus war kein Theologe.“ Was für eine unendliche Versteigung und Dummheit spricht aus diesem Denken, die Theologie versucht Gott zu erforschen und dieser Dummkopf – Theologe, so muss ich ihn nennen, erdreistet sich, zu einer solch gotteslästerlichen Aussagen und fühlt sich dabei auch noch prächtig vom Beifall einer gottlosen Zeit getragen.

Gott, möge sich uns aller erbarmen und unsere Herzen demütig machen, auf das wir den Weg zu ihm finden und uns ihm als Allherrscher und als Alpha und Omega unterwerfen.

Gerd Holger Wuerfel, M.A.


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